Foiling: Schlauchboot mit festem Rumpf auf Foils – SEAir „fliegen“ mit Außenborder

Hoher Coolness-Faktor

Über den Wellen schneller, komfortabler und sicherer schweben: Auch RIBs sind jetzt mit Foils unterwegs. Erste Prototypen heimsen Innovationspreis ein.

Dass Foiling im Wassersport einen extrem hohen Coolness-Faktor hat, dürfte sich mittlerweile rumgesprochen haben. Die „Anhängsel“ lassen rasende America’s Cup-Katamarane, riesige Ultim-Trimarane, Mini-6.50-Prototypen oder filigrane „Moths“ vollständig über die Wasseroberfläche schweben und heben Rennyachten wie IMOCA, Figaros und Minis zumindest so weit im Bugbereich an, dass der Widerstand in der Welle deutlich reduziert wird.

Foils bescheren Wind-, Kite- und Wellensurfern gleichermaßen ekstatische Momente und sorgen – etwa mit einem Elektro-Motor bestückt – für lässige Surfbrett-Auftritte entlang der Strandpromenade oder agieren als Wassertaxis in Metropolen wie Paris oder Amsterdam. Kurz: ohne Foils nix los! 

Foilendes Schlauchboot

Nun hat SEAir, eine innovative Bootsdesignagentur in Lorient/Frankreich, die sich bereits mit dem ersten, vollständig über die Wasser foilenden SEAir-Mini-6.50 einen Namen gemacht hat (siehe Video unten) den „Nautic Innovation Award“ für das erste foilende RIB-Schlauchboot erhalten. 

Der renommierte Preis wurde den Foil-Vordenkern während des Salon Nautic in Paris verliehen. 

SEAir hat sich im Laufe der vergangenen Jahre auf die Entwicklung von Foils für unterschiedliche Boots- und Yachtmodelle spezialisiert und will mit dem ersten „fliegenden“ Schlauchboot mit festem Rumpf (Flying RIB SEAir ) nur tertiär eine eigene Bootsmarke forcieren.

Die Agentur möchte sich mit ihren Foils, die sie im eigenen Atelier herstellt, eher als Foil-Zulieferer für Boots- und Yachtwerfen empfehlen. SEAir arbeitet derzeit an einem vollautomatisierten Roboter-Produktionssystem für Foils, das bereits erste Foil-Prototypen autonom hergestellt hat. 

Foils schmiegen sich an

SEAir ist bei seinem „Flying RIB“ davon ausgegangen, dass die Weiterentwicklung eines Bootstypes nur dann Sinn macht, wenn alle bisherigen Vorzüge und Charakteristiken desselben beibehalten werden. Entsprechend wurde bei diesem „Rigid Inflatable Boat“ darauf geachtet, dass die elektrisch bewegten Foils „ein- bzw. aufgeholt“ seitlich nicht zu weit herausragen, damit weiterhin enge Kurvenwinkel möglich bleiben und zudem der Einsatzbereich etwa bei Manövern im Hafen oder in flachen Gewässern nicht oder nur wenig eingeschränkt wird. 

Die SEAir-Foils sind demnach in einem Schacht positioniert und ihr Angriffswinkel ist verstellbar. Ein Teil der seitlichen Foils schmiegt sich „aufgeholt“ seitlich an die Schlauchform an. 

Die „ SEAir Flying RIBS“ sind so konzipiert, dass sie etwa die vorderen drei Viertel des Bootes bereits ab 12 Knoten Fahrt hoch genug anheben, um auch bei moderatem Wellengang an den Küsten (bis etwa ein Meter Höhe) und sowieso bei Wellengang auf Binnenseen mit dem Boot über die  Wellen zu „fliegen“ .

Das erhöht logischerweise den Komfort bei höheren Bootsgeschwindigkeiten – RIBs sind dafür bekannt, dass sie mit mehr oder weniger hartem Einschlag  von einer Welle in die nächste klatschen – bringt aber auch mehr Stabilität in die Fahrt. Was wiederum die Sicherheit verbessert und, last not least, bis zu 30 Prozent Sprit vor allem bei Hochgeschwindigkeitsfahrten einsparen soll. SeAIR hat bereits weit über 40 Knoten Höchstgeschwindigkeit auf den RIB-Foils erzielt.

Trainer – geht’s noch cooler?

Die ersten SEAir Flying RIB waren mit einem herkömmlichen 115 PS-Yamaha-Außenborder mit langem Schaft bestückt, hinter dessen Propeller ein Foil-Rudersystem positioniert ist. Die Entwicklung wurde vom Umweltprogramm „Green Tech verte“ des Französischen Umweltministeriums mitfinanziert. 

In der Segel-Leistungsszene wird übrigens gemunkelt, dass sich die Trainer der Champions, die in Zukunft auf Foils trainieren werden (Minis, Figaro, IMOCA etc.), bereits brennend für die ersten Serien-RIBs mit Foils interessieren. Denn ZODIAC hat als Serien-RIB-Hersteller gleich bei SEAir angeklopft und will ab 2019 den “AVON GT670 Flying RIB by SEAir” in Serie auf den Markt bringen. Stilecht foilend neben den Segelfoilern herrasen – Trainer, geht’s noch cooler?

SEAir Website

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Michael Kunst

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2 Kommentare zu „Foiling: Schlauchboot mit festem Rumpf auf Foils – SEAir „fliegen“ mit Außenborder“

  1. avatar breizh sagt:

    Nette Idee.
    Ist das RIB dann auch noch trailerbar mit den Foils?

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  2. avatar Lyr sagt:

    und wann kommen die ersten Frachter auf Foils – Visualisierungen?? 😉

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