Kiteboat: Figaro-Champ baut alten Mini zum Kiteboat um – inspiriert von Armor Kite

Kiel abgebaut – Kite gesetzt

Shutdown sinnvoll genutzt: Gildas Mahé bastelt aus einem alten Rumpf einen Kite-Mini für Rekordfahrten. Inspiriert wurde der Figaro-Champion vom Armor Kite-Mini!

Schmuckstück – altes Boot mit neuem Antrieb © gildas mahé

Manche sehen im Lockdown auch die Chance, endlich Projekte zu verwirklichen, die einem schon seit Langem im Kopf herumschwirren. Auch oder erst recht, wenn es sich um Außergewöhnliches handelt. Merke: Je verrückter die Zeiten, desto spannender die Projekte (westfranzösische Atlantikweisheit). 

In diesem Zusammenhang dürfen wir zwei Protagonisten vorstellen: Der (immer noch schnittige) Rumpf eines eher betagten Mini 6.50 und Gildas Mahé (45), Figaro-Vollblutsegler mit – wie könnte es anders sein´– Regattawurzeln im Mini 6.50. 

“Da war doch noch dieser alte Mini”

Gildas Mahé hatte diesen Mini-Rumpf vor 15 Jahren gekauft, um ihn selbst auszubauen und um damit die Classe Mini aufzumischen. Doch das Schicksal hatte anderes mit ihm vor, es verschlug Mahé längerfristig zu den Figaristen und der Mini-Rumpf verstaubte in einer Halle. So weit, so normal (für Ministen-Verhältnisse).

Letztes Jahr bot sich dem in Frankreich als Draufgänger bekannten Figaro-Segler Mahé die Gelegenheit zu einem „Testschlag“ auf einem nun wirklich außergewöhnlichen Gefährt: Die Jungs von Armor Kite nahmen Gildas Mahé bei kernigen fünf Beaufort zu einem Atlantik-Ritt auf ihrem Kite-Boot mit.  Der umgebaute Mini 6.50 „Armor Kite“ – übrigens mittlerweile mit vier Kojen versehen und als ideales Familien-Abenteuer-Boot angepriesen – zeigte sich bei diesem Testritt von seiner besten Seite. Und Mahé war begeistert: „Das war großes Kino! Wir sind mit einem irren Speed auf der Atlantik-Dünung unterwegs gewesen. Das fand ich genial,“ äußerte er sich nach dem Testritt gegenüber dem Magazin Voilier.com. 

Mahé ließ sich von einem buchstäblich rasanten Testschlag auf Armor Kite inspirieren

Und da Mahé schon seit Längerem auf der Suche nach neuen, seglerischen Herausforderungen war, denen er sich, neben seiner Figaro-Kampagne, widmen kann, kam schnell die zündende Idee. Da war doch noch dieser alte Mini-Rumpf… 

Inspiriert vom Armor Kite

Gildas Mahé hatte sich über die letzten Jahre hinweg konsequent geweigert, das alte Boot zum Abwracker zu bringen. Irgendwann werde es schon Verwendung dafür geben – wie zum Beispiel als Kite-Segelboot. Inspiriert von seiner Ausfahrt auf Armor Kite trommelte Mahé ein paar Freunde zusammen, mit denen er mehrere Monate während der teils sehr strengen französischen „confinements“ (Lock- und Shutdowns) den Mini-Rumpf umbaute (Kiel raus, zwei Schwerter müssen reichen) und das Boot optisch aufhübschte.

Gildas Mahé © lasolitaire

In diesen Tagen sollen nun erste Testschläge absolviert werden – mit einem Armor-Drachen als „Zugmaschine“. Mahé gibt sich optimistisch: Minis seien zu allem Möglichen zu gebrauchen, das habe sich nicht zuletzt auch beim Armor Kite-Prototypen, der jetzt in Serie gehen soll, gezeigt, wird Mahé zitiert. Der Solitaire du Figaro-Zweitplatzierte (2019) will vor allem seine Abenteuerlust mit dem Kite-Mini befriedigen: Nach einer gewissen Eingewöhnungs- und Probezeit will sich Mahé an Rekordstrecken etwa im Ärmelkanal oder im Mittelmeer wagen. Und sobald sich „jemand findet, der einem Autopiloten beibringt, wie man ein Boot mit Drachenvortrieb bändigt, wage ich mich auch über den Atlantik,“ äußerte sich Gildas Mahé gegenüber der Tageszeitung Ouest France. 

Und die Moral von der G’schicht? Mini 6.50 waren und sind immer schon Boote, mit denen Außergewöhnliches realisiert und ausprobiert werden kann. Und das wird auch in Zukunft so bleiben.

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Michael Kunst

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