Gestorben: Erster deutscher Starboot-Weltmeister Karsten Mayer – viermal bei Olympia

Im Schatten von Willy

Wer viermal bei Olympia teilnahm, sollte eigentlich einen besonderen Legenden-Status innehaben. Aber Karsten Mayer war nach seinen großen Erfolgen nur wenigen bekannt. Das lag an seinem berühmten Mitsegler.

Karsten Mayer (l.) bei seinem WM-Sieg im Starboot mit Willy Kuhweide. © DSV

Der Verein Seglerhaus am Wannsee hat bekanntgegeben, dass sein Ehrenmitglied Karsten Meyer
schon am 25. November im Alter von 86 Jahren verstorben ist.

Mayer erlangte als Vorschoter von Willy Kuhweide Berühmtheit. Der 1,85 Meter große und 90 Kilogramm schwere Vorschiffsmann stieg für die Olympischen Spiele 1972 in Kiel zu Kuhweide an Bord und holte mit ihm Bronze. Im selben Jahre wurden die beiden Weltmeister in der renommierten Klasse. Kuhweide hatte vier Jahre zuvor noch Finn-Dinghy gesegelt.

Mit Mayer holte er sich der damals 29-Jährige einen erfahreneren Vorschoter an Bord, der schon 1960 Ersatzmann bei den Olympischen Spielen zum Einsatz gekommen war. An der Seite des Kielers Bruno Splieth wurde Mayer nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Eckhard Wagner an der Vorschot schon 7. von 26 Teams. 1964 segelte er Starboot mit Splieth in Enoshima/Japan und wurde Sechster

1972später führte er im Alter von 35 Jahren Kuhweide in die Geheimnisse des Starboots ein. Kuhweide war zu der Zeit Lufthansa-Pilot und Vater zweier Kinder. Karsten Meyer arbeitete als technischer Kaufmann Juniorchef im väterlichen Montagebetrieb, war verheiratet, Vater eines Kindes und hoch motiviert: Ihm fehlte die Olympiamedaille noch, die Kuhweide schon hatte.

Karsten Mayer in späteren Jahren. © VSaW

Schließlich gewann das Duo in Kiel unter 18 Booten Bronze hinter Australien und Schweden. Zu dem legendären Pelle Petterson fehlten nur 0,4 Punkte auf Silber. Im selben Jahr siegten die beiden bei der WM in Venezuela souverän im Feld von 60 Crews.

Danach wechselten sie aber schnell in die Soling und nahmen noch Axel May mit ins Team (Foto). Das Trio qualifizierte sich für die Olympischen Spiele 1976 in Montreal und belegte dort Platz 6.

Mayers Heimatverein war der Schaumburg Lippische Seglerverein (SLSV) am Steinhuder Meer. Nach dem Gewinn der Bronze-Medaille 1972 wurde er im VSaW Mitglied auf Lebenszeit und ab 1995 Ehrenmitglied.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Gestorben: Erster deutscher Starboot-Weltmeister Karsten Mayer – viermal bei Olympia“

  1. avatar Ein Finn-Segler sagt:

    Bemerkenswerte Story! Schön, dass ihm gedacht wird!

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