Jules Verne Trophy: Gitanas Kampf um den Rekord beginnt von Neuem

Zweite Chance

Im November musste das Team Gitana seinen Jules-Verne-Weltrekordversuch nach nur drei Tagen abbrechen. Nun versuchen die Franzosen es erneut. Ihr Warten scheint sich auszuzahlen – das Wetter verspricht Erfolg.

Edmond de Rothschild rast wieder um die Welt. © Team Gitana

Am 10. Januar um 01:33 Uhr überquerte die sechsköpfige Crew des 32-Fuß-Trimarans “Edmond de Rothschild” die Jules-Verne-Startlinie vor der französischen Insel Ushant. Es ist der erneute Versuch, den Rekord für die schnellste Umseglung der Welt zu brechen, den Francis Joyon 2017 auf 40 Tage, 23,5 Stunden gedrückt hatte. Für das Team Gitana sind neben den beiden Skippern Franck Cammas und Charles Caudrelier noch Morgan Lagravière, David Boileau, Yann Riou und Erwan Israël mit an Bord.

Bis zum Start musste sich die Crew lange gedulden. Nachdem sich das Windfenster auf Grund schlechter Wetterbedingungen kurz vor Weihnachten geschlossen hatte, waren die Segler besorgt. Die Startmöglichkeiten für die Jules Verne Trophy sind auf die Wintermonate beschränkt. Dann herrschen erfahrungsgemäß die besten Bedingungen . Die Schwierigkeit der Vorbereitung bestand im Abpassen der richtigen Wetter-Sequenz zwischen Norden und Süden.

Der Start wäre schon seit etwa fünf Tagen möglich gewesen, allerdings waren die Wetterbedingungen im Südatlantik nur durchschnittlich gut. Das Warten könnte sich nun auszahlen. Team Gitana hat ein gutes Zeitfenster gefunden. Inzwischen hat der Trimaran bereits den Golf von Biskaya und das Kap Finisterre passiert. Er erreicht bald die Passatwind-Zone, segelt aber jetzt schon bei 30 Knoten Wind.

Team Gitana hat sich einen leichten Vorsprung zum aktuellen Rekordhalter erarbeitet. © Team Gitana

Wenn alles nach Plan verläuft, soll der Äquator nach fünf Tagen überquert und das Kap der Guten Hoffnung nach zwölf Tagen erreicht werden. Einen ersten vorsichtigen Vorsprung hat sich “Edmond de Rothschild” mit 91 Meilen nach dem ersten Tag schon herausgearbeitet. Der Gradmesser wird allerdings der Indische Ozean sein. Auf diesem Streckenabschnitt hatte Rekordhalter IDEC Sport 2017 optimale Rekordbedingungen vorgefunden.

Für Skipper Caudrelier ist es bereits die dritte Weltumrundung. Nach zweimaliger Teilnahme beim Volvo Ocean Race segelt er nun erstmals auf dem Rekordkurs. Er gibt sich gut gelaunt und bescheiden. “Es ist ein ganz neues Abenteuer und ich freue mich über die einmalige Gelegenheit, die sich mir bietet. Mir ist klar geworden, wie viel Glück wir haben, dass wir unsere Träume leben können.”

Zweiter Anlauf

Der Start ist der zweite Versuch von Team Gitana. Im November war das Team schon einmal losgesegelt. Der Traum vom Rekord platzte allerdings nach nur drei Tagen – Der Trimaran kollidierte mit einem unbekannten Objekt und beschädigte sein Foil.

Gemeinsam mit dem Konkurrenten Sodebo, war die Rothschild-Crew voller Hoffnung auf den Weltrekord in das Rennen gestartet. Denn bei optimalen Bedingungen sind die neuen Trimarane normalerweise schneller als das Rekordhalter-Boot IDEC Sport.

“Sodebo Ultim 3” bei seiner Rückreise kurz vor dem Heimathafen. © Ultimboat

Ausschlaggebend dafür ist extreme Weiterentwicklung der Foiling-Technik. Die neueste Generation der Ultim-Mehrrümpfer segelt dauerhaft im Flugmodus auf dem Lee-Foil. Beiden Rekordanwärtern machte nach gutem Start dann aber das Meer einen Strich durch die Rechnung.

Während beim Team Gitana Euphorie über den gelungenen Start herrscht, befindet sich der zweite Herausforderer “Sodebo Ultim 3” nach dem Abbruch seines Rekordversuchs und der provisorischen Reparatur kurz vor dem Heimathafen. Ein schneller, weiterer Angriff auf die Trophäe ist aber eher unwahrscheinlich.

Der 2017 aufgestellte Rekord von IDEC Sport ist weiterhin ungebrochen. Das Team hatte die Messlatte für die Weltumseglung auf 40 Tage 23 Stunden und 30 Minuten gesetzt. 

Jules-Verne-Trophy-Tracker

Die neun Jules-Verne-Trophy-Sieger

2017 – Francis Joyon / IDEC SPORT (31.5m) – 40:23:30:30
2012 – Loïck Peyron / Banque Populaire V (40m) – 45:13:42:53
2010 – Franck Cammas / Groupama 3 (31.5m) – 48:07:44:52
2005 – Bruno Peyron / Orange II (36.8m) – 50:16:20:04
2004 – Olivier De Kersauson / Geronimo (33.8m) – 63:13:59:46
2002 – Bruno Peyron / Orange (32.8m) – 64:08:37:24
1997 – Olivier De Kersauson / Sport-Elec (27.3m) – 71:14:22:08
1994 – Peter Blake, Robin Knox-Johnston / Enza New Zealand (28m) – 74:22:17:22
1993 – Bruno Peyron / Commodore Explorer (28m) – 79:06:15:56

Ein Kommentar „Jules Verne Trophy: Gitanas Kampf um den Rekord beginnt von Neuem“

  1. avatar Sailer29190 sagt:

    Hallo Carsten, danke für den Bericht. Hatte den neuen Versuch gar nicht mitbekommen. BTW das ist ein 32m Geschoss. Nicht 32“ 😉
    Carsten

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *