Bootsbau: Schoner “Noelani” von Daimler Boss Zetsche und ex REW-Chef Großmann

Schöner Schoner

Das war eine schwere Geburt. Nach beinahe endlosem Bau segelt die Replik des historischen Fahrtenschoners „Panda“ endlich. Die beiden Segelfreunde Jürgen Großmann und Dieter Zetsche dürften als Auftraggeber des Schiffes tief durchgeatmet haben. Ebenso wie Projektleiter Rainer Hantke und seine Frau Gudrun Wedekind, die zunächst in Holland, dann in der Türkei eine Menge durchmachten.

Noelani

So wurde der Rohbau vor fünf Jahren vor Bodrum aus dem von Rotterdamm kommenden Dockschiff gehoben © Rainer Hantke

Eigentlich sollte der Bau eines solchen Schiffes trotz seines Formats und der Herausforderung, moderne Sicherheitsstandards und heute üblichen Komfort in einem klassisch schlanken Rumpf unterzubringen, keine große Sache sein. So ein Boot würde von Profis etablierter Adressen nach zwei Jahren aus der Halle geschoben.

Sparsame Eigner

Noelani, Zetsche

Endlich fertig: Noelani in Toulon. Im Unterschied zur Germania Replik passt der Wasserpaß zur Schwimmlage © Marine Traffic/Stefane Carriere

Aber die Eigner sind sparsame Leute. Zetsche verdient als Daimler Boss und Großmann als sehr erfolgreicher Unternehmer im Unruhestand eigentlich genug. Doch behält man sein Vermögen bekanntlich eher durchs Behalten als Ausgeben. Das Projekt sollte, obwohl von zwei Eignern geschultert, nicht zu viel kosten.

So entstand der aus Stahl geschweißte Rohbau von Rumpf und Deck nach Sondierungen in Polen bei der van der Graaf Werft, wurde nach Streitigkeiten über die Qualität und Termintreue der ausgeführten Arbeiten im Spätsommer 2008 per Dockschiff nach Bodrum gebracht. Dort sollte das Schiff zügig fertig gestellt werden.

Diese Verlegung der Baustelle gehört aber Hantke zufolge in die Abteilung „vom Regen in die Traufe“. Denn die örtliche Werft in der Türkei sowie die Lieferanten machten dem Projektleiter und seiner Crew das Leben nun richtig schwer mit hinhaltender, überteuerter, schlechter Arbeit, weiteren Schikanen und sogar persönlichen Drohungen.

Noelani, Zetsche

Noelani, die Replik des Alfred Mylne Fahrtenschoners Panda wurde im Spätsommer endlich in Bodrum fertig
© Merijn de Waard/SuperYachtPhoto.com

Die Fertigstellung der „Noelani“ ist wahrlich keine Visitenkarte für den türkischen Bootsbau, auch keine für den Türkeikenner Udo Hinnerkopf, der Hantke Bodrum empfohlen hatte. Wer einmal in der Türkei hinter die Kulissen geschaut hat, weiß, dass es in diesem wunderschönen Revier mit meist liebenswürdigen Menschen eine Dreimeilen Zone von der Küste landeinwärts gibt, wo vor allem das Abzocken beherrscht wird. Man muss arg aufpassen, wo man welche Jobs erledigen lässt.

Mit Elan und Hingabe

Als ich vor einigen Jahren für Hantke anlässlich der „Germania Nova“ unter anderem mit der Recherche yachtbaulicher Einzelheiten des Kruppschen Rennschoners „Germania“ beschäftigt war, lernte ich ihn als freundlichen und beharrlich arbeitenden Mann kennen, der das „Noelani“ Projekt trotz immer neuen Hürden mit Elan und Hingabe vorantrieb.

Noelani, Zetsche

Bisher gab es nur Erinnerungen an das hübsche Schiff und colorierte Pläne wie den Segleriß (hier mit hochgetakeltem Großmast) der Panda © Mylne Classic Yacht Design

Vielleicht war er zu gutmütig, um mit ausgebufften Betriebsleitern und abgekochten Werftinhabern, die bloß Dollar- und Eurozeichen in den Pupillen haben, klarzukommen. Mit wem man es zu tun hat, erfährt man eben leider erst im Alltag auf der (Boots-)Baustelle.

