Hochsee-Foiler: Spithill puscht F4-Kat nach Bermuda, dann wird es zu viel Wind

"Überlebensbedingungen"

Jimmy Spithill rast mit dem ersten echten Hochsee-Foiler F4 von New York nach Bermuda. Schon nach der Hälfte musste er vom Gas gehen. Es wurde einfach zu gefährlich.

Eine schöne Promo-Aktion für den Sponsor. Jimmy Spithill wollte mit seinem Oracle Team USA Kollegen Rome Kirby und dem ehemaligen Team-Mitglied Shannon Falcone die Strecke von 662 von New York nach Bermuda in unter 48 Stunden zurücklegen.

Der F4-Foiler startet in New York. © Matt Knighton / Rob Tringali / Amory Ross

Der F4-Foiler startet in New York. © Matt Knighton / Rob Tringali / Amory Ross

Die holländische DNA-Werft hat einen 14 Meter langen reinrassigen Racer für den Offshore-Einsatz konstruiert, der aus aus dem gekenterten (Video) G4 Foiler-Cruiser Projekt folgte. Der aus der Pleite von Gunboat entstandene Katamaran soll über 35 Knoten erreichen und hat nun zum ersten Mal die große Segelbühne betreten.

Die Mission wurde mehrmals verschoben, weil Hurrikans und schwere Stürme den Weg blockierten. Aber schließlich stand die Überfahrt dennoch unter keinem guten Stern, da stürmische Winde die Rekordfahrt vereitelten.

Im Überlebensmodus

Nach der Hälfte der Strecke bei idealen Foiler-Bedingungen zwischen 15 und 18 Knoten frischte der Wind außerhalb des Golfstroms auf über 25 Knoten auf. Besonders die zwei Meter hohen Wellen verhinderten Rekord-Geschwindigkeiten, und so musste die Crew den Rest der Strecke im Überlebensmodus segeln.

Rome Kirby und Shannon Falcone starren auf einen hübschen Brecher. © Matt Knighton / Rob Tringali / Amory Ross

Rome Kirby und Shannon Falcone starren auf einen hübschen Brecher. © Matt Knighton / Rob Tringali / Amory Ross

Es ist sehr erstaunlich, dass die Oracle-Segler solch ein Wetter erlebten, wo doch die besten Wetterspezialisten der Welt in ihrem Team arbeiten und eigentlich nicht der Druck eines Regattastarts bei der Erfassung des optimalen Wetter-Fensters vorhanden war.

Jimmy Spithill überlebt das Ganze nur mit Dose. © Matt Knighton / Rob Tringali / Amory Ross

Jimmy Spithill überlebt das Ganze nur mit Dose. © Matt Knighton / Rob Tringali / Amory Ross

Die Bilder zeigen, dass die Regatta-Spezialisten schon sehr vorsichtig über die Wellenberge glitten. Es hätte für das Projekt wohl auch nichts Schlimmeres geben können, als eine weitere Kenterung.

Aber schließlich kam der 46-Fußer wohlbehalten in Bermuda an und Projektleiter Falcone sagt im Red-Bull-Extrem-Sprech: “Wir haben in 72 Stunden erlebt, was viele Segler in ihrer gesamten Karriere nicht erleben werden. Es ging mit wunderschönen Foiling-Ritten los und änderte sich dann in Überlebensbedingungen.”

Interessante Startlininien-Begrenzung. © Matt Knighton / Rob Tringali / Amory Ross

Interessante Startlininien-Begrenzung. © Matt Knighton / Rob Tringali / Amory Ross

Stabile Flugphase bei kleiner Welle. © Matt Knighton / Rob Tringali / Amory Ross

Stabile Flugphase bei kleiner Welle. © Matt Knighton / Rob Tringali / Amory Ross

Foiler Bedingungen zu Beginn. © Matt Knighton / Rob Tringali / Amory Ross

Foiler Bedingungen zu Beginn. © Matt Knighton / Rob Tringali / Amory Ross

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9 Kommentare zu „Hochsee-Foiler: Spithill puscht F4-Kat nach Bermuda, dann wird es zu viel Wind“

  1. avatar eku sagt:

    Nur mal eine paar Zitate aus dem Text:

    “..mit dem ersten echten Hochsee-Foiler..”
    “..Besonders die zwei Meter hohen Wellen verhinderten Rekord-Geschwindigkeiten, und so musste die Crew den Rest der Strecke im Überlebensmodus segeln..”
    “..änderte sich dann in Überlebensbedingungen..”

    Echt jetzt? Es ging ums überleben? … usw

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    • avatar Henk sagt:

      Hatten gerade beim Jabuka 30 bis 40 kn TWS. Von Überlebensbedingungen hat keiner der vielen Finischer gesprochen….

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    • avatar Oliver sagt:

      Was die “Überlebensbedingungen” angeht, da haben sie Jimmy Spithill zitiert….

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    • avatar eku sagt:

      ein wenig off Topic (auch wenn es evtl keiner mehr liest):
      Man schaut natürlich gelegentlich mal rein, was so zum eigenen Kommentar geschrieben wird – und dann erkennt man auf einmal, was man hätte anders schreiben müssen.
      Ich gehöre def nicht zu der Komikaze Fraktion, die dauernd mit phantastischen Windstärken prahlt. Auf einen Foiler würde ich nur unter sachkundiger Anleitung steigen. Ein wenig kenne ich mich schon aus – ein wenig! Ich weiß also ein wenig, was “schnellsegeln” bedeutet, aber ein Foiler wie der von Jörg wäre mir dann doch etwas zu wackelig.

      Was mir mit diesem Post am Herzen liegt:
      Bedenkt bitte, das ein Kommentar manchmal aus dem “Affekt” heraus geschrieben wird. Gilt nicht wirklich für diesen Artikel, aber allgemein.
      Manchmal kann man sich in der Situation eben nicht vorstellen, wie der Kommentar bei einem anderen ankommt – trotz entsprechender Bemühung.
      Wenn die Reaktion dann mit “Jungs …” anfängt, ist das ein Hinweis auf das Missverständnis – Fängt die Reaktion mit “Habt ihr sie noch alle … ” an, stimmt etwas nicht.

      Wie gesagt: OFF Topic

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  2. avatar jorgo sagt:

    Jungs, segelt erstmal mit einem Foiler!
    Das Thema “Überlebensbedingungen” hat dann ein anderes Gesicht und fängt eben schon bei 2m Welle und über 20-22 Knoten Wind an, denn der Foiler fliegt ja unter optimalen Bedingungen mit 2,2 facher Windgeschwindigkeit und ist federleicht. Das fühlt sich dann an als ob beim Fahrradfahren bergab die Bremsen u n d die Lenkung versagen. …. Da heißt es: Absteigen.

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    • avatar eku sagt:

      Das glaube ich dir auf Wort! So war mein Post auch nicht gemeint (also nix mit “Waschlappen etc”). Das Boot sollte man dann nur nicht Hochsee-foiler nennen, weil solche Bedingungen (20 kn und 2 m See) ja eher die Regel sind, denn die Ausnahme.

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  3. avatar IMOCA sagt:

    Die Aktion ist einfach nur eine peinliche Werbenummer für einen Sponsor. Sonst nichts. Geprooft wurde da auch nichts auch, wenn Jimmy das mit seiner feinsten Werbestimme immer wieder betonte, außer dass man sein Verhalten auf See dem Wetter anpassen muss. Letzteres war ohnehin bekannt.

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  4. avatar HighTide.cc sagt:

    Ich liebte bereits den G4 und die RedBull Nummer hier feier ich hart. Chapeau.

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