49erFX-WM in Eckernförde: Bergmann/Wille verteidigen EM-Titel unter Extrembedingungen

Erwachsen geworden

Marla Bergmann und Hanna Wille vom Mühlenberger Segel-Club in Hamburg haben bei der Heim-Europameisterschaft in Eckernförde ihren Titel im 49erFX aus dem Jahr 2025 erfolgreich verteidigt. Das Olympia-Überraschungsduo von Marseille krönt damit eine starke deutsche Teamleistung.

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In der offenen Gesamtwertung mussten sie sich lediglich den kanadischen Schwestern Georgia und Antonia Lewin-LaFrance geschlagen geben, die als außereuropäisches Team den Gesamtsieg holten und zuvor bereits die Kieler Woche gewonnen hatten.

Als beste Europäerinnen auf dem Treppchen. © 49ersailing

Der Erfolg ist ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Duos. Vor zwei Jahren gehörten Bergmann und Wille bei den Olympischen Spielen in Marseille noch eher überraschend zum deutschen Aufgebot. Im Leichtwindrevier vor der französischen Mittelmeerküste gelang ihnen dann beinahe die große Sensation. Sie segelten überraschend um eine olympische Medaille mit und beendeten die Spiele auf Rang sechs.

Das wichtige 13. Rennen (von 15) bei extremem Leichtwind mit einem erfolgreichen Steuerbord-Start von Bergmann/Wille:

Auch ihr erster EM-Titel 2025 in Thessaloniki war von leichten und schwierigen Windbedingungen geprägt. Vor Eckernförde mussten die Hamburgerinnen nun jedoch ihre Qualitäten über eine deutlich größere Bandbreite unter Beweis stellen. Die Europameisterschaft verlangte den Crews besonders zu Beginn bei teils harten Starkwindrennen alles ab. Deshalb hat dieser Titel für die beiden 24-Jährigen ein anderes Gewicht als der erste.

Steuerfrau Marla Bergmann erklärt: „Wir haben uns nach den Olympischen Spielen für eine Weile aufs Studium konzentriert und uns dann Schritt für Schritt an die Weltspitze zurückgearbeitet. Wir sind zur Halbzeit auf unserem Weg zu den Spielen in LA 2028 genau da, wo wir sein wollen. Wir freuen uns sehr, dass wir den Titel verteidigen konnten.“

Beim starkwindigen Beginn Bergmann/Wille (GER 7) und Barth/Kohlhoff kurzzeitig mit Problemen. © 49ersailing

Theoretisch hätten beide den Neun-Punkte-Rückstand auf die Kanadierinnen in den beiden Finalrennen am Sonntag noch wettmachen können. Bei zu schwachem Wind fiel der geplante Höhepunkt vor heimischer Kulisse allerdings aus. So profitierten sie von ihrer bemerkenswert konstanten Serie. Insbesondere der EM-Auftakt habe sie in der harten Winterarbeit bestätigt, als sie mit „krass gutem Bootsspeed“ bereits als Zweite aus dem Tag gegangen seien.

Vorschoterin Hanna Wille und Steuerfrau Marla Bergmann freuen sich über den gemeinsamen Erfolg bei der EM. © Nimanet

Marla Bergmann und Hanna Wille, deren Väter gleichzeitig im 505er vor Hayling Island an der Weltmeisterschaft teilnahmen, haben sich in dieser Saison eine bemerkenswerte Konstanz erarbeitet. Die Steuerfrau sagt: „Wir waren 2026 bei jedem Event in den Top Ten. Wir sind in diesem Jahr bei der WM und bei der Trofeo Princesa Sofía zweimal als Vierte ins Finale gegangen. Jetzt hier bei der EM ist es aufgegangen!“

Harte Bedingungen für die späteren Europameisterinnen zu Beginn vor Eckernförde. © 49ersailing

„Wir waren zum EM-Auftakt auch schon Zweite und hatten dabei krass guten Bootsspeed“, sagte Bergmann. Den entscheidenden Unterschied zu den Kanadierinnen machte sie vor allem in deren Konstanz aus: „Es war beeindruckend, wie die beiden auch in drehenden Bedingungen konstant gesegelt sind.“

Interview vor der Gold-Fleet-Phase:

Los Angeles 2028 rückt nun immer stärker in den Fokus. Marla Bergmann sagt: „Wenn man sich an die Siegerehrung bei Olympia erinnert, wo man gesehen hat, wie die anderen die Medaillen bekommen haben, dann weiß man: Das ist das Ziel!“ Dass sie sich dabei auch im internen Wettbewerb nicht entspannen können, zeigen die weiteren Ergebnisse des deutschen Frauen-Kaders – dem derzeit besten der Welt.

Mit Platz fünf in der offenen Wertung (Rang vier in der EM-Wertung) lieferten insbesondere Sophie Steinlein und Catherine Barthelheimer (Norddeutscher Regatta Verein/Segelclub Inning am Ammersee) eine starke Regatta ab. Sie hatten im dritten Rennen zwar eine gefährliche Unachtsamkeit auf der Ziellinie zu überstehen, als sie ohne Wegerecht ein gegnerisches Boot übersahen und für den viralen Moment der Woche sorgten.

 

 
 
 
 
 
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Aber dann bestätigten sie ihre Zugehörigkeit zur Weltspitze und WM-Platz 5 vom vergangenen Jahr mit einem enormen Schlusspurt.

Die Zweiten und Fünften der offenen Wertung – rechts Steinlein/Barthelheimer. © 49ersailing

Dazu segelten Katharina Schwachhofer und Elena Stoltze (Württembergischer Yacht-Club/Segelkameradschaft Leopoldshafen) in der geschlossenen EM-Wertung auf Platz 13. Auch SailGP-Strategin Anna Barth konnte sich unter 54 Booten aus 25 Nationen mit ihrer Vorschoterin Emma Kohlhof (beide Kieler Yacht-Club) als EM-17. in den Top 20 behaupten.

Das GER SailGP Team Barth/Kohlhoff nach dem ersten Tag im roten Leibchen – hier mit Schwierigkeiten. © 49ersailing

Cheftrainer Dom Tidey, der mit einem Teil der Segelnationalmannschaft gerade für einen längeren Trainings- und Regattablock im künftigen Olympia-Revier von Los Angeles im Einsatz ist, sagt: „Was für eine Woche für das ganze Team! Wir sind wieder Europameister. Marla und Hanna haben ihren Titel mit Stil verteidigt. Und auch Sophie und Cathy haben ihre großartige Konstanz in diesem Jahr erneut unter Beweis gestellt.“

Ergebnisse 49erFX-EM 2026

Die EM der olympischen Skiffjolle fand kurz nach der Kieler Woche in Eckernförde statt. © Nimanet

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