In Gedenken: Heute ist der „Tag der Ozeane“ – es ist an der Zeit, aktiv zu werden!

Wann sonst, wenn nicht jetzt?

Wale verenden an zentnerweise Plastiktüten im Magen, Seevögel krepieren an Plastik-Verschlüssen und Einweg-Feuerzeugen – aufrüttelndes Video über das Leben und Sterben der Albatrosse.

„Welttag der Ozeane“. Ein jährlich wiederholter Gedenktag, der längst zu einer Art „Tag der Trauer“ verkommen ist. Denn es ist mittlerweile offensichtlich, dass die Meere und Ozeane unseres Blauen Planeten ein Opfer unserer Zivilisation geworden sind. 

Seit Hunderten Millionen Jahren gibt es die Ozeane… und die Menschheit brauchte nur ein paar erdzeitgeschichtliche Sekunden, um sie völlig aus dem Gleichgewicht zu bringen. Ein Gleichgewicht, das auch für unser Dasein eine elementare Rolle spielt, weil es seit jeher unsere Lebensbedingungen und die Zukunft unseres Planeten nachhaltig beeinflusst. 

Die Ozeane sind vielen Gefahren ausgeliefert: Verschmutzung, Klimawandel, Überfischung. Im Laufe der letzten Jahrzehnte mussten lt. „Greenpeace“ 200 Meeresgebiete für tot erklärt werden, die Hälfte aller Korallenriffe ist entweder schon tot oder so schwer geschädigt, dass sie sich wohl kaum noch erholen werden. 

Die Vereinten Nationen schätzen, dass jedes Jahr über sechs Millionen Tonnen Müll in den Ozeanen landen.

Das Ende für Wale und Großfische?

Wie sehr vor allem der Plastikmüll den Meeren und Ozeanen unseres Planeten zusetzt, haben wir bei SR des öfteren beschrieben. Der emotional anrührendste Faktor ist dabei, wie sehr die Fauna der Ozeane leidet. Wale, die mit zentnerweise Plastik im Magen verenden, weil sie umhertreibende Plastiktüten für Quallen halten – ihr Hauptnahrungsmittel. Vögel, aus deren Kadaver Dutzende Plastikstücke quillen, die von den Tieren für essbar gehalten wurden. 

Plastik, Müll, Ozeane

World Ocean Day – wie traurig, dass Plastiktüten zum Symbol für den Zustand unserer Meere wurden © world ocean day

Mittlerweile gibt es Dutzende anrührende und professionell aufklärende Filme und Videos zum Thema „die Vermüllung der Meere“. Einen davon wollen wir Euch heute, zum Welttag der Meere, besonders ans Herz legen. 

Chris Jordan, Filmemacher und Umweltaktivist, hat gemeinsam mit dem Ozean-Aktivisten Manuel Maqueda und weiteren Freunden einen Film produziert, der aufrichtig, schonungslos und zutiefst berührend vom Leiden der Tiere aufgrund unseres Plastikmülls berichtet. 

Vor acht Jahren fand Jordan auf den Midway-Inseln, die von einer riesigen Kolonie Albatrosse als Nistplatz und zur Küken-Erziehung genutzt werden, Tausende verendete Jungvögel. Aus ihren Bäuchen quollen Plastteile, die im Laufe der Jahre an den „unberührten“ Stränden der Inseln angeschwemmt und von den Tieren für Futter gehalten wurden. 

Albatross – ein Film der berührt und aufrüttelt

Jordan drehte in jahrelanger, geduldiger Arbeit einen eineinhalbstündigen Film über dieses Desaster – mehr oder weniger aus der Sicht der Albatrosse, diesen von allen Seefahrern so verehrten Vögel, diesen Langstreckenseglern und Glücksbringern, die nun jämmerlich an unserem Dreck verrecken. Dabei gelangen faszinierende, aber eben auch schockierende Bilder aus dem Leben dieser Tiere. Ein Muss für jeden, der etwas ändern will! (Trailer siehe oben)

Der Film kann hier kostenfrei gestreamt und in HD-Version runtergeladen werden!

Doch es gibt auch Positives zu vermelden. Nicht alle sehen dem Niedergang der Ozeane tatenlos zu. Hunderttausende Meersschützer befreien jährlich weltweit die Strände entlang der Ozeane vom Müll, der dort angeschwemmt wird. Erste Großprojekte, die zumindest den groben Pastikmüll aus den riesigen Müllstrudeln in den Ozeanen fischen wollen, werden in Kürze zum Einsatz kommen (Ocean CleanUp – SR Bericht).

Auch „SeaBin“ – ein Müllsauger, der hauptsächlich in Häfen eingesetzt wird und Müll von der Wasseroberfläche absaugt (siehe Video und SR-Artikel), werden immer häufiger speziell für Marinas geordert. 

Jetzt – nicht erst morgen!

Es gibt erste Initiativen, unsere segelnden „Plastikschüsseln“ – die derzeit kaum zu recyceln sind und die somit die wohl größte Herausforderung im Wassersport darstellen – in (ferner?) Zukunft mit Recycling-fähigen Materialien zu bauen (sie u.a. Sedlaceks Vulkanfasern – SR-Bericht). 

Und dass man auch im Kleinen durchaus Erstaunliches bewirken kann, zeigt zum Beispiel eine Initiative im Norden Deutschland: „Küste gegen Plastik“ hat mit „“Replace Plastic“ eine App entwickelt, mit der man unnötige Plastikverpackungen direkt im Supermarkt scannen und damit gleich eine Protestnote an den jeweiligen Hersteller schicken kann (download App). 

Ganz egal wie – Gedenktage wie der „Tag der Ozeane“ sind dazu da, dass man sich Gedanken zum Thema macht. Und in Aktion tritt. Jetzt – nicht erst morgen!

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Michael Kunst

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2 Kommentare zu „In Gedenken: Heute ist der „Tag der Ozeane“ – es ist an der Zeit, aktiv zu werden!“

  1. avatar Stefan sagt:

    Auch wenn die Photos von dem Plastikmüll in den Meeren so dramatisch und plakativ sind. Es wird nicht das Plastik sein mit dem wir die Meere töten. Es ist das CO2 das wir im Übermaß freisetzen und das gelöst in den Ozeanen diese versauern lässt.
    Auch wenn es ein gutes Gefühl ist, wenn man an der Supermarktkasse seinen Einkauf nicht in Plastiktüten verpackt, es hilft nichts wenn man danach ins Auto steigt und nach Hause fährt.

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  2. avatar asdf sagt:

    “Zeit, aktiv zu werden”

    So ein Blödsinn. Was soll man den tun? Plastiksack an hissigen Supermärkten ist bestimmt keine Ursache.

    Der Eintrag erfolgt durch etwa 6 grosse Flüsse. In (meist) Entwicklungsländern.

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