Jules Verne Trophy: Dona Bertarelli peilt mit „Spindrift“ Duell beim Rekord um die Welt an

Jägerin der Hochseerekorde

Jules verne Trophy, Bertarelli, weltumseglung Nonstop, Crew

Mit über 20 Knoten im Schnitt müssten die “Spindriftler” untewrgs sein, um den Rekord von Loick peyron zu brechen. Was vor allem eine knifflige Aufgabe für den Wetterrouter Sein dürfte © spindrift

Dona Bertarelli und Yann Guichard ab Montag im Standby-Modus: „Nach 40.000 Seemeilen Training und Regatta ist das Schiff in Bestform!“ Genau wie die Crew…

Die Schweizerin Dona Bertarelli will als schnellste Weltumseglerin mit Crew in die Geschichte des Hochseesegelns eingehen. Nicht mehr und nicht weniger. Gemeinsam mit ihrem Partner Yann Guichard macht die erfolgreiche Geschäftsfrau schon seit Jahren keinen Hehl daraus, dass sie ganz besonders Hochseerekorde reizen. Und genau dafür setzt sie eine Menge in Bewegung.

„Die Jules Verne Trophy ist das Highlight eines Programms, das wir seit dem Kauf der „Spindrift II“ konsequent verfolgen,“ erklärt Dona Bertarelli. „Diese Nonstop-Weltumseglung wird uns physisch, mental, professionell und persönlich alles abverlangen. Doch das Beste daran ist, dass dieser Rekord im Team gewonnen wird. Yann und ich sind enorm motiviert: Umgeben von einer erfolgreichen, versierten und vor allem erfahrenen Crew werden wir die Trophäe hoffentlich in ein paar Monaten in den Händen halten!“

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Dona Bertarelli will auch diesen Rekord © spindrift

Unterwegs auf dem Rekordhalter

Auch Skipper Yann Guichard zeigt sich angesichts der bevorstehenden Herausforderung zuversichtlich. Für den Franzosen, der bereits seit Jahren in der Hochseeszene mitmischt, wird dies (genau wie für Dona) allerdings die erste Weltumseglung. „Und dann gleich als Skipper! Ich stehe schon ein wenig unter Strom. Aber mit solch einer erfahrenen Crew und dem derzeit wohl perfekten Schiff bin ich ziemlich guter Dinge!“

Kunststück – Bertarelli und Guichard werden genau den Trimaran segeln, auf dem Skipper Loick Peyron 2012 den bestehenden Rekord von 45 Tagen, 13 Stunden und 42 Minuten aufstellte.

Damals hieß der 100-Fuß-Trimaran noch “Banque Populaire V” und beeindruckte seine Crew vor allem durch hohe Zuverlässigkeit und beständige Robustheit. Ein „Monster“ mit Erfahrung.

Zuverlässigkeit, eine gewisse Standhaftigkeit und reichlich Erfahrung, auf genau diese Werte achteten die Spindrift Bosse Bertarelli und Guichard dann auch bei der Nominierung ihrer Crew.

Aus der Spindrift-Kerntruppe, die auch auf den kleinen Diam 24 Trimaranen bei der Tour de France à la Voile mit- und den GC32-Inport-Zirkus gelegentlich aufmischt, werden Christophe Espagnon und Francois Morvan beim Trophy-Törn dabei sein.

Xavier Revil holte Guichard nach dessen Olympiakampagne im Tornado ins „Spindrift-Boot“. Seitdem gilt er als eine „sichere Bank“ für alles unter Segeln, was mehr als einen Rumpf hat. Seinen „Ritterschlag“ erhielt er durch die Einladung von Loick Peyron, an der Rekordfahrt 2012 teilzunehmen.

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Abgeduckt im Dauerzustand: Wer Rekorde brechen will, darf den Wind nicht scheuen © Spindrift

Reichlich Erfahrung an Bord

Guichards jüngerer Bruder Jacques gilt als einer der talentiertesten Segelmacher bei North Sails und wird genauso dabei sein wie Thierry Duprey du Versant, der ebenfalls beim Banque Populaire-Rekord steuerte. Genau so wie Antoine Carraz, der diesmal allerdings als „technischer Leiter“ , also als der Mann, der „Spindrift II“ am besten kennt, die fäden in der Hand halten wird. Seit mehr als drei Jahren leitet und inspiriert er alle technischen Veränderungen auf dem Trimaran.

Thomas Rouxel und Sebastien Marsset haben dieses Jahr bereits beim Volvo Ocean Race die Welt umrundet. Thomas auf „Dongfeng“ und Sebastien im „Team Alvimedica“.

Erwan Isral war Guichards „Router“ während der Route du Rhum und wird ausschließlich als Navigator während des Weltumseglungs-Rekordversuches eingesetzt. Die gleiche Position hatte er auch auf einer der Volvo Ocean Race Etappen von Dongfeng inne.

Yann Riou, mittlerweile in Hochseekreisen legendärer Fotograf und Filmer (u.a. zwei Mal Volvo Ocean Onboard-Reporter während aller Etappen auf Groupama 2012 und Dongfeng 2015) wird als erster reiner Mediamann bei einer Jules Verne Trophy Rekordfahrt auf den Auslöser drücken.

Und der Mann mit der größten Erfahrung im Team dürfte Sebastien Audigane sein. Der Hochseesegler aus Brest, zuletzt mit Jörg Riechers auf einer gemieteten IMOCA während des Barcelona World Races ein wenig vom Pech verfolgt, greift bereits zum vierten Mal nach der Trophäe. Er war mit Bruno Peyron auf der Orange II erfolgreich und bei Kersausons und Cammas’ erfolglosen Versuchen in 2002 und 2008 im Team.

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Das Team in “vollem Staat” © riou

Zwei Trimarane warten auf das geeignete Fenster

Ab dem 19. Oktober werden die Vorbereitungsphasen beendet und die gesamte Crew im Stand-by-Modus in Brest sein, um möglichst innerhalb weniger Stunden auf Zuruf des Meteorologen Jean-Yves Bernot bei geeignetem Wetterfenster ablegen zu können. Start und Ziel ist beim Créac’h Leuchtturm vor Ushant, nur wenige Meilen von Brest entfernt.

Somit sind derzeit zwei Teams in den „Startlöchern“ für die Jules Verne Trophy. Wie bereits berichtet, will Francis Joyon und Team mit seiner IDEC ebenfalls nach „der Krone“ greifen. Er und sein Team wollen allerdings erst Ende Oktober in Wartestellung gehen. Im Gegensatz zum „Spindrift Team“, die auf dem riesigen Trimaran bereits 40.000 Seemeilen abolviert haben, steht Joyon das „Gebrauchtschiff“ erst seit ein paar Wochen fürs Training zur Verfügung.

Dennoch ist es rein theoretisch möglich, dass sich beide Teams im gleichen Wetterfenster auf den Weg machen werden. Was wiederum bedeuten würde, dass es erstmals in der Geschichte der Jules Verne Trophy nicht nur ein virtuelles , sondern ein reelles „Matchrace“ um die Welt geben könnte.

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Michael Kunst

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Ein Kommentar „Jules Verne Trophy: Dona Bertarelli peilt mit „Spindrift“ Duell beim Rekord um die Welt an“

  1. avatar Olli Schmidt-Rybandt sagt:

    Nicht ganz erstmalig in der Geschichte.
    1993 Gab es schonmal ein Matchrace zwischen dem Kat Commodore Explorer unter Bruno Peyron und Enza (ebenfalls Kat) unter Peter Blake und Robin Knox-Johnston. Enza mußte zurückliegend südwestlich von Afrika aufgeben, weil sie mit einem Ufo zusammengerasselt sind und die Truppe um den großen Bruder Peyron wurde die erste Mannschat, die die 80 Tage Marke geknackt hat.
    1994 versuchten es Blake und Knox-Johnston erneut und hatten wieder ein Matchrace gegen Franzosen. Diesmal mit Olivier de Kersauson nebst Crew auf einem Tri namens Lyonnaise des Eaux Dumez. Das Matchrace gewann die englisch-neuseländische Coproduktion war auc die einzige nicht französisches Crew, die die Trophäe je innehatte. Steve Fossett hielt zwar mal den Rekord, aber keine Jules Verne Trophy.

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