Einhand Foiler Airborn: Mit elektronischer Flug-Steuerung – 17.100 Euro

Ein neuer „iPhone-Moment“?

Ist das der erhoffte bezahlbare „Jedermann-Foiler“, den schon so viele Tüftler angekündigt haben? Der 4 Meter kurze und 41 Kilogramm leichte Airborn Foiler soll ohne den üblichen Fühler am Bug automatisch die Flughöhe einstellen und Flüge ab 6 Knoten Wind ermöglichen.

Airborn Foiler.
Airborn Foiler. © Thomas Tison Design

Thomas Tison (49) hat schon häufiger mit seinen Entwürfen für Aufsehen gesorgt. Unter anderem kündigte der Franzose den fliegenden Mini 650PRO an, der als Prototyp bei Knierim gebaut wurde und sogar eine eigene Rennserie bekommen sollte. Daraus ist bisher nichts geworden.

Aber Tison hat in Villefranche-sur-Mer, wo er auch eine Werft baut, durchaus an seiner Reputation gearbeitet. Er war zuletzt eng in die erfolgreiche America’s-Cup-Kampagne von INEOS Britannia eingebunden und freute sich insbesondere über den zweiten Platz von „Elida“ beim Admiral’s Cup Fastnet Race, der von ihm konstruierten, wunderschönen Holzyacht für Daniel Baum.

„Elida“ beim Admiral’s Cup. © RORC

Nun hat Tison ein neues Projekt gestartet, von dem er glaubt, dass es ein echter „iPhone-Moment“ für den Segelsport wird. Sein Ziel: Normale Segler und „Hochgeschwindigkeitssegler“ miteinander zu verbinden. Er sagt: „Ich bin sicher, dass viele Menschen erkennen werden, dass etwas gefehlt hat, eine große Revolution, die nie die breite Öffentlichkeit erreicht hat, die eigentlich den entscheidenden Unterschied ausmacht.“

Soll heißen: Er will das Foiling für mehr Menschen zugänglich machen. Denn den echten Jedermann-Foiler, den so viele Konstrukteurskollegen auf den Markt bringen wollten, gibt es noch nicht. Die Moth funktioniert zwar inzwischen perfekt, hat sich als Konstruktionsklasse aber so weit entwickelt, dass sie, ausgerüstet mit Stahl-Foils, über 39 Knoten erreicht und bis zu 80.000 Euro kostet.

Airborn Foiler
Die Optik des Airborn Foilers entspricht der einer Moth. Der Rumpf ist allerdings deutlich voluminöser. © Thomas Tison Design

Die deutlich simplere und günstigere WASZP-Klasse (Startpreis 15.500 Euro) entwickelt sich immer besser; 2.000 Boote sollen weltweit verkauft sein, und bei den vergangenen WASZP-Games gingen 247 Segler aus 18 Nationen an den Start. Insbesondere jüngere Segler steigen ein. Der Altersschnitt liegt knapp unter 30 Jahren.

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2 Antworten zu „Einhand Foiler Airborn: Mit elektronischer Flug-Steuerung – 17.100 Euro“

  1. jorgo

    sagt:

    Ich mag es nicht so ganz glauben dass soetwas überhaupt für den Preis machbar ist.
    Grundsätzlich kann ich aus eigener Erfahrung zum Thema foilen in zwei verschiedenen Klassen beitragen:

    Foiling ist toll und sensationell zum Spasssegeln.
    Regattieren mit Foilern ist langweilig …. es sei denn man ist selbst Vollprofi (= im Schnitt jeden zweiten Tag auf dem Wasser) und segelt mit seinesgleichen um die Wette. Erst dann ergibt sich eine gewisse Vergleichbarkeit und es kommt sogar eine taktische Variante rein.
    Ansonsten eiert mehr oder weniger jeder für sich selbst über den Kurs – meist mit riesigen Abständen zu den Gegnern. Bei mir ist dabei keine große Freude am Matchen rausgekommen.

  2. Rike

    sagt:

    Die Idee und die Intention dahinter finde ich total gut, ob es hält was es verspricht, wird sich zeigen. Ich hätte zwar Lust auf einfaches Foilen, aber mich wird man nicht auf einer elektrifizierten Jolle finden. Ist vielleicht eher was für die nächste Generation Segler, die bei dem Thema weniger Barrikaden im Kopf hat. Oder wir seht ihr das?
    Von einem praktischen Standpunkt überlege ich, dass mehr Technologie auch mehr Störfälligkeit und Probleme bedeutet. Wie wird die Batterie geladen und wie wird sichergestellt, dass bei der Elektronik nichts nass wird auf Dauer? Wie langlebig ist das ganze also und wie viel Wartungsaufwand ist zu erwarten? Ich denke es klingt auf dem Papier besser als in Realität.

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