Groupe Beneteau und Corona: Der Marktführer schließt Werke und baut Personal ab

"Wir stellen unsere Arbeitsweise völlig um"

Welche Auswirkungen hat Corona auf den Bootsmarkt und wie geht es weiter? Beneteau-Kommunikationsdirektorin Mirna Cieniewicz im SegelReporter-Interview

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3 Kommentare zu „Groupe Beneteau und Corona: Der Marktführer schließt Werke und baut Personal ab“

  1. avatar UBU sagt:

    Diese Flaute wird die Industrie noch länger beschäftigen. Der schon jetzt starke Markt der Gebrauchtboote (viele junge Schiffe dabei, gut ausgerüstet) steht in direkter Konkurrenz zum Verkaufsinteresse von Neubooten der Werften.
    Die Hersteller müssen gegenhalten. Sie brauchen einen Schiffstyp im Angebot, der sich deutlich von dem des Zweitmarkts unterscheidet. Wer neue Boote verkaufen will, der muss auch tatsächlich NEUE Boote anbieten. Boote mit Alleinstellungsmerkmalen. Diese müssen dem Kunden eindeutige Nutzenvorteile bieten. Sonst bedient er sich besser am Zweitmarkt.
    Rückblick nach 2008 ff, der Zeit nach der Finanzkrise. Auch damals mussten sich die Hersteller eines starken Zweitmarktes erwehren. Wie lösten nun die (insbesondre französischen) Hersteller das Problem? Sie verließen die eher höhlenartigen Monos und boten insbesondere mit ihren recht schnellen Katamaranen lichte, weite, aufrechte Bord-Lebensräume als starke Alternative an. Der Nutzenvorteil war so eklatant, dass der Verkauf neuer Boote mit bekanntem Ergebnis ins Rollen kam und sich ganze Märkte darum herum entwickelten. Seither verschoben sich die Verkaufsrelationen zwischen Mono + Kat drastisch in Richtung Kat.
    Und heute? Der Kat ist für das Bordleben auf See und in Buchten beliebt wie noch etwas. Ist ja nachvollziehbar, warum.
    Aber wenn´s eng wird, im Hafen, in kleineren Schleusen, am Kran, im Winterlager? Dann zeigt sich derselbe Kat als nur eingeschränkt kompatibel mit seiner Umwelt. Seine Breite beschränkt die Freiheit oft auf wenige breitenverträgliche Randplätze, er `passt´ eigentlich nicht. Das einzig ernsthafte Argument gegen den Kat.
    Dabei gibt´s diesen Kat doch schon, der auf See breit und im Hafen schmal ist. Siehe hier: LINK ENTFERNT – WERBUNG…

  2. avatar Sag ich besser nicht sagt:

    …und dennoch ist der Kat in vielen Revieren noch immer wenig bis gar nicht zu sehen, erfordert fast gedoppelten Produktions- und Betriebsaufwand, wird häufig fast nur zum Motoren genutzt und wenn man ganz genau hinschaut, dann sieht man, dass die Produktionszahlen immer noch auf einem – im Vergleich zu Monohulls – extrem geringen Niveau sind. Der Kat ist also keineswegs der Retter der Industrie.
    Früher war ein eigenes Kraftfahrzeug das erste Statussymbol was sich der durchschnittliche Deutsche anschaffte und gleichzeitig Inbegriff von Freiheit. Heute gilt jüngeren Zielgruppen der Besitz und Eigentum als Bürde, als Hemmnis in einer flexibilisierten und mobilisierten Lebensweise. Hier sind die Hersteller gefragt – wie die Autoindustrie übrigens auch – neue innovative und zukunftsfähige Nutzungskonzepte jenseits eines Käufer- / Verkäufermarkts zu schaffen. Bisherige Experimente fruchten weder in der Autoindustrie, noch in der Bootsindustrie. Wer will sich schon dauerhaft an einen Schiffstyp, ein Revier, eine Bürde binden? Von dem Preis einer neuen Yacht, kann ich bis an mein Lebensende jedes Jahr das zu meinen Wünschen passende, neuere Schiff chartern – ganz ohne Bindung und Bürde, ganz ohne nerviges Winterlagergeschraube und gemale.

