The Ocean Race Atlantic: 1:0 für Malizia 4 – Boris Herrmanns neuer IMOCA zeigt Stärke

Stunde der Wahrheit

Boris Herrmann ist beim ersten Ocean Race Atlantic bestens aus den Startlöchern gekommen. Die neue Malizia 4 setzte sich auf den ersten Meilen des 3.300-Seemeilen-Sprints von New York nach Lorient auf einem harten Steuerbordschlag hoch am Wind an die Spitze. Die erste Wende saß zwar noch nicht, aber das ist nebensächlich.

Der Start vor New York erfolgte am Mittwoch mit vier Stunden Verspätung. Bei 17 bis 18 Knoten Nordostwind und zunächst rund 0,8 Meter Seegang gingen die sechs IMOCAs auf einen südöstlichen Kurs. Das Wichtigste: Malizia konnte sich beim Bord-an-Bord-Vergleich mit dem ebenfalls brandneuen Konkurrenten DMG MORI Global One in der Luvposition souverän behaupten. Für solche Vergleiche im Racemodus macht diese Regatta Sinn.

Denn genau dieser Zweikampf ist die große Premiere dieser Transatlantik-Regatta: Beide Boote sind die ersten IMOCAs der neuen Generation und stammen aus so unterschiedlichen französischen Konstruktionsschulen, dass möglicherweise ein Konzept klar überlegen ist. Malizia 4 wurde von Antoine Koch gezeichnet, die DMG MORI Global One von Guillaume Verdier.

Vor dem Start hatte Herrmann bereits eine erste Einschätzung geliefert. Nach den bisherigen Tests und Beobachtungen sei die DMG MORI offenbar besonders stark vor dem Wind, während man bei Malizia sehr gute Leistungen am Wind festgestellt habe. Letztere Disziplin stand nun gleich zu Beginn auf dem Prüfstand.

DMG Mori nach dem Start in Lee von Malizia. © Lebec | Team Malizia

Und der erste Eindruck fällt deutlich aus: Beim langen Steuerbordschlag hoch am Wind konnte Malizia DMG MORI auf Distanz halten. Auch beim ersten sogenannten Super Sprint vor dem Start fiel der Vergleich positiv für Boris Herrmann aus. Der Show-Event wurde bei leichtem Wind ausgetragen. Über 20 Minuten musste jedes Boot möglichst viele Seemeilen bei einem selbst gewählten Windwinkel zurücklegen. Malizia kam auf 6,75 Seemeilen und verwies DMG MORI mit 5,99 Seemeilen auf Rang zwei.

Herrmann an seinem neuen Steuerrad.
© Lebec | Team Malizia

In der Nacht entfernte sich das deutsche Boot gut 17 Meilen von dem japanischen, was schon eine echte Ansage ist. Besser im Rennen lag die alte Malizia mit Francesca Clapcich und Will Harris, nur 7 Meilen dahinter. Und nur knapp eine Meile dahinter hielt sich Paul Meilhat mit der Ex-Biotherm, die 2025 so überlegen The Ocean Race Europe im leichtwindigen Mittelmeer gewonnen hatte.

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