Golden Globe Race: Inder Abilash ist sichtlich erholt – Ungar Kopar spendet Wasser auf See

Alles, bloß nicht langweilig

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Abilash Tomy in der Krankenstation auf Amsterdam Island. Er kann schon wieder lächeln… geht doch! © tomy

Die GGR-Racer sorgen weiter für spannende Momente während ihrer Einhand-Nonstop-Weltumseglung. Neues von Rettern, Verletzten, Wasserspendern und sturen Führenden.

Update GGR-Rettungsaktion: Nachdem der Ire Gregor McGuckin zunächst gemeinsam mit seinem verletzten indischen Kollegen Abilash Tomy von der Crew des französischen Fischerei-Patrouillenbootes „Osiris“ gerettet und an Bord genommen wurde, lieferten die Franzosen die Schiffbrüchigen auf Amsterdam Island ab. 

Die eigentlich unbewohnte Insel im südlichen Indischen Ozean zählt zu den französischen Überseeterritorien. Auf ihr wird eine meteorologische Forschungsstation betrieben. 

In dieser Station konnte der am Rücken verletzte Abilash Tomy „zwischengelagert“ werden, bis die Indische Fregatte „Satpura“ heute vor der Insel eintrifft, um den Commander der indischen Navy per Hubschrauber von der Insel an Bord zu transferieren. 

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So wurde Tomys Boot zunächst dem Indischen Ozean überlassen © osiris

Der Tomys Team Manager Dilip Donde, ebenfalls ein Offizier der Indischen Marine, gab gestern bekannt, dass der GGR-Segler mitterweile wieder essen und trinken kann und sogar für kurze Zeit aufstehen konnte. Die anfänglich vermuteten Lähmungsverletzungen scheinen sich demnach nicht zu bestätigen.
Dennoch muss Tomy weiterhin strenge Bettruhe einhalten, bis die Ärzte an Bord der „Satpura“ den verletzten Skipper genau untersucht haben – der Transport von der Insel zu Fregatte wird jedenfalls auf einer Liege stattfinden.

In einem offiziellen Communiqué der Indischen Marine bedankt sich Abilash Tomy bei allen an der Rettung beteiligten Einsatzkräften, speziell bei mJoint Rescue Coordination Centre in Canberra bei der Indischen Marine, bei der Crew der „Osiris“, dem La Reunion MRCC-Koordinationszentrum bei der Crew der “HMAS Ballarat”.

Zuvor hatte bereits der Indische Staatspräsident Ram Nath Kovind seinen besonderen Dank für die Rettung des Indischen Marine-Commanders ausgesprochen. 

Gregor McGuckin , der zweite GGR-Segler, der von der „Osiris“ nach seiner Kenterung mitten im Indischen Ozean an Bord genommen wurde, befiondet sich mittlerweile an Bord der Australischen  Fregatte „HMAS Ballarat“, die ihn in Perth/Australien absetzen wird. 

Und was passiert mit den aufgegebenen Booten?

Doch was geschieht eigentlich mit den beiden Booten, die derzeit im Indischen Ozean treiben? Beide sollen nicht aufgegeben werden.

Während der Evakuierung von seiner „Hanley Energy Endurance“ durch die Crew der „Osiris“ wurde McGuckin angewiesen, die Yacht nicht zu versenken. Dies verstoße gegen Internationale Seeverkehrsvorschriften. Daraufhin sicherte McGuckin alles (noch) stehende und laufende Gut auf dem Deck der GGR-Yacht – McGuckin hatte nach seiner Kenterung mit Mastverlust bereits ein Notrigg errichtet – und stellte sicher, dass die AIS-Bake aktiv war. 

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MacGuckin hätte unter Notrigg eigentlich weitersegeln können, ließ sich dann aber doch von der Osiris-Crew retten © AMSA

Als Stromquelle für das AIS-Gerät dienen Solarmodule, die im Prinzip noch mehrere Monate lang sicher stellen, dass die treibende Yacht von anderen Schiffen geortet werden kann. Später soll MacGuckins Boot geborgen werden. 

Abhilash Tomy’s Yacht „Thuriya“ wurde offenbar bereits von der Indischen Marine in den Weiten des Indischen Ozeans gefunden und zu einem Ankerplatz vor St. Paul-Island geschleppt. Dort soll später eine Bergungsaktion durchgeführt werden. 

US-ungarischer Wasser-Engel

Doch die Golden Globe Racer nahmen während der letzten Tage nicht nur Hilfe in Anspruch – sie halfen auch einem anderen Segler aus einer prekären Lage. So wurde GGR-Skipper Istvan Kopar, Amerikaner mit ungarischen Wurzeln, von der Rennleitung in les Sables d’Olonnes gebeten, einen anderen Einhand-Skipper, der im Indischen Ozean nur 20 Seemeilen entfernt segelte, mit Süßwasser zu versorgen. Kjell Litwin ist auf seiner „Selene“, einer Vagabond 31,  ebenfalls auf einer Nonstop-Weltumseglung unterwegs – allerdings nicht im Rahmen der „Longue Route, wie ursprünglich amngenommen, sondern „auf eigene Faust“. Er verlor Tage zuvor offenbar seine gesamten Süßwasservorräte, ihm verblieb noch ein Liter.

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Istvan Kopar spendete auf Hoher See einen Kanister Wasser für einen bedürftigen Einhand-Kollegen, dem nur noch ein Liter verblieb © GGR favreau

Kopar hatte genug Süßwasser an Bord und versorgte den „Kollegen“ auf offener See mit dem Notwendigen.  Seemännische Selbstverständlichkeiten… 

Stur vorneweg

3000 Meilen entfernt segelt unbeirrt Jean Luc van den Heede in Führung des GGR liegend allen davon. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 7 Knoten wird er in weniger als einer Woche vor dem zweiten „Gate“ (nach dem Kap der guten Hoffnung) vor Storm Bay auf Tasmanien erwartet. Freunde von van den Heede behaupten, er sei jetzt erst im „Regattamodus“ angekommen.

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Jean Luc van den Heede brettert stur vorneweg: 1.350 Seemeilen Vorsprung © GGR favreau

Und das bedeutet: „Der wird stur, nur mit Blick nach vorn weiter allen davon segeln, solange ihm kein Malheur passiert“ ist die einhellige Meinung der Zurückgebliebenen.  Der Wind wird sich bis Tasmanien voraussichtlich deutlich abschwächen. 1350 Meilen zurück, hangelt sich der Niederländer Mark Slats im derzeit ruhigen Indischen Ozean auf einem Kreuzkurs Richtung Süden.

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Michael Kunst

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Ein Kommentar „Golden Globe Race: Inder Abilash ist sichtlich erholt – Ungar Kopar spendet Wasser auf See“

  1. avatar Breizh sagt:

    Wie bei der Erstausgabe liegt ein Franzose vorne. Dann wollen wir einmal hoffen, dass er nicht noch auf dumme Südseegedanken kommt und brav nach dem Kap Horn Richtung Norden steuert. 🙂

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

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