Als Carlo Borlenghi begann, Regatten zu fotografieren, war Segelfotografie kaum ein Beruf. Als der Italiener nun im Alter von 70 Jahren gestorben ist, gehörte er zu den letzten seiner Art.

Mit dem Tod des Italieners verliert der Segelsport den Mann, der über Jahrzehnte geprägt hat, wie diese Sportart aussieht. Millionen Segler kennen seine Bilder. Kaum ein anderer Fotograf hat das visuelle Gedächtnis des modernen Segelsports so nachhaltig geprägt wie Carlo Borlenghi.
Sein Weg dorthin begann unspektakulär. Geboren 1956 in Bellano am Comer See, wuchs er mit dem Segelsport auf. Während andere selbst aufs Wasser gingen, interessierte ihn zunächst das Geschehen durch den Sucher einer Kamera. Er fotografierte die Regatten auf seinem Heimatsee, studierte eigentlich Ingenieurwissenschaften in Mailand und hätte ebenso gut eine ganz andere berufliche Laufbahn einschlagen können. Doch seine Bilder fielen auf. Aus kleinen Regatten wurden nationale Veranstaltungen, schließlich internationale Aufträge. Anfang der 1980er Jahre war Borlenghi dort angekommen, wo sich der professionelle Segelsport gerade neu erfand.

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