Wal in der Ostsee: Hartwin zurück in Dänemark. Was Segler tun können.

Nichts posten, nichts erzählen

Der Wal, der „Hartwin“ genannt wird, hat die deutschen Gewässer wieder verlassen und wurde weiter nördlich vor Aarhus gesehen. Das ist eine gute Nachricht. Denn nicht auszumalen, er wäre in Deutschland gestrandet. Gönnen wir ihm nun seine verdiente Ruhe. Segler, die gerade unterwegs sind, können  dem Buckelwal dabei helfen. Ein Appell. 

Schiffskontakt. Bild: Stranded no more (Screenshot, nachbearbeitet)

Eigentlich sind solche Bilder ja schön: Vor Aarhus segelt eine Yacht nur wenige Meter neben dem Buckelwal, der inzwischen „Hartwin“ genannt wird. Ob der Skipper den Wal bewusst angesteuert hat oder sich beide zufällig begegnet sind, lässt sich anhand des Fotos nicht beurteilen. Vermutlich hat die Yacht aber nach dem Wal gesucht, weil die gesamte Bucht zu diesem Zeitpunkt voller Boote war, denn die Sichtungsmeldung hatte sich schnell herumgesprochen. Viel wichtiger ist aber etwas ganz anderes.

Bleib bloß aus Deutschland raus!

Dass der Wal wieder weiter nördlich gesichtet wurde, ist zunächst einmal eine gute Nachricht. Nicht unbedingt für seine Überlebenschancen, sondern weil damit zumindest die Hoffnung verbunden ist, dass er Deutschland gar nicht erst erreicht. Denn sollte er hier stranden, droht sich zu wiederholen, was im Mai bereits zu beobachten war: Ein schwer geschwächtes Wildtier wird zum öffentlichen Ereignis. Die Hysterie war jetzt schon wieder kurz davor, auszubrechen. Die üblichen Player brachten sich bereits in Stellung. 

Dabei weisen Meeressäuger-Experten seit Jahren darauf hin, dass die Aussichten für einen Buckelwal, der sich über längere Zeit in der Ostsee aufhält, schlecht sind. Das internationale Strandungs-Expertengremium der International Whaling Commission kam nach der Rettungsaktion im Mai außerdem zu dem Schluss, dass weitere Eingriffe das Leiden des damaligen Wals wahrscheinlich verlängert haben. Das sind Menschen, die davon Ahnung haben und nicht nach Gefühl oder TikTok handeln. 

Wal Hartwin in Aarhus. Screenshot Instagram (nachbearbeitet) Link zum Video.

Sichtkontakt nicht posten

Gerade um solch eine Hysterie zu vermeiden, hier ein Appell an Segler: Sollte dieser Wal zufällig den eigenen Kurs kreuzen: keinesfalls Fotos mit Standortangaben oder gar Live-Positionen in den sozialen Netzwerken veröffentlichen. Jede Meldung spricht sich innerhalb kürzester Zeit herum und lockt Menschen an, die den Wal sehen oder ihm helfen wollen. Dann kommen sie mit Booten und allem was sie haben. Wenn man die Sichtung melden möchte, dann an Behörden. 

Vielleicht besteht die größte Hilfe diesmal gerade darin, nichts zu tun. Den Wal zu beobachten, Abstand zu halten und ihn anschließend einfach weiterziehen zu lassen. Sollte er tatsächlich einen Platz zum Sterben suchen, wird sich das vermutlich sowieso nicht verhindern lassen. Zusätzlichen Stress durch Boote, Schaulustige und gut gemeinte Rettungsversuche dagegen schon. Der Wal weiß, was er tut. Viele Menschen nicht. 

2 Kommentare zu „Wal in der Ostsee: Hartwin zurück in Dänemark. Was Segler tun können.“

  1. Corinna Voit

    sagt:

    Es ist leider wahr, dass es so ziemlich allen Tieren durch den Menschen sauschlecht geht.
    Denken wir dabei bitte auch an unsere Nutztiere, die ungeachtet der Exremtemperaturen weiterhin in die Transporter geladen werden und vielleicht stundenlang leiden. Dabei erreichen die Tiere oft nicht mehr lebend das Ziel und mussten langsam und qualvoll eingehen. Wann wird allen Tieren sinnvoll geholfen, es muss mit Verstand Vieles geändert werden. Allerdings beim Wal Thimmy muss ich sagen,hätte ich es auch so versucht,ihm zu helfen. Immer noch besser, als über Wochen zu sterben, oder die grausamen Optionen, sein Leben zu beenden. Das wäre erst schlimmste Tierquälerei gewesen.Keiner hätte sagen können, ob der Wal dadurch gleich totgewesen wäre. Das wäre noch viel grausamer gewesen, darf gar nicht dran denken.

  2. Yvonne Lindengrün

    sagt:

    Es ist eine Frechheit von euch über Deutschland schlecht zu reden.Man hat alles getan um den Wal Timmy zu helfen. Die Experten wissen bzw wussten auch nicht alles. Und zum Thema Tierwohl da hilft Deutschland wo es kann zb alleine mit Spenden. Tiere werden gefressen, versklavt und ausgebeutet ,darüber solltet ihr berichten. Viele Grüße

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