Sam Goodchild scheint sich bei der Vendée Arctique nahezu wehrlos dem hochmotivierten Italiener Ambrogio Beccaria ergeben zu haben. Er verlor das Rennen nach 200 Meilen Führung. Ambrogio Beccaria darf jubeln und betont sein Glück.

Der Brite Sam Goodchild hat in den vergangenen Tagen einige der härtesten Meilen auf einem IMOCA erlebt. Dabei ging es nicht um Stürme oder Flauten, sondern um Emotionen. Es muss ohnehin für ihn nicht einfach sein, dass er seinen raketenmäßigen Karriereschub der Krankheit von Charlie Dalin zu verdanken hat.
Eigentlich wusste Goodchild nicht, wie er ohne Sponsor nach der Vendée Globe seine Karriere nach dem Auslaufen des Vertrages mit dem Ruyant-Rennstall fortsetzen sollte. Als dieser seine Krebserkrankung bekannt machte, übernahm der 36-jährige Brite dessen Position, sammelt Erfolge mit Dalins Vendée-Globe-Siegeryacht und darf seinen Weg mit dem eigentlich für Dalin bestimmten IMOCA-Neubau fortsetzen – eine irre Volte des Schicksals.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie man mit einem solchen Verlust umgeht. Es ist schwer, den richtigen Ton zu treffen. Goodchild nahm ein Insta-Video auf, kurz nachdem er den Polarkreis passiert hatte, wieder nach Süden abgedreht war und Island im Kielwasser verschwand. Er lag komfortabel mehr als 100 Meilen in Führung, und als er vor der Kamera die Backen aufblies, merkte man ihm an, wie sehr ihn dieser dann doch plötzliche Tod seines Mentors belastete.
„Dass alles so endet, ist schwer zu begreifen“, sagt er. „Ich denke an die Momente, in denen sich unsere Wege in meiner Karriere und in unserem Leben gekreuzt haben. An unsere ersten gemeinsamen Segeltörns, an gemeinsame Projekte. Und nun befinde ich mich hier auf dem Boot, das er mitentwickelt hat, auf das er sehr stolz war und mit dem er die Vendée Globe gewonnen hat. Ich habe das Glück, seinen Weg ein Stück weitergehen zu dürfen und ihm begegnet zu sein.“
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Einen Tag später hatte der Brite seinen Vorsprung auf 213 Meilen mehr als verdoppelt, und das Rennen schien entschieden. Aber dann kam doch alles ganz anders. Kurz vor dem Ziel in Les Sables d’Olonne versperrte eine ausgedehnte Flautenzone den Weg. Die Konkurrenz schloss auf und segelte in Person von Ambrogio Beccaria sogar vorbei.

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