Abenteuer: Kult-Rennen „Everglades Challenge“ von Coast Guard gestoppt

Zu gefährlich?

135 Segel-, Paddel- und Ruderboote starteten zum 300 Seemeilen Rennen in den Everglades. Sie kamen nicht wirklich weit. Die Küstenwache griff ein nachdem zwölf Boote gekentert waren.

Das Rennen ist längst Kult. Gestartet wird an einem Strand der Tampa Bay in Florida. Danach stehen längere Strecken entlang der Küste im Golf von Mexiko genauso auf dem Programm wie endlos erscheinende Paddeltouren durch die „Kanäle“, Sümpfe und Seegrasfelder der Everglades. Mit Pythons, Alligatoren und Seekühen als treue „Außenbordkameraden“.

Für die 300 Seemeilen lange Strecke des „Everglades Challenge“, die völlig autark, nur mit Vortrieb durch Muskelkraft und Wind und ohne jegliche Hilfe „von außen“ absolviert werden muss, können sich die langsamsten der mitunter skurril anmutenden Gefährte immerhin acht Tage Zeit nehmen.

Diese Konstruktion siegte 2008 © water tribe

Diese Konstruktion siegte 2008 © water tribe

Apropos: Das eigentlich Spannende an diesem Rennen sind die Boote, mit denen sich manche Teilnehmer in das Abenteuer wagen. Vom Serien-Strandkat bis zum speziell für dieses Event gebauten „Segeltretpaddelauslegerexpeditionskajak“ sind die irrsinnigsten Konstruktionen dabei.

Es gilt, zwei Herausforderungen mit einem Boot zu meistern: dank minimalem Tiefgang möglichst rasch durch die flachen, mitunter sumpfigen Gewässer der Everglades zu kommen und dennoch seetauglich genug sein, um vor den Küsten im Golf von Mexiko nicht umgeworfen zu werden.

Und genau daran scheiterte das Rennen in diesem Jahr.

Vier Fuß hohe Wellen zu gefährlich?

Nachdem die Küstenwache 60 Seemeilen nach dem Start zwölf gekenterte Boote und ihre mehr oder weniger hilflos daneben treibenden Skipper aus den Fluten des Golfs von Mexiko retten musste, wollte die „Coast Guard“ kein weiteres Risiko mehr eingehen und beendete das Rennen am ersten Checkpoint (Cape Haze Marina).

Auch hiermit sollen die Chancen nicht schlecht stehen © water tribe

Auch hiermit sollen die Chancen nicht schlecht stehen © water tribe

„Wenn 20 Knoten Windstärke und vier Fuß hohe Wellen schon das Feld dezimieren, wie soll das erst bei den angesagten 30 Knoten und entsprechend höherem Wellengang werden?“ argumentierte der zuständige Offizier der Küstenwache mit Verweis auf eine zu erwartende Schlechtwetterfront.

Zudem hätten einige der dieses Jahr gestarteten Boote einen nur wenig vertrauenerweckenden Eindruck gemacht…

Kenner der Szene vermuten jedoch, dass der wahre Grund für den Abbruch in einer Art „Unstimmigkeit“ zwischen den Behörden und den Organisatoren des „Everglades Challenge“ lag. Seit Jahren schon drängt man die Organisatoren, einen „Marine Event Permit“ zu beantragen, der eine eingehende Prüfung sicherheitsrelevanter Kriterien durch die „Coast Guard“ beinhaltet. „Im Prinzip war diese Veranstaltung illegal“, heißt es dann auch aus Behördenkreisen gegenüber lokalen Tageszeitungen.

Durchaus Raum für Innovatives © water tribe

Durchaus Raum für Innovatives © water tribe

Seitens der Organisatoren des „Everglades Challenge“ wurde in den vergangenen Jahren argumentiert, das „Marine Event Permit“ sei gerade wegen der damit verbundenen, oftmals als übertrieben dargestellten Sicherheitsauflagen (Anzahl Begleitboote, Anzahl Rettungsteams etc.) finanziell nicht tragbar.

Seitdem die Starter des Events jedoch knapp 400 US$ pro Boot und Teilnehmer kassieren, könnten die Gelder durchaus ausreichen.

2013 fuhren die ersten SUPs über die gesamte Strecke Water tribe

2013 fuhren die ersten SUPs über die gesamte Strecke Water tribe

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Michael Kunst

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