Stephan Bodens Kolumne: Warum gilt das Anlegemanöver als Endgegner? Teil 1.

Segelboot liegt längsseits an einem Steg im Hafen, festgemacht mit Leinen und Fendern.
Wenn man erst mal fest ist, gehts. © Stephan Boden

Für erstaunlich viele Segler ist das Anlegen die größte Herausforderung eines Törns. Aber warum eigentlich?

 

Es gibt beim Segeln durchaus Situationen, in denen man ein bisschen nervös und auch hektisch werden darf. Wenn durch eine hinterhältige Böe eine Patenthalse droht, eine gemeine Gewitterfront aufzieht oder eine Wende wegen einer in der Vorluke verklemmten Schot den Bach runter geht. Alles nachvollziehbar. Trotzdem scheint es eine Situation zu geben, die selbst erfahrene Segler regelmäßig ins Schwitzen bringt und für viele als Endgegner gilt: das Anlegen im Hafen.

Irgendwie ist das kurios. Da ist man acht Stunden bei Hack unterwegs gewesen, hat sein Boot sicher durch Wind und Wellen gesteuert, unterwegs ein paar anspruchsvolle Manöver gefahren, toll geroutet und noch zwei Wurstwagen versägt. Und dann steigt ausgerechnet auf den letzten zehn Metern der Puls. Die Gespräche werden kürzer, die Hautfarbe blasser angesichts eines vollen Beckens und aus dem bis eben noch harmonischen Skipperpaar wird eine komplizierte Beziehung, bei der man sich anschreit. Das Anlegen gilt nicht umsonst als Endgegner des Segelns. Nur warum eigentlich?

Ein vielversprechender Geschäftszweig für ein paar Meter im Hafenbecken



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