Seraina und Jeroen: Aussteigertraum auf rostiger Stahlyacht – 24 Tonnen Freiheit mit Enduro-BMW an Bord

Harte Arbeit vor dem Leben auf See

Wie beginnt eigentlich ein moderner Aussteiger-Traum? Mit einer Kündigung? Mit einem One-Way-Ticket? Oder mit einem Motorrad, das bei Ebbe neben einer roten Stahlyacht steht und an Bord muss, bevor das Wasser zurückkommt?


(Direkter Video-Link)

Bleiben wir ein wenig bei diesem Bild: Ein Cross-Motorrad steht neben einem Boot, das man längenspezifisch schon als Yacht, bezüglich seines Volumens vielleicht sogar als Schiff bezeichnen darf. An der Algarve, offenbar bei Alvor oder Portimão, wo die Tide den Menschen regelmäßig kurz vorgaukelt, sie hätten festen Boden unter den Füßen.

Sechs Stunden später ist wieder Wasser da, schreiben Seraina und Jeroen, zwei der drei Helden und Heldinnen der nachfolgenden Geschichte. Also muss es jetzt klappen. Jeroen hat ein eigenes Kransystem gebaut und Cavalla, die BMW G650 Xchallenge, wird zur Bordcrew befördert – und das im doppelten Wortsinne.

Große Freiheit auf Stahlyacht

Natürlich hat so etwas einen Social Media-Geschmack. Junge Menschen, Motorrad im Sand neben roter Stahlyacht namens Peperoni, Algarve-Licht, Wasser kommt zurück, Musik drunter, fertig ist der erste, kleine Abenteuerfilm. Gewisse Fahrtensegler im etwas fortgeschrittenen Alter dürften spätestens jetzt kritisch die Stirn kräuseln. Denn wenn „Freiheit auf Stahlyacht“ in 30 Sekunden so gut aussieht, hat vorher meistens jemand sehr lange geschweißt, geschliffen, geflucht und die eine oder andere Träne angesichts mancher Rechnung verdrückt.

sailing peperoni
Seraina in Aktion. © sailing peperoni

Und genau deshalb ist diese Geschichte noch interessanter als das Video vermuten lässt. Es geht nämlich nicht nur um zwei junge Leute mit Kamera und reichlich Chuzpe. Es geht auch um ein Boot, das als dritter Held eine Hauptrolle spielen kann und wird. Peperoni ist keine moderne Charter-Plastikschale, kein Serien-Cruiser mit weißer Pantry und Leasing-Ästhetik, kein glatter Mittelmeer-Renner für Leichtwinde.

 

 
 
 
 
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Peperoni ist eine 15 Meter lange, fünf Meter breite Stahlyacht mit Kimmkielen, gebaut 2005 in England von einem Mike Blake, die dann auch folgerichtig als Blake 49 geführt wird. Eine One-off-Custom-Stahlyacht, also ein Unikat, „gebaut, um komfortabel darauf zu leben und trotzdem überall auf der Welt hinzukommen“, so beschreiben es jedenfalls Seraina und Jeroen, Das liest sich fast schon romantisch, hat die gewisse Unbekümmertheit der Aussteiger, kann aber auch anders aufgefasst werden.

Beziehung mit Rostschutz

 

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