Der britische Designer Tony Castro hat mit der 68 Meter langen Konzeptstudie SAMY (Sail Assisted Motor Yacht) eine Superyacht vorgestellt, die den Wind als Antrieb nutzen soll – allerdings ohne die klassische Motoryacht infrage zu stellen. Das Konzept setzt auf ein integriertes Segelsystem mit teleskopierbaren Masten und aufblasbaren Segeln.

Die Studie soll offenbar den Nerv einer Branche treffen, die trotz Nachhaltigkeitsdebatten ungebremst wächst. Nach Angaben des Maklers Fraser befinden sich weltweit derzeit mehr als 600 Superyachten über 30 Metern im Bau. Auch das Orderbuch der Werften bleibt nach dem Corona-Boom auf außergewöhnlich hohem Niveau. Vor allem individuelle Neubauten und Explorer-Yachten erfreuen sich ungebrochener Nachfrage.
Wie wenig die Zielgruppe vor hohen Betriebskosten zurückschreckt, zeigt derzeit Fußballstar Neymar. Boulevard-Medien berichten, dass der Brasilianer seinen WM-Frust gerade auf seiner frisch ausgelieferten Explorer-Yacht „Enejota“ verarbeitet. Das rund 20,6 Millionen Euro teure Schiff soll allein für eine Tankfüllung Kraftstoff im Wert von rund 135.000 Euro bunkern können. Hohe Spritkosten scheinen für Käufer dieser Größenordnung kaum ein Kaufhindernis zu sein.

Dennoch versuchen Designer und Werften zunehmend, dem wachsenden Umweltbewusstsein potenzieller Eigner Rechnung zu tragen. Hybridantriebe, Batterien, alternative Kraftstoffe und Windunterstützung gehören inzwischen fast zum Pflichtprogramm neuer Studien.
Tony Castro, einer der führenden Admiral’s-Cup- und Whitbread-Yachtdesigner der 1980er Jahre, der sich längst der Superyacht-Szene verschrieben hat, sieht offenbar einen Markt für den Einsatz von Segelunterstützung.

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