Sieg in der TP52 vor Lanzarote: Richomme sucht Erholung – und siegt prompt mit Loïck Peyron

Vom Solisten zum Teamplayer

Yoann Richomme wollte sich zwischen zwei Vendée-Globe-Zyklen eigentlich regenerieren. Stattdessen steigt er als Navigator auf der TP52 „Paprec“ ein – und gewinnt mit Taktiker Loïck Peyron vor Lanzarote ausgerechnet in einer der weltweit härtesten Regatta-Klassen. Der erste französische Gesamtsieg nach 14 Jahren.

Teamarbeit ist angesagt! © paprec

Manchmal findet man Erholung genau dort, wo sie vernünftigerweise niemand suchen würde. Zum Beispiel auf einem 52 Fuß langen Carbon-Projektil, das bei 25 Knoten Wind im engen Pulk auf die Leetonne zurast. Umgeben von Konkurrenten, die mitunter kaum mehr als eine Armlänge entfernt sind. Mit einem Dutzend Hochleistungsspezialisten an Deck, sekündlich wechselnden Zahlen auf den Displays und der Gewissheit, dass ein einziges verpatztes Spi-Bergemanöver genügt, um ein verdammt teures Segel in Konfetti zu verwandeln. Yoann Richomme nennt das eine „erfrischende Erfahrung“.
Der Mann hat schließlich Vergleichsmöglichkeiten. Er wurde Zweiter der jüngsten Vendée Globe, gewann zuvor die Route du Rhum in der Class40 sowie The Transat CIC im IMOCA und gehört längst zur ersten Reihe der französischen Hochseesegler. Normalerweise verbringt er seine Arbeitszeit allein auf einem 60-Fuß-IMOCA, irgendwo zwischen Kap Finisterre und Kap Hoorn, und „segelt dabei in einen Zustand totaler physischer und mentaler Erschöpfung“, wie er das nach der letzten Vendée Globe gegenüber der IMOCA-Klasse einmal erwähnte.

 

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