Kohlefaser statt Niro: Neuer Look für die Spirit 72DH

72-Fuß-Schönheit zum Cruisen und Racen

Die Aufgabe, der sich die britische Spirit Yachts-Werft aktuell gegenübersieht, ist äußerst reizvoll, weil neuartig und vielseitig. Der Kunde, dessen 72-Fuß-Schönheit gerade in Suffolk entsteht, möchte sein Schiff zum Cruisen, für Mittelmeer-Charter, aber auch zum Racen nutzen. Damit liegt der Fokus auf Gewichtsreduktion, und um diese zu ermöglichen, arbeitet Spirit mit Carbon-Verstärkungen. Zum ersten Mal!

© Spirit Yachts

Kohlefaser statt Niro

Bei der Spirit 72DH, die sich derzeit in Bau befindet, ist vieles anders: Gravierendster Unterschied ist der Aufbau des Rumpfes. Normalerