Braschosblog: “Best Ager” Mobo Wally Ace für 5,6 Millionen Euro

Coolness Quotient eines Wohnmobils

Aufbau als Expo-Pavillon

Zwischen dem Sideboard-artigen Relingsersatz erhebt sich ein pagodenartiger, panoramaverglaster Aufbau, den man schon von der ersten Flybridge-Wally „Better Place“ kennt. Man kann sich den Aufbau aber auch gut als Rezeption der nächsten Expo 2015 in Mailand vorstellen.

Natürlich hat sich der 56-jährige silver ager Bassani dabei was gedacht. Wie man von Arbeitsbooten wie Hafenschleppern, Lotsenversetzern, Rettungs- und Fischerbooten weiß, sind entgegen der Fahrtrichtung geneigte Frontscheiben äußerst praktisch, und umlaufender Dachüberstand sowieso.

Man hat da besseren Durchblick und an den Seiten müssen die Gardinen nicht so oft zugezogen werden. Unter dem Dachüberstand gibt es schön Schatten, was im notorisch sonnigen Süden ein Kriterium ist. Beim Ankern in Kroatien fächelt der Wind angenehm durch die vorn geöffnete Schiebetür.

Brunchen vor oder hinter der Pagode?

„Man kennt uns bisher für Performance auf dem Wasser“ meint Luca Bassani zu seiner Seniorenwally. „Bei diesem Boot ging es mit zehn bis 15 Prozent mehr Bootsbreite, maximaler Wasserlinienlänge und einem zugunsten der Rauhwassertauglichkeit wie des umbauten Raums angehobenen Freibord um ein Maximum an Komfort für lange Reisen. Man kann damit Tagelang in schönen Buchten bleiben.“

Auf dem Vorschiff gibt’s eine Frischluftlounge mit ringsum geschützen Sitzgelegenheiten. Die wurde im Prinzip schon auf der 36 Meter langen Wally Power eingeführt, als Bassani es mit einem 17 Tausend PS Treibsatz noch richtig krachen ließ. Auf dem angenehm von einer leichten mediterranen Brise befächelten Vorschiff frühstückt oder chillt es sich Welten angenehmer, als auf dem windgeschützt stickigen Achterschiff hinter der Pagode.

Wally mit Wintergarten

Auch das Schlafzimmer im verglasten Wintergarten kennt man schon von Bassanis letzten Segelyacht-Kreationen. Dort war der Salon hinter der blicksicher verspiegelen Heckscheibe untergebracht, mit Zugang zur „Terrace of the sea“ genannten achteren Badeplattform. Man hat von diesem Kingsize-Bett gleich morgens beim Aufwachen einen unverbauten Blick aufs Wasser und der Weg ins Meer ist durch die geöffnete Tür schön kurz.

Das einzige, was man an Bord abends erledigen muß, ist die Proseccogläser und Polster mit rein nehmen und den Geschirrspüler anwerfen. Kennt man ja von zuhause. Und sollte es am nächsten Morgen nach dem Frühstück mit nachgeschenktem Kaffee dann doch etwas langweilig auf der Seniorenwally werden, holt der best ager einfach die Flugmotte aus der Spielzeuggarage hinter der backbord-seitigen Tür und geht ne Runde segeln. Mit Mobos ist es halt wie mit Beton: Es kommt darauf an, was man draus macht.

 

25,85 m lang, 7,75 m breit, 1,75 m Tiefgang (halb beladen), Verdrängung leer/halb beladen 84/94 t, max. Geschwindigkeit 13,3 kn bei 1.800 U/min, 3.000 sm Reichweite bei 12 kn, 5.000 sm bei 9 kn, Glasfaser Sandwichbau, Design: Wally/Allseas/Luca Bassani, zwei 385 Caterpillar Diesel, Bugstrahlruder, Tanks für 15.000 l Diesel und 3.000 l Frischwasser, Stabilisatoren, zwei Seewasserentsalzer für jeweils 180 l/Std., Klimaanlage, Kajüten für eine vierköpfige Crew und zehn Gäste, 5,6 Millionen Euro

Weitere Bilder folgen später

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Erdmann Braschos

Sein Spezialgebiet umfasst Mega-Yachten, Klassiker, Daysailor und Schärenkreuzer. Mehr über Erdmann findest Du hier.

2 Kommentare zu „Braschosblog: “Best Ager” Mobo Wally Ace für 5,6 Millionen Euro“

  1. avatar Klaus sagt:

    Muss das sein? Gibt’s keine Segelboote mehr?

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 10 Daumen runter 10

  2. avatar armchairadmiral sagt:

    Flensburger Herbstwoche, J-24 WM, Swan Worldcup und wir müssen uns das ansehen.
    Bitte keine weiteren Bilder!

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 8 Daumen runter 8

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