Bootsdesign: Knapp eine Millionen Euro für Edel-Tender „Kormaran“ aus Österreich

Fliegendes Beiboot

Jetzt heben auch die Tender ab © kormaran

Jetzt heben auch die Tender ab © kormaran

„Kormaran“-Konzeptstudie und -Prototyp aus Österreich zeigen die Zukunft des Beibootes. Spannende Mischung aus Trimaran-Raumwunder, stabilem Einrumpfer und Foil-Rakete

Nein, wir wissen auch nicht wo das noch enden soll. Alle Welt will auf Foils unterwegs sein. Surfer, Kiter, Tri- und Katamarane in allen Größen, Einrumpfer … und jetzt eben auch Tender, vulgo: Beiboote.

Um ganz ehrlich zu sein: Die vorliegende Konzeptstudie und ihr Prototyp „Kormaran“ sind von der gängigen Vorstellung eines Tenders ungefähr so weit entfernt wie… aber lassen wir das. Viel wichtiger ist, dass diese „Vision mit bleibendem Wert“ (O-Ton der Kormaran-Website) ein Potential zeigt, das dann doch erstaunen mag.

Im Kat-Modus © kormaran

Im Kat-Modus © kormaran

Von all’ den immer wieder auftauchenden Studien, Skizzen, Projektideen hebt sich „Kormaran“ schon dadurch ab, dass ein Prototyp derzeit bereits auf Ausstellungen zu sehen ist und erste Käufer bereits orderten.

Von Probefahrten haben wir übrigens noch keine Bilder ausfindig machen können. Es soll aber noch Feintuning-Bedarf geben.

Das Konstrukt sieht aus, als wäre es für „Batman – Teil 17“ ausgedacht worden (über Schönheit lässt sich bekanntlich bestens streiten), zeigt aber im Detail höchst spannende Ansätze.

Im Prinzip hat der „Kormaran“ eine Multirumpfform – was wörtlich zu nehmen ist. Als breiter Trimaran bietet er im Bademodus reichlich Platz zum Darniederliegen (zur Zielgruppe werden wir später noch ein paar Zahlen nennen) und eine gewisse Stabilität in sich. Wie sie nun mal Mehrrumpfern zugesprochen wird.

Armaturenbrett im Formel-Stil © kormaran

Armaturenbrett im Formel-Stil © kormaran

Während der Fahrt (am besten, nachdem die Sonnenbadenden wieder im Cockpit Platz genommen haben), können die Schwimmer ein wenig eingeklappt werden – schon ist der „Kormaran“ ein Katamaran. Um ein vollständiges, fast schon klassisch anmutendes Einrumpf-Sportboot daraus zu machen, müssen die Schwimmer ganz an den Rumpf geklemmt werden. Sieht dann nicht gerade schnell aus.

Abwarten: Wenn der Hebel auf den Tisch gelegt wird, hebt sich der „Kormaran“ auf seine Foils und entfleucht auf diesem Wege lästigen, weil bremsenden Wellen, um im Höchsttempo über die See zu rasen.

Dabei schiebt das 500 PS starke Antriebsaggregat (3x Strahlantrieb) das 1.500 kg leichte Konstrukt aus Kohlefaser zu einer Höchstgeschwindigkeit über Wasser von 70 km/h, was 38 Knoten entspricht. Bei einem Tankvolumen von 3 x 30 Litern Treibstoff kommt man damit bei High Speed genau 108 Seemeilen weit (nach Herstellerangaben).

Das Deck (des Trimarans) ist selbstredend aus Teakholz (schwarz verfugt!), das Leder der Sitze ist Boxmark Xtreme, und, nein, man braucht natürlich nicht in die Konstruktion von oben herein zu klettern – Flügeltüren erleichtern den Damen und Herren den seitlichen Einstieg in die Rakete.

Kormaran-Geschäftsführer Dr. Oliver Kormann bei der Vorstellung der Weltpremiere © kormaran

Kormaran-Geschäftsführer Dr. Oliver Kormann bei der Vorstellung der Weltpremiere © kormaran

Um ganz ehrlich zu bleiben: Selbst als überzeugter Laser-Masters-Segler würde ich mit so nem Teil gerne mal schnell rüber zum Mutterschiff brettern.

Bleibt nur noch hinzuzufügen, welchen Preis die drei Kunden bezahlen, die erste Modelle bestellt haben: 972.500 Euro – pro Stück.

So verlieren die (vom Hersteller genannten) Entwicklungskosten in Höhe von zehn Millionen Euro durchaus an Brisanz. Denn zur Amortisierung dieser eingesetzten Summe dürfte es nun wirklich genügend Yachteigner geben, für die ein derartig schickes Beiboot in Zukunft „zum guten Ton“ gehören wird.

Webiste „Kormaran“, Österreich

Schöne 360°-Darstellungen in jedem Aktionsmodus

Kormaran im Bademodus © kormaran

Kormaran im Bademodus © kormaran

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Michael Kunst

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5 Kommentare zu „Bootsdesign: Knapp eine Millionen Euro für Edel-Tender „Kormaran“ aus Österreich“

  1. avatar Kluchschieter sagt:

    weis noch nicht ob ich das jetzt potentiell cool oder doch zu schräg finde. Erinnert mich sehr daran:

    http://www.youtube.com/watch?v=wObflyTPLvM

    Schön ist jedenfalls anders. Eine Kiel Classic schafft – richtig motorisiert – auch 38kts

    Und: der hat doch nen Waterjet Antrieb.Wo saugt der das Wasser an wenn er auf die Foils geht? (Habe ich ich in dem Video auch nicht wirklich verstanden)

    Ne KC wäre mir jedenfalls lieber.

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  2. avatar x-claim sagt:

    Außenborder tut es doch auch evtl. ein Langshafter…

    Exklusiv beim “Kormoran” ist evtl. das Design und natürlich der Preis 😉

    Pionire: https://www.youtube.com/watch?v=Va1bM3hE9yc&src_vid=wObflyTPLvM&feature=iv&annotation_id=annotation_108688

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  3. avatar ingo sagt:

    design für segler, von segler? wohl eher von seiner mama!

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  4. avatar ingo sagt:

    von und für seine mama

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  5. avatar Ketzer sagt:

    Tragflügelnde, kleine Motorboote waren in Rußland früher ganz üblich, keine Ahnung, wieso das wieder in Vergessenheit geraten ist.

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