DGzRS Rettungseinsatz: Vier Segler vor Norderney aus Lebensgefahr befreit

Kinder und Kuscheltiere

Vier Segler verdanken den Seenotrettern der Station Norderney wahrscheinlich ihr Leben: Vor der ostfriesischen Insel waren sie mit ihrer Gaffelketsch zunächst festgekommen. Wenig später lief ihr Zweimaster bis zur Wasserlinie voll.

Mit dem Seenotrettungskreuzer HANS HACKMACK der DGzRS haben die Seenotretter vor Norderney vier Segler in der gefährlichen Brandungszone aus Lebensgefahr befreit. © Eilbertus Stürenburg

Mit dem Seenotrettungskreuzer HANS HACKMACK der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) brachten die Seenotretter die vierköpfige Besatzung wohlbehalten an Land.

Gegen 18.50 Uhr empfingen sowohl die Seenotküstenfunkstelle BREMEN RESCUE RADIO der DGzRS als auch der zurzeit auf Norderney stationierte Seenotrettungskreuzer HANS HACKMACK über den international einheitlichen UKW-Sprechfunk-Anruf- und -Notruf-Kanal 16 eine Dringlichkeitsmeldung einer englischen Gaffelketsch: Diese war im Seegatt Schluchter nordwestlich der ostfriesischen Insel mit vier Menschen – zwei Erwachsenen und zwei Kindern – an Bord festgekommen. Sofort machten die Seenotretter die Leinen los und nahmen Kurs auf den Zweimaster mit Holzrumpf.

Als sie vor Ort – etwas südwestlich der Tonne D5/S8 – ankamen, versuchten die Seenotretter zunächst, in der gefährlichen Brandungszone eine Leinenverbindung herzustellen: ein schwieriges Unterfangen bei Nordwind der Stärke 5 und einem Seegang von bis zu zwei Metern. „Der Havarist lag quer zur See und wurde immer wieder von den Wellen überspült – das Wasser lief so über Deck“, beschreibt Vormann Tobias von Fromberg die Situation. Dennoch gelang es der Besatzung der HANS HACKMACK schließlich, die Leinenverbindung herzustellen. Aber die Klampe, an der die Schleppleine auf dem Segler belegt war, riss beim Antauen aus ihrer Verankerung.

Um näher an den Zweimaster zu gelangen, setzten die Seenotretter das Tochterboot EMMI aus. Fast zur selben Zeit sendete die Besatzung der Gaffelketsch plötzlich einen Mayday-Ruf aus – das Signal für unmittelbare Lebensgefahr. Die Lage an Bord hatte sich dramatisch zugespitzt: Mittlerweile war der Havarist bereits bis zur Wasserlinie vollgelaufen. Ob ein Leck oder das überschlagene Wasser dafür ursächlich war, war für die Seenotretter bedeutungslos. Für sie zählte in diesem Moment nur: Sie mussten die sich in Lebensgefahr befindlichen Segler so schnell wie möglich vom Havaristen herunterholen und in Sicherheit bringen.

Mit dem Tochterboot gingen die Seenotretter bei dem Zweimaster längsseits. Eilig nahmen sie die zwei Erwachsenen und die beiden Kinder samt Kuscheltier an Bord. Alle waren sichtlich geschockt, aber unverletzt geblieben. Die HANS HACKMACK nahm ihr Tochterboot wieder an Bord und lief den sicheren Hafen an. Die Wasserschutzpolizei Wilhelmshaven hat die Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen. Für die Seenotretter der Station Norderney war es nicht der erste Einsatz an diesem Tag: Zuvor hatten sie bereits zwei Motorboote mit Maschinenschaden eingeschleppt – Routine, nicht annähernd so dramatisch wie ihre jüngste Rettungstat an diesem Samstag.

Quelle: DGzRS

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