Außenbordkamerad: Marlin sticht Schwert durch Rumpf und Matratze – Crew geschockt

Aufgespießt

War es ein Angriff? Ein Schwertfisch rammt seinen Dorn von unten in ein Schiff knapp zwischen die Beine eines schlafenden Crew-Mitglieds.

Das Schwert eines Marlins hat sich durch die Matratze gebohrt. © Atlantic Campaigns

Nach dieser Nacht braucht das Latitude35-Team keinen Kaffee, um wach zu werden. Den Job erledigt der über 30 cm lange Stachel eines Marlins, der sich zwischen den Beinen eines Crew-Mitglieds durch den Rumpf bohrt.

Das 30cm-Horn des Marlins. © Atlantic Campaigns

Der Zwischenfall ereignet sich im Rahmen des Ruderwettkampfes “Talisker Whiskey Atlantic Challenge” von den Kanarischen Inseln in die Karibik, bei der 21 Vierer-Teams über den Atlantik rudern. Der Race-Tracker zeigte plötzlich eine Verlangsamung des auf Platz drei liegenden US-Teams Latitude35 an. Kurze Zeit später klärte das Ruderteam die Umstände auf.

Das Ruderboot des Teams Latitude35. © Atlantic Campaigns

Der Wassereinbruch durch das entstandene Loch sei schnell zu stoppen gewesen, berichtet das Team, aber der Schock saß tief. Die Crew sägte das Horn ab und verschloss das Leck mit Epoxyd-Harz. Die Ruderer haben nach dem Schrecken nun wieder Fahrt aufgenommen und liegen immer noch auf Rang drei. Das Ziel, den Titel ein zweites Mal zu holen – 2016 benötigten sie 35 Tage -, ist allerdings in weite Ferne gerückt. Fast sechs Stunden Zeitverlust stehen durch den Unfall auf dem Konto.

Ein Crew Mitglied inspiziert den Schaden. © Atlantic Campaigns

Ein Angriff?

Die Frage, die sich nach dem Vorfall stellt: War es ein gezielter Angriff?

Marlins gehören zu den größten Fischen der Welt. Ein Tier spielte eine Hauptrolle in Ernest Hemingways berühmtem Kurzroman “Der alte Mann und das Meer”. Sie können bis zu sechs Meter lang und 600 Kilogramm schwer werden und sind mit bis zu 100 km/h die schnellsten Schwimmer im Tierreich. Das Aufspießen des Bootes, als wäre es ein Stück Käse auf einem Pieker, zeugt von der Kraft, die die Raubfische aufbringen können.

Der abgebrochene Marlin-Spike aus der Unterwasser-Ansicht. © Atlantic Campaigns

Bisher ist es sehr selten zu Zusammenstößen zwischen Schwertfischen und Schiffen gekommen. Wissenschaftler, die solche Vorfälle untersuchten, gehen von zufälligen Unfällen aus. Die Tiere springen manchmal unvermittelt aus dem Wasser und offenbar sind sie sich nicht immer bewusst, ob ein Boot im Weg ist.

Dass mit diesen schönen, aber gefährlichen Fische nicht zu spaßen ist, zeigen Erlebnisse, über die Angler berichten. 2013 hätte ein Marlin fast einen seiner Peiniger erwischt (Video).

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