Während die Großen der Szene mit Foils, Satelliten, Millionenbudgets und Carbon-Philosophie um die Welt hetzen, bastelt Yann Quenet in Kanada bei minus drei Grad eine Windfahne aus Plexiglas, Kabelbindern und Restwürde. Nach einem „verdammt kalten“ Winter ist der Bretone mit seinem 4,20-Meter-Boot wieder auf dem Wasser. Richtung Pazifik und dann Polynesien – „wenn’s weiter nichts ist!“
Es gibt Menschen, die erklären die Welt, indem sie auf den Ozeanen segeln. Möglichst schnell, möglichst allein, möglichst spektakulär, mit Datenströmen, Shore-Team, Satellitenverbindung, Medienplan und Carbon bis in den Zahnbürstenstiel. Und dann gibt es Yann Quenet. Der erklärt die Welt, indem er auf einem selbstgebauten 4,20-Meter-Boot sitzt und bei kanadischer Spätwintertemperatur ein Stück Plexiglas vom Baumarkt als Windfahne an seinen Autopiloten fummelt.
Der Bretone ist so etwas wie die Antithese zur aktuellen Hochleistungs-Einhandsegelei. Während SailGP-, Figaro-, IMOCA- und Ultim-Helden auf foilenden State-of-the-Art-Booten über die Ozeane „fliegen“ und dabei ganze Shore-Teams in Alarmbereitschaft halten, zuckelt Quenet auf seiner Nussschale seelenruhig durch die Weltgeschichte. Ganz so, als habe es dieses „größer, schneller, teurer, spektakulärer“ unter Seglern nie gegeben.
Selten hielt und hält uns einer so freundlich und hartnäckig vor Augen, in welch paradoxer Segelwelt wir leben.

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