Buckelwal vor Kiel: Behörden bitten Segler um größtmöglichen Abstand

In Ruhe lassen, Stress vermeiden

Erneut wurde ein Buckelwal gesichtet, dieses Mal an der Kieler Förde. Dabei handelt es sich vermutlich um das Tier, welches bereits seit einigen Tagen immer wieder an der Küste auftaucht („Hartwin“). Der Wal ist nach Einschätzung von Meeresbiologen krank und schwach. 

Buckelwal. ©Unsplash

Vor der schleswig-holsteinischen Ostseeküste ist erneut ein Buckelwal unterwegs. Nachdem am Donnerstag Sichtungen vor Heiligenhafen gemeldet wurden, bestätigte das Umweltministerium Schleswig-Holstein am Freitag einen Buckelwal am Ausgang der Kieler Förde. Nach Einschätzung der Behörden handelt es sich vermutlich um dasselbe Tier, das in den vergangenen Wochen bereits vor Schottland sowie mehrfach vor der dänischen Ostseeküste beobachtet wurde und in den sozialen Medien mit dem Namen „Hartwin“ versehen wurde.

Für die vielen Segler und Motorbootfahrer, die am Wochenende auf der Kieler Förde und der angrenzenden Ostsee unterwegs sein werden, richtet das Umweltministerium einen klaren Appell: Das Tier sollte auf keinen Fall verfolgt oder aus der Nähe beobachtet werden. Jeder zusätzliche Bootsverkehr bedeutet für einen möglicherweise geschwächten Wal zusätzlichen Stress.

Nach Angaben des Ministeriums hielt sich der Buckelwal zunächst kurz in flacherem Wasser auf und bewegte sich anschließend wieder langsam in Richtung offene Ostsee. Die Behörden verzichten derzeit bewusst darauf, den Wal enger zu begleiten. Als Begründung heißt es, dichter Schiffs- und Bootsverkehr stelle einen erhebliche Belastung für das scheue Tier  dar und solle deshalb vermieden werden.

Wal bereits vor Heiligenhafen gesichtet

Bereits in den vergangenen Wochen hatten die dänischen Umweltbehörden darauf hingewiesen, dass Aussehen und Verhalten des Wals auf eine mögliche Erkrankung hindeuten könnten. Deshalb wurde auch dort eindringlich darum gebeten, dem Tier nicht zu nahe zu kommen und jede Störung zu vermeiden. Ob es sich bei den Sichtungen vor Heiligenhafen und an der Kieler Förde tatsächlich um denselben Wal handelt, lässt sich bislang zwar nicht mit letzter Sicherheit bestätigen. Größe und Erscheinungsbild sprechen jedoch dafür.

Der Buckelwal hielt sich vor der Kieler Förde auf. © Stephan Boden

Sollte der Wal stranden, sieht sich Schleswig-Holstein nach Angaben des Umweltministeriums vorbereitet. Dafür wurde eine Meldekette eingerichtet, über die Polizei, wissenschaftliche Fachleute und weitere Behörden kurzfristig über das weitere Vorgehen beraten können. Gleichzeitig betont das Ministerium, dass eine Walsichtung allein kein Anlass für Eingriffe sei. Wale seien geschützte Wildtiere und bewegten sich frei durch die Meere.

Hintergrund dieser vorsichtigen Haltung ist auch der Fall des Buckelwals „Timmy“. Das Tier war im Frühjahr unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit aus der Ostsee in die Nordsee transportiert worden. Die Aktion wurde von zahlreichen Fachleuten kritisch bewertet. Wenige Wochen später wurde der Wal tot vor der dänischen Insel Anholt gefunden.

Wer den Wal entdeckt, sollte den Kurs nicht Richtung Tier setzen, sondern ihm möglichst viel Raum lassen. Beobachtungen können aus sicherer Entfernung erfolgen. Je weniger Boote den Wal umgeben, desto geringer ist der zusätzliche Stress für das Tier.

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