Coronamaßnahmen weiter gelockert: Saison in Holland kann auch für Deutsche starten

Immer mehr Häfen öffnen wieder

Die umstrittene Quarantäneverordnung soll jetzt bundesweit wegfallen. Einem langen Wochenende auf dem Boot steht für Holland-Segler nun (kaum noch) etwas im Wege.

Woudsend

Nachdem das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen die 14-tägige Quarantänepflicht für Einreisende aus dem EU-Ausland kassiert hatte, zog Nordrhein-Westfalen heute nach. Auch bundesweit soll die umstrittene Regelung jetzt aufgehoben werden.

Gerade für Eigner, deren Boote in Holland liegen, war die Verordnung ein Dorn im Auge. Bisher galt, wer länger als 48 Stunden im EU-Ausland weilte, musste sich bei seiner Rückreise unmittelbar in seine Unterkunft begeben, das zuständige Gesundheitsamt informieren und sich 14 Tage lang isolieren. In Nordrhein-Westfalen galt immerhin zuletzt eine Frist von 72 Stunden für Auslandsaufenthalte. Seit Mitternacht gilt diese nicht mehr. Die restlichen Bundesländer sollen nach Empfehlung des Innenministers Horst Seehofer (CSU) ebenfalls nachziehen. Er schlug vor, die Regelung nur noch bei Einreisen aus Drittstaaten anzuwenden.

Es gilt allerdings noch immer die allgemeine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Auch an der Grenze zu Holland bitten Hinweisschilder weiterhin darum, von nicht notwendigen Reisen abzusehen.

Himmelfahrt vor der Tür

Doch das Ende der Quarantäne-Verordnung kommt genau richtig. Das Himmelfahrtswochenende möchten viele Segler für die ersten kleinen Touren im Nachbarland nutzen. Gerade in den Niederlanden ein wichtiger Termin. So wundert es auch nicht, dass viele Häfen in den Niederlanden jetzt wieder für Gäste öffnen. So haben beispielsweise die Häfen auf den Wattenmeerinseln seit heute wieder offen. Eigentlich sollten sie auch bis zum 1. Juni 2020 geschlossen bleiben.

Die Öffnung erfolgt allerdings unter strengen Auflagen. So müssen sich Gäste mindestens einen Tag vorher anmelden, denn die Kapazitäten werden nur zu weniger als der Hälfte genutzt. Die vorherige Anmeldung gilt übrigens offiziell nicht als Reservierung. Auch das Liegen im Päckchen ist weiterhin untersagt. Die sanitären Einrichtungen bleiben ebenfalls weiter landesweit geschlossen.

Daher dürfen nur Boote als Gastlieger übernachten, die entsprechende Versorgungseinrichtungen an Bord haben. Einige Häfen befinden sich im Austausch mit der Gemeinde, um eine Lockerung dieser Regelung zu ermöglichen. Beispielsweise durch mobile Dusch- und Toilettencontainer, die den Mindestabstand von 1,5 Metern gewährleisten sollen.

Interaktive Hafenkarte

Zur Planung für den nächsten Hollandtörn hat das niederländische Segelmagazin Zeilen eine interaktive Karte erstellt, in der vermerkt ist, welcher Hafen für Gastlieger geöffnet und welcher geschlossen ist. Die roten Punkte nehmen immer weiter ab. Die Terrassen der Restaurant dürfen auch wieder öffnen, sodass zumindest die erste Portion Bitterballen des Jahres gesichert ist.

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