In Kenntnis dieser Umstände ist es ein Wunder, das „Noelani“ überhaupt fertig wurde. Die glänzend weiße Außenhaut gibt eine Idee vom Finish. Die Replik der 1983 in der Karibik ausgebrannten „Panda“, dem größten Schoner vom Reißbrett des schottischen Konstrukteurs Alfred Mylne ist schön geworden. Prima, dass sie nun schwimmt. Sie kreuzt schon vor der Cote d’ Azur.

Im Vergleich zu den Fahrtenyachtkonstruktionen des Mylne-Rivalen Fife ist „Panda“ wie andere Mylne Fahrtenschiffe auch, im Vorschiff etwas fülliger und hochbordiger. Das „kann am Einfluß durch amerikanische Konstruktionen liegen“ wie Hantke vermutet oder daran, das die Fahrtenboote vom Mylne-Kompagnon John Morton James, der 1902 in das Konstruktionsbüro einstieg, gezeichnet wurden. So hat es der vor einigen Jahren verstorbene Kenner David Ryder-Turner einmal erklärt. „Es gab bei Mylne eine Art Arbeitsteilung für Regatta- und Tourenboote.“

Die Geschichte der “Noelani”

Das Original namens „Panda“ entstand 1938 als größter Entwurf des schottischen Yachtkonstrukteurs Alfred Mylne als drittes Mylne-Boot für seinen Stammkunden Captain John Duckworth Hodgson. In den siebziger Jahren galt das Schiff als eine der schönsten Charteryachten der Karibik, wo es 1983 ausbrannte und sank.  Ein Versuch, das Schiff zu retten wurde aufgegeben und das Wrack schließlich in Florida versenkt.

Der Star Clippers Reeder Mikael Krafft ließ daraufhin von Pieter Beeldsnijder einen 35 m langen Stagsegelschoner in Anlehnung an die Panda Linien zeichnen. Das Schiff entstand 1986 bei der Jongert Werft und heißt „Gloria“.

Aus den achtziger Jahren datiert auch Hantkes Bekanntschaft mit Dieter Zetsche. Hantke segelte damals mit einer eigenen klassischen Fahrtenketsch in der Karibik Chartertörns. Seit dem Verlust der „Panda“ lag die Idee, dieses Schiff eines Tages als Replik zu segeln, in der Luft. Dieser Traum wurde nun, drei Jahrzehnte später, Realität.

Die technischen Daten:
Länge über alles: 39 m
Deckslänge: 35,50 m
Wasserlinie: 25 m
Breite: 6,80 m
Tiefgang: 4,24 m

Konstrukteur Alfred Mylne

Alfred Mylne (1872 – 1951) ist neben den William Fife und George Lennox Watson der dritte namhafte schottische Yachtkonstrukteur. Nach dem Studium in Glasgow arbeitet er vorübergehend beim gefragten Yachtarchitekten Watson, wo Mylne mit einem breiten yachtbaulichen Spektrum bekannt wird.

Anlässlich der Amerika Pokal Herausforderung 1895 mit der Watson Konstruktion „Valkyrie III“ begleitet Mylne seinen Chef in die Staaten. Ein Jahr später macht er sich selbstständig. 1906 ist Mylne bei der Formulierung der International Rule bei der maßgeblichen Konferenz in London dabei und zeichnet bald zahlreiche Meterklassen vom 5er bis zum 19er.

Nach Übernahme des Bute Slip and Dock in Port Bannatyne verfügt das rasch um Partner erweiterte Büro über eine eigene Werft. Zu den bekannteren Mylne-Konstruktionen gehören die elegante Motoryacht „Atlantide“, die Zwölfer „Javotte“ und „Jenetta“, die Gaffelketsch „Thendara“ eines derzeit deutschen Eigners und der 1929 für den Hamburger Reeder Erich F. Laeisz entworfene 30er Schärenkreuzer „Pasch“.

Das 1896 gegründete Büro existiert heute noch und bietet auf einer sehenswerten Website neben dem Verzeichnis sämtlicher Mylne-Konstruktionen einen interessanten Blick in die Firmengeschichte.

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Erdmann Braschos

Sein Spezialgebiet umfasst Mega-Yachten, Klassiker, Daysailor und Schärenkreuzer. Mehr über Erdmann findest Du hier.
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37 Kommentare zu „Bootsbau: Schoner “Noelani” von Daimler Boss Zetsche und ex REW-Chef Großmann“

  1. avatar bagatell sagt:

    “ausgebufften Betriebsleitern und abgekochten Werftinhabern, die bloß Dollar- und Eurozeichen in den Pupillen haben”

    Als Bootsbauer weigere ich mich, eine solche Phrase zu akzeptieren und kann sie nur im auf selbigem vorverurteilendem Niveau zurückspielen:
    Ich gehe stark davon aus, daß es bei den Herren Zetsche und Großmann um lupenreine Gutmenschen handelt?!

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    • avatar Heini sagt:

      “Als – TÜRKISCHER ? – Bootsbauer weigere ich mich, eine solche Phrase zu akzeptieren”

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      • avatar bagatell sagt:

        Nein, als deutscher Bootsbauer. Ändert aber nix an der Vorverurteilung.
        …wenn Du jetzt gerne weiter auf diesem Niveau bleiben möchtest, hier die nächste Phrase: Warum lassen die Herren nicht hier bauen? Ist die Qualität in der Türkei soviel besser?

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        • avatar stefan sagt:

          …welcher Werft hierzulande würdest du denn solch ein Projekt in die Hände geben wollen?

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          • avatar bagatell sagt:

            Och stefan. Wenn Du der stefan mit ….ing im Nachnamen bist, dann kennen wir uns schon so lange & dann weist Du viel besser als ich wer das hier alles könnte. Sollte dem nicht so sein, guckste zum Bsp mal hier:http://www.deutsche-yachten.de/ Andere Idee: Warum guckt nicht jemand mal zu Deutschlands ältester Werft Sietas rüber. Nur mal so ins Cyber-Nirvana geworfen.

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        • avatar Thorsten sagt:

          Auch bei den Grosskopfterten gilt nach die Devise “Geiz ist geil” oder wie meine Oma schon immer sagte “Der Teufel scheisst immer wieder auf den grössten Haufen”.

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    • avatar dubblebubble sagt:

      Großmann war ja mal der Don der deutschen Strommafia. Diesem Kapitalisten übelster Ausprägung gönne ich jeden einzelnen Euro den er verliert.

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  2. avatar sven sagt:

    ich finde es echt Klasse, hier erzählt man seinen Kunden was von Made in Germany kaufen ,
    von wegen Qualität bis zur letzten Schraube,

    und selbst rennt man trotz stattlichem Einkommen den Billigheimern hinter her, der Ärger sei Ihnen gegönnt…

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  3. avatar Backe sagt:

    Hallo Erdmann, ich lese ja gerne Deine Artikel über die wie Welt der Reichen und Schönen und die dazugehörigen Schiffchen … Aber die pauschalisierende Formulierung von der “Dreimeilenzone landeinwärts, wo vor allem das Abzocken beherrscht wird” finde ich (ebenso wie bagatell) auf gut Deutsch ziemlich Scheiße.
    (Und nein, Heini, ich bin ebenfalls nicht türkischstämmig!)

    Ich segle seit 2004 in der Türkei, habe dort regelmäßig eine 38′ bzw. nun eine 40′-Yacht warten, reparieren und überwintern lassen, und kann mich nur positiv über die Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Arbeitsethik der Bootsbauer, Mechaniker und Segelmacher vor Ort äußern. Auch von zahlreichen anderen Seglern aus allen möglichen anderen Ländern habe ich kaum mal etwas Schlechtes gehört.

    Ich vermute eher, dass das “Problem” des Noelani-Projektes auf Seiten der (deutschen) Eigner und Projektmanager zu suchen ist. Denn auch ein Türkischen Werftmanager dürfte sich (wie zuvor vielleicht schon der Werftchef in Holland) über einen Auftraggeber ärgern, wenn er eine 39-Meter-Yacht haben, aber nur ein 20-Meter-Yacht bezahlen will …
    Im Übrigen gilt auch auf dem Wasser, wo es keine Bäume gibt: Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

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    • avatar bagatell sagt:

      Jupp -agree!

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    • avatar liebersegeln sagt:

      Da stimm ich Dir zu, Backe, dass das Problem bei den Eignern liegt. In der Wirtschaft diktieren die großen Konzerne die Spielregeln, die kleineren müssen sich in der Regel beugen. Da beide in entsprechend großen und in mehrerer Hinsicht einflussreichen Konzernen sind/waren wissen die wie man Regeln macht. Bei dem Noelani- Projekt haben die Herren wohl vergessen, dass sie als “kleine” Privatpersonen einem Unternehmen gegenüberstehen. (Stellt euch mal vor, die Werft währe auch ohne diesen Auftrag ausgelastet…)

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    • avatar Dock 1 sagt:

      ich kenne Noelani projekt sehr gut.

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  4. avatar RVK sagt:

    Kann mich da Backe nur total anschließen. Alles was ich bisher mit türkischen Betrieben (egal ob maritim oder auch sonst) erlebt habe, war durchaus positiv und empfehlenswert, bzw. auf dem gleichen Niveau wie in Kiel oder Stuttgart! Würde mich auch freuen, wenn Erdmann auf solche Stammtischparolen in Zukunft verzichten würde. Nötig hat er sie gar nicht!

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  5. avatar Segler sagt:

    Allein an der Tatsache, Yachten im Ausland bauen zu lassen, um die Baukosten niedrig zu halten, finde ich nichts verwerfliches. A&R hätte in der Nachkriegszeit sonst wohl kaum so viele Schiffe für das Ausland (USA etc.) gebaut. Das Problem lag wohl eher beim Projektmanagement, das ja Augenscheinlich gleich bei zwei Werften Schiffbruch erlitten hat. Es drängt sich der Windruck auf, dass den Bauherren seitens des Managements hier zu große Versprechungen gemacht wurden, die zu den veranschlagten Konditionen weder in Polen, noch in der Türkei umsetzbar waren. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Bauherren derart intensiv in die Bauplanung eingebunden waren, als dass man ihnen einen Vorwurf machen könnte.

    Alles in allem keine gute Werbung für das Projektmanagement !

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  6. avatar boatswain12 sagt:

    Einen guten Artikel kann man nur mit guter Recherche schreiben, das sollte auch für Erdmann Braschos gelten:
    Die Eigner sind nicht Dieter Zetsche oder Jürgen Grossmann, auch wenn sich das so schön anhört. Bekommt man raus, wenn man mal ins Register schaut….
    Das Boot ist keine Replik, höchstens eine Nachempfindung, das Deckshaus hat eine andere Form und Größe, das Cockpit ist deutlich größer und anders geformt. Wenn der Reporter sich mal die Mühe machen würde, das Originaldesign mit den Fotos zu vergleichen, so würde er es sehen.
    Die Schwimmwasserlinie stimmt nicht, ist auch auf dem Foto zu sehen, das Schiff liegt achtern deutlich zu tief und vorn zu hoch.
    Und abschließend, das Boot ist noch lange nicht fertig, nur aus der Türkei weggeholt worden und “kreuzt nicht vor der Cote Azur” Einfach mal AIS Daten schauen, aber vielleicht ist auch das zu viel…..
    Im Ausland zu bauen ist übrigens seit langem problemlos, wenn man sich kompetenter Bauaufsicht und gutem Projektmanagement bedient.
    Also, wozu der Artikel, wenn er von vorn bis hinten nicht stimmt ?

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  7. avatar Jan-X sagt:

    @boatswain12
    1. Na klar gehört den beiden das: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/koepfe/zetsche-und-grossmann-zwei-wirtschaftsgroessen-ein-hobby/4568328.html. Du gehörst doch nicht zu den Leuten die glauben, ein ‘Trust’ heißt ‘Trust’ weil du dem Klingelschild vertrauen kannst, oder?

    2. Die Erbauer haben gerade bei Mylnes Booten einen großen Spielraum, wenn es um den Nachbau geht. Zitat aus “100 Years of Mylne” der “Classic Boat” von 1996: ‘Alfred Mylne seemed to prefer the purity of linesplans to working on cabin layouts. […] He would put away a roll of about ten drawings for a 65-foot racing yacht [which] typically would include a lines plan, construction plan, a sail plan and perhaps [!] a deck plan […]. Unlike modern builders, he did not have to draw out a skylight or a fore-hatch. A rectangle on the deck and a few quiet words with an experienced builder would do the trick’.

    Wahrscheinlich ist: Es hat für Cockpit und Deckshaus nie einen Plan gegeben. Dafür spricht auch der Sailplan im Artikel. Solange man nach Linesplan und Sailplan baut würde ich sagen: Mylne.

    3. Der Wasserpass passt. Schau noch mal auf den Sailsplan oder auf die Segelpläne der meisten damaligen Konstrukteure: Das ist keine gerade Linie, sie folgt dem Sprung und ist vorne dicker. Machen einige heute noch so – Perry z.B. Kein Mensch hätte früher so exakt errechnen können wo die Linie liegen würde, weil – siehe 1 – der Designer sich oft gar nicht so sehr dafür interessiert hat, welches Interieur die “Schiffszimmerer” da reinbauen (geschweige denn welches Holz die dafür aus Gottweiß-welcher-Kolonie gerade kriegen konnten).

    4. Ob es kreuzt oder segelt oder planscht – es schwimmt ganz offensichtlich vor der südfranzösischen Küste rum.

    5. Problemlos my ass. Aber ja. Ich denke auch, das Projektmanagement musste sicher viel erklären. Aber zeig mir mal den PM, der den Kasko dann noch zu einer DRITTEN Werft bringen lässt. Da musst du schon sehr weit über deinen eigenen Schatten springen und sehr, sehr geduldige Auftraggeber haben. Und dafür sind DAX-Manager ganz sicher bekannt…

    Und ja, vielleicht gibt es den einen oder anderen auf der Werft, der genau damit kalkuliert. Trotzdem, Erdmann: Das mit der Drei-Meilen-Zone wär nicht nötig gewesen. Und bei der FAZ hättest du das entweder so erst gar nicht eingereicht oder ziemlich schnell zurückbekommen mit der Bitte, leichte Korrekturen vorzunehmen

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  8. avatar x-claim sagt:

    Und Großmann war auch nicht bei REW, sondern bei RWE, was es jedoch auch nicht besser macht!

    Wenn du dem Link oben “Segelfreunde” folgst dann kommst du zum Handelsblatt online, dort wurden Zetsche und Grossmann zu dem Projekt befragt.

    Keine Idee, wer im Register als Eigentümer eingetragen ist – evtl. ein Steuersparkonstrukt? Das Schiff wurde wohl auf deren initiative und mit deren Geld gebaut…

    Wobei mir auch das egal ist, denn sympatischer wird mir dadurch keiner von beiden.

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  9. avatar bagatell sagt:

    Mittlerweile wird Erdman’s Artikel fachlich ja erstklassig vervollständig.
    Danke dafür!
    Oberklasse wäre, wenn Erdman sich dazu äußern würde!
    Mach was! Niveau ist vorhanden.

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    • avatar Backe sagt:

      Das wird nicht passieren, und ist m.E. auch nicht notwendig. Denn Erdmann kann, wenn er weiter Zugang zu Yachten in diesem Preissegment bekommen möchte, um darüber zu berichten, nicht deren Eigner in die Pfanne hauen.
      Er sollte es sich allerdings auch verkneifen, sich zum Sprachrohr etwaiger geschäftlicher Animositäten solcher Eigner machen zu lassen – vor allem, wenn das Behauptete (hier die Schmähung der türkischen Werft, bzw. einer ganzen Region als Abzocker) nicht en Detail und stichhaltig im Artikel dargelegt wird.

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  10. avatar AC 90 sagt:

    Bin gerade auf einen Erdmann Braschos Bericht vom 11.04.2012 gestoßen, wo Noelani als Nachbau des Schoners Ingomar verkauft wird. Was ist denn jetzt richtig, Panda oder Ingomar? Und wenn´s doch Panda ist, wird Ingomar woanders doch nachgebaut?

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  11. avatar bagatell sagt:

    Wer redet von “in die Pfanne hauen”? Kein Mensch.
    Es geht um objektiven, neutralen Sachverstand. Oder eben kein Sachverstand.
    Und um guten Journalismus oder Blödzeitungs-Niveau. Aber das hatten wir ja weiter oben schon…..

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  12. wir kennen uns – es gab ja mal vor vielen Jahren eine Begegnung, an die ich mich erinnere. Dein Segel-Reporter ist eine interessante Seite. Gratulation. Es gibt nicht viele Kollegen, die einen so professionellen Auftritt haben.

    Um so erstaunter bin ich Deinen Bericht über die NOELANI zu lesen. Ich habe ja die ganze Geschichte von der ursprünglichen Anfrage “Mastbau in der Türkei” bis zur Entscheidung, das Projekt hierher zu verlegen, mitbekommen und kenn recht viele der Geschichten, die in den fünf Ausbau-Jahren hier aufgelaufen sind. Leider finde ich Deinen Artikel über all dies ziemlich einseitig recherchiert.

    Du hättest ja auch mal mich fragen können. Irgendwie habe ich das Gefühl, da hat sich ein Reporter zum Sprachrohr eines Frustrierten instrumentalisieren lassen, der hier als „Türkenhasser“ bekannt ist und damit keine sehr gute Figur gemacht hat. Wie Backe sinngemäß formuliert: Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es zurück. Genau: Rainer Hantke hat die meisten seiner Probleme sich selbst und seinem Auftreten hier zuzuschreiben. Leider hast Du seinen Hasstiraden kritiklos geglaubt und, was ja nicht gerade sehr reporter-like ist: diese auch noch teils wortwörtlich übernommen.

    Schade, Du hättest aus dem NOELANI-Bau eine spannende Story machen können, wenn Du nicht so einseitig blind vorgegangen wärest. Wirklich schade.

    Sonnige Grüße aus Bodrum
    Udo Hinnerkopf

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    • avatar Erdmann sagt:

      Hallo Udo Hinnerkopf,

      etwa zeitgleich mit Deinem Kommentar habe ich eine Email von Dir erhalten, in der es abschließend wörtlich heißt:

      „Es gibt nun zwei Möglichkeiten der Klarstellung:

      1. Du veröffentlichst im Segel-Reporter eine von Dir sorgfältiger recherchierte Gegendarstellung.

      2. Ich veröffentliche diese stattdessen im Insider mit allem was ich mitgekriegt habe und weiß.“

      Udo, ist Dir unbenommen, Deine Sicht am besten hier in der Kommentarspalte auf SR zu veröffentlichen. Meinetwegen „mit allem was Du mitgekriegt hast und weißt“.

      Unklar ist mir, was der drohende Charakter Deiner Zeilen bewirken sollte. Aber vielleicht verstehe ich das ja dann nach Veröffentlichung Deines Kommentars.

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    • avatar Backe sagt:

      Lieber Udo, lieber Erdmann,
      Ihr seid beide prominente, vor allem aber in Eurem Wirken WICHTIGE Protagonisten der deutschen Segelszene. Ich dürfte nur einer von Tausenden sein, der sehr große Stücke auf Eure Meinungen, Anregungen, Expertisen und fachliche Hinweise hält.
      Jeder von Euch beackert sein Eigenes Gebiet, auf dem Ihr Informationsquelle und Inspiration für Eure Leser / Follower seid. Ihr seid Profis. Wenn es, wie in diesem Fall, in der Schnittmenge Eurer Arbeitsfelder, zu Irritationen und inhaltlichen Differenzen kommt, solltet ihr das tun, was Profis in so einem Fall tun: die Missverständnisse und Versäumnisse ausräumen – bevor es zu einem öffentlich ausgetragenen Schlagabtausch mit u.U. unschöner Wortwahl und Kratzern im Freibord kommt.
      Sowas tun nur wir Amateure … :.)

      In diesem Sinne freue ich mich auf die “wahre Geschichte” der Noelani, hier auf SR, von zwei Seiten beleuchtet und geschrieben von Udo Hinnerkopf und Erdmann Braschos.
      Danke dafür!

      Jan

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  13. avatar bagatell sagt:

    Backe, Udo, Erdmann: ich find’s, um ehrlich zu sein, immer noch Scheiße.

    Persönliche Befindlichkeiten.

    Gutmensch: Zetsche, Mittelmensch: Erdmann und Udo als auch gern Bootsbauer, Backe als Underdog akzeptierter.

    Sind wir (ich) als Bootsbauer ja prima fein raus.

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  14. avatar Thom sagt:

    Auch wenn es hier eine ziemlich heiße Diskussion gibt im Moment, möchte ich mich doch für den interessanten Artikel bedanken. Ich fand ihn sehr informativ. Bin gerade mit einem türkischen Yachtcharter Unternehmen (http://www.phoenix-yachting.com/) unterwegs in Bodrum, das passt dann also ja.

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  15. avatar Udo Hinnerkopf sagt:

    Hallo Erdmann,

    ich finde, Jan Backe hat recht: wir sollten unsere privaten Querelen nicht öffentlich austragen. Nur noch so viel: Ich bin bei meinem etwas harschen Kommentar davon ausgegangen, dass Du Dich zur Speerspitze einer Kampagne von Rainer Hantke hast instrumentalisieren lassen. Die hat er mir gegenüber gegen die “Bodrumer Bootsbau-Mafia” (mich eingeschlossen) angekündigt. Diese werde in der internationalen Yachtrpresse erscheinen, wenn er mit dem Schiff die Türkei verlassen habe.

    Warum er mich in der Kampagne ebenfalls anprangern wollte, ist mir unklar. Wahr ist, dass ich ihm weder zur Türkei noch zur Bodrumer Werft EGE Yat geraten, sondern lediglich auf seine Bitte einen Kontakt zu einem Bodrumer Mastbauer hergestellt habe. Danach habe ich das Projekt mit großem Interesse beobachtet, mehr nicht. Rainer ist der Typ, der eigene Fehler offenbar gerne anderen in die Schuhe schiebt. Die Türkei, der Bauplatz Bodrum und die Werft waren allein seine Entscheidungen – nach drei Besuchen und vielen Gesprächen hier – ohne meine Beratung oder Beteiligung.

    Nach verschiedenen Erkundigungen bin ich mir jetzt sicher, dass Dein Bericht (mit einigen Recherche-Schwächen), ausschließlich auf Deine Initiative entstanden sein kann und nicht Teil der von ihm angekündigten Kampagne ist. Deshalb nehme ich meinen zu harschen Kommentar zurück. Wegen mir kannst Du ihn aus Deinem Blog entfernen.

    Grüße aus Bodrum Udo Hinnerkopf

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  16. avatar bagatell sagt:

    Piep piep piep, wir ham uns alle lieb.

    So einen Bullshit hab ich schon lange nicht mehr gelesen.

    Einer von Euch Schreiberlingen oder Charterfuzzis je eine Gesellenprüfung im Bootsbau, sogar Meisterprüfung abgelegt? Schiffbautechnik studiert mit Schwerpunkt Yachtkonstruktion?
    Southampton Institute besucht?
    Verstehe: wenn ihr nicht richtig bewertet sind vorangenannte Berufe ein Nichts.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 1 Daumen runter 9

    • avatar Backe sagt:

      @bagatell: Nun hör mal auf, dir selber leid zu tun.
      Wenn Du möchtest, dass mehr über deutsche Bootsbauer, ihre Qualifikationen, Projekte und Werftbetriebe bekannt wird, dann setzt dich hin und schreib was drüber. Ich bin mir ziemlich sicher, dass – halbwegs journalistische Qualität vorrausgesetzt – Segelreporter nicht zögern wird, einen oder mehrere Artikel zu veröffentlichen.

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      • avatar bagatell sagt:

        Hast ja recht.
        Aufregung und Unmut sind nun auch verpufft und Adrenalien wieder unten.

        Und die Anregung ist aufgenommen. Dafür 1 “Like”!

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        • avatar Backe sagt:

          Like zurück fürs verpuffen ;.)

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          • avatar Erdmann sagt:

            Nachdem sich die Gemüter beruhigen melde ich mich mal.

            a) Bagatell, Backe und Jan-X: Ihr habt mit Eurem Hinweis Recht, das meine generelle Warnung vor türkischen Bootsbaubetrieben anhand der skandalös hinhaltenden und erschwerten Fertigstellung des „Noelani“ Rohbaues in Bodrum überzogen war. Das habe ich zu pauschal formuliert.

            b) Ich finde die missgünstigen Äußerungen und den hier bekundeten Sozialneid über die Eigner befremdlich. Schaut Euch doch bitte einmal die Biografien von Großmann und Zetsche an, ganz unabhängig davon, ob Ihr die Herren mögt oder nicht. Dann seht ihr, das die ziemlich selfmade sind: Studienstiftung, Sanierung der Georgsmarienhütte, Chrysler beispielsweise. Jetzt sind sie in der Lage, sich ein schönes Schiff mit klassischen Linien nach historischem Vorbild bauen zu lassen.

            Das würden wir als begeisterte Segler doch auch tun, wenn wir die Möglichkeit dazu hätten oder?

            c) Boatswain 12: Aus dem Ton und Inhalt Deines Kommentars schließe ich, das Du irgendwie am Projekt beteiligt warst, da frustriert herausgegangen bist – und hier einfach mal als Insider – natürlich anonym, denn sonst bräuchte es ja Hintern in der Hose – Dein Mütchen kühlen wolltest.

            d) Backe: Deine Vermutung, ich würde bei den Eignern „schleimen“, um über ihre Schiffe schreiben zu dürfen ist naheliegend, weil branchenüblich, aber quatsch. Ich arbeite unabhängig und manchmal – wie bei „Noelani“ – sogar zur Überraschung der Projektleiter. Ich verfolge manche Themen über einen langen Zeitraum. Viele meiner Artikel wie beispielsweise die Einblicke in yachtbauliche Einzelheiten der „Hetairos“ erfolgen unter erschwerten Bedingungen.

            e) Doch zurück zu meinem Beitrag über den erschwerten Bau der „Noelani“. Was war nun der Skandal beim Bau dieser Yacht?

            1. Wenn ein Betrieb wie van der Graaf in Holland einen Auftrag zur Fertigung des Kasko der „Noelani“ annimmt, diese Arbeit teils mangelhaft und nicht wie gezeichnet ausführt und während dessen die Arbeit an einem anderen Schiff, der „Atlantic“ für Landsmann Ed Kastelein vorzieht, dann ist das sehr ärgerlich. Darüber hatte ich bereits hier auf SR in „Schöne Schoner“ berichtet.

            Wenn dieser Betrieb sich dem absehbaren Schadensersatz mit dem Trick einer vorgezogenen Auslieferung der „Atlantic“ zwecks schnellstmöglicher (Proforma?) Schließung des als einer Art GmbH firmierenden Unternehmens zu entziehen versucht, dann ist das in meinen Augen eine Gaunerei, von der die Öffentlichkeit erfahren sollte.

            Ich nehme an, die HISWA hat sich als zuständiger Verband damit bereits beschäftigt oder nimmt den Artikel zum Anlass, dieses einmal zu tun.

            2. Wenn das Kasko nun einer Empfehlung folgend in die Türkei gebracht wird und die Arbeiten dort fünf Jahre dauern, weil sich die Projektleitung einem Mix aus überzogenen Forderungen, Drohungen und hinhaltender Arbeit konfrontiert sieht, das finde ich das ebenfalls skandalös.

            Es spielt meiner Ansicht nach keine Rolle, wer der Auftraggeber ist. Siehe auch meinen Beitrag über den vermurktsen Carbomare Werftbau, nachzulesen hier auf SR. Titel: „Die Rettung des Blasenkreuzers“.

            f) Gudrun Wedekind und Rainer Hantke sollten den zuständigen Stellen (z. B. der örtlichen Handelskammer oder dem türkischen Bootsbauerverband, soweit es solche Einrichtungen in der Türkei gibt und dort Aussicht auf eine unparteiische Prüfung besteht) eine Chronik oder ein Dossier über die Angelegenheit zukommen lassen. Dieses könnte auch veröffentlicht werden, damit anderen Eignern/Projektleitern solch ein Abenteuer getoppt von dem Spruch „Willkommen im Club“ erspart bleibt.

            g) Wer in der Branche kennt sich genug aus, macht sich die Mühe und hat die Courage, solche Themen aufzugreifen?

            Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 1

  17. avatar Dock1 sagt:

    ich kenne Noelani projekt sehr gut.

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  18. avatar Dock1 sagt:

    Es sind drei Eigner zwei Deutsche und ein Amerikaner.

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