  3. avatar UBU sagt:

    Auch wenn´s vielleicht nur wir zwei sind, die sich unterhalten…

    Natürlich hast Du Recht. Der Kat ist nicht Retter der Industrie – aber die Nutzung seiner Möglichkeiten gab ab 2008 ff die wichtigen Impulse zur Rettung der Industrie. Er setzte Maßstäbe, zeigte Alternativen auf, grenzte somit NEUE Produkte eindeutig vom Zweitboote-Markt ab. Die Nutzen-Vorteile des Neuen rechtfertigten den Kauf.
    Richtig ist auch, dass in absoluten Zahlen deutlich weniger Zweirümpfer gebaut wurden. Allerdings verzeichnete der Kat-Markt zu Boomzeiten deutlich höhere Steigerungsraten als der eher stagnierende Mono-Markt (ich rede vom seriellen Bau). Ich frage mich auch, ob nicht viele den Kat aufgrund seiner starren Breite schon von vorherein gar nicht erst in ihr Kalkül einbezogen haben, der Liegeplatzsituation wegen. Was ja auch wirklich DAS schlagende Argument gegen diesen Schiffstyp ist, zumal sich Schiffe die längste Zeit ihres Lebens in Landnähe/an Land befinden.

    Du zielst im Weiteren auf die „flexibilisierte und mobilisierte Lebensweise“, forderst „neue innovative und zukunftsfähige Nutzungskonzepte jenseits eines Käufer- / Verkäufermarkts“. Du fragst, wer sich schon „dauerhaft an einen Schiffstyp, ein Revier, eine Bürde binden“ möchte.
    Unter diesen Fragestellungen animiert das Konzept der Modul-Bauweise des breiten-variablen Katamarans schon wieder zu ungewohnten Gedanken.
    Der Grund:
    • Variabilität in der Breite funktioniert logischerweise nur, wenn die Schiffsarchitektur MODULAR ist, nur so kann Bewegung stattfinden: 2 Rümpfe + 1 Wohnbereich, genannt „Wohngondel“ + Verschiebemechanismus = breitenvariabler Katamaran.
    Die Möglichkeit (neben der Breitenvariabilität):
    • Veränderung des Nutzencharakters ein und desselben Bootes durch „simplen“ Austausch der Module. Das Schiff ist nicht mehr, wie gewohnt, weitgehend unveränderlich, also uni-form. Die Grundarchitektur lässt eine Vielzahl von Nutzungs- und innenarchitektonischen Varianten zu. So kann das Schiff unterschiedliche Lebensabschnitte und die daraus resultierenden Bedürfnisse maßgeschneidert bedienen: z.B. erst Segler (in unterschiedlichen Wohngondel-Innenausbau Varianten) / dann durch Rumpfaustausch ein Motortrawlerfür für weltweite Fahrt / bis hin zum Hausboot mit ganz simplen Rümpfen (und Weinkeller…). Das und noch viel mehr ist möglich.

    Momentan ist das (noch) utopisch, aber technisch ifunktioniert es, der breitenvariable Kat beweist es. Das könnte eine lohnende Anstrengung für die Industrie sein. Das Entstehen von Zweitmärkten für z.B. gebrauchte Wohngondeln oder Rümpfe in unterschiedlicher Ausstattung wäre denkbar. Das Ganze ist zwar etwas aufwendiger und komplizierter, als mit Lego-Steinen zu hantieren – aber im Kern ist´s letztlich nichts anderes.

    Zumindest würde mit diesem Ansatz eines nicht nur in der Breite sondern auch funktional anpassbaren Bootes die Langlebigkeit der Kunststoffe bis zu deren echtem Verschleiß genutzt werden können. Ob das jedochim Interesse der Werften ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

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