Sassnitz SailGP Tag 2: Jubelndes Stadion nach GER-Aufholjagd – Fehler bei neuem Manöver

„Wir  haben das Rennen schon gewonnen in meinem Kopf“

Australien bleibt das Maß der Dinge im SailGP. Die Bonds Flying Roos haben den ROCKWOOL Germany Sail Grand Prix in Sassnitz gewonnen. Das deutsche Team hätte trotz Frühstarts fast noch die Sensation geschafft, aber ein Handling-Fehler im letzten Start kostete die Chance.

Nach schlechtem Start ist im letzten Rennen für GER nichts mehr zu holen. © Felix Diemer for SailGP

Vor insgesamt 15.000 Zuschauern an diesem Wochenende entwickelte sich der zweite Renntag vor Sassnitz zu einem der härtesten der Saison. Böen im hohen 20er-Knoten-Bereich und teils kräftiger Regen sorgten für schwierige Sicht und extrem anspruchsvolle Bedingungen. Mehrfach war kaum noch zu erkennen, was wenige hundert Meter weiter auf dem Kurs passierte.

Für das deutsche Team wurde der Sonntag dennoch zu einem besonderen Tag. Es gewann das erste Rennen des Tages und war plötzlich wieder im Rennen um einen der beiden Finalplätze. Dabei begann es den Lauf mit einem Frühstart und musste aus einer vermeintlich aussichtslosen Situation die Aufholjagd starten.

Heil erklärt: „Wir sind zu nah an die Linie gekommen und haben es nicht geschafft, auf dem Foil die Zeit zu verbrennen.“ Gerade bei den starken und wechselhaften Bedingungen sei das Timing schwierig. Die Computerhilfen können dann nur bedingt helfen. „Du musst gucken“, sagte Heil. Man müsse sich stärker am tatsächlichen Wind und am Geschehen auf dem Wasser orientieren. Weniger auf die „Time to Kill“-Anzeige als auf die eigentliche Startzeit konzentrieren.

Team GER und GBR vor den Kreidefelsen. © SailGP

Auch Anna Barth bestätigte, wie schwierig die Startphase bei diesen Bedingungen war. „Wir orientieren uns bei solchen Bedingungen wirklich eher an dem, was wir auf dem Wasser sehen, und ein bisschen auch an den anderen Booten.“ Letztlich gehe es dann wieder um klassisches Segeln: beobachten, verarbeiten und möglichst schnell die richtige Entscheidung treffen.

Perfekter Moment für GER auf der ersten Kreuz im vierten Rennen. Druck und Dreher auf der linken Seite. Von Platz 6 auf 1.

Die Windgötter schienen aber mit dem Heimteam zu sein, als eine Regenwolke über das Feld jagte und die Positionen durcheinanderwirbelte. Erik Heil behielt bei der ersten Leetonnenrundung die Nerven, als Artemis ein Problem mit dem Foil hatte und dabei auch die Amerikaner bremste. Der deutsche Skipper raste durch die aufgehende Lücke und erwischte danach eine perfekte Kreuz. Im richtigen Moment setzte auf der linken Seite Druck ein und ein Linksdreher kam dazu.

Stimmung auf der Tribüne beim zweiten Sieg des GER-Teams:

Der deutsche F50 segelte diesen Vorsprung danach souverän mit riesigem Vorsprung über die Ziellinie und hatte plötzlich nur noch einen Punkt Rückstand auf die Top zwei. Dabei hatte das Team sogar die Australier überholt.

Die Situation nach vier Rennen in Gruppe B.

Das Momentum schien sich zugunsten des GER-Teams gedreht zu haben. Allerdings blieb das Happy End dann im entscheidenden letzten Rennen doch aus. Der Start ging erneut daneben. Die Position im Prestart schien perfekt. Erik Heil sagt im SR-Interview: „Wir haben das Rennen schon gewonnen in meinem Kopf.“ Es musste nur noch die entscheidende Wende in der Startzone funktionieren.

Neue Technik

Mitgliedschaft erforderlich

Sie müssen ein Mitglied sein, um auf diesen Inhalt zuzugreifen.

Mitgliederstufen anzeigen

Already a member? Hier einloggen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert