Auf den Spuren des Abenteuer-Vaters: 24-jährige Brasilianerin segelt einhand über den Atlantik

Mit Maxi-Yacht für Mini-Preis

Man brauche wirklich nicht viel Geld für die Erfüllung eines Transat-Traums. Lediglich ein wenig Glück und reichlich Vertrauen in sich selbst, behauptet die junge Brasilianeriun Tamara Klink. Miku trank mit ihr in Lorient einen Apèro vor dem Ablegen.

Neulich, im sommerlichen Stadthafen von Lorient. Also nicht dort, wo sich die dicken IMOCA und breiten Ultim aneinander drängen, sondern mitten im südbretonischen Städtchen, wo mehr oder weniger „normale“ Fahrtensegler, Wochenendskipper und Klassiker-Kapitäne ihre Boote und Yachten liegen haben. Kumpel Francois zeigt mir stolz das neu aufgebaute Unterwasserschiff seiner Django 7.50, die er für die Arbeiten auf den „Terre Pleine“, also ins Trockene gekrant hat.

Brasilianerin mit Smartphone vorm Gesicht

Nebenan bastelt eine junge Frau an ihrer 26 Fuß Maxi. Ein betagtes, schwedisches GFK-Fahrtenboot, das man für die südlich Bretagne getrost als exotisch bezeichnen kann. Noch etwas fremdartiger hört sich die Sprache an, mit der die Schwarzhaarige mittlerweile in Richtung hoch gehaltenes Telefon spricht und sich dabei filmt. Sie verbringe mehr Zeit beim Filmen als beim Reparieren, meint Francois lapidar. Und noch ein paar flüchtig aufgenommene Sprachfetzen später bin ich mir sicher, woher sie kommt. „Nix Portugiesin – Brasilianerin!“ raunzt Francois und stellt mich Tamara Klink wenig später zwischen zwei Videoaufnahmen vor.

Um ganz ehrlich zu sein: Es ist immer ein wenig seltsam Menschen zu treffen, die deutlich jünger sind als die eigene Tochter und die im Prinzip genau das leben, was man selbst in dem Alter verdammt gerne gemacht hätte, wofür es jedoch schlicht an Courage fehlte.
Doch was die gerade mal 24-jährige Brasilianerin Tamara Klink mir im Laufe der nächsten Stunde so alles erzählt – mittlerweile sind wir zum Apéro in die „letzte Bar vor der Insel Groix“ umgezogen – ärgere ich mich zum x-ten Mal darüber, warum ich damals, als junger Tatendurstiger, nicht auch…

Im Redefluss

Man muss sich das so vorstellen: Eine junge Brasilianerin redet wie ein Buch ohne Punkt und Komma in sympathisch akzentuiertem Französisch auf einer südbretonischen Bar-Terrasse mit einem deutschen älteren Herrn, der abenteuerliche Geschichten rund ums Segeln liebt. Und der schon nach den ersten Sätzen der Brasilianerin ahnt, dass er hier und jetzt gut bedient wird.

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Michael Kunst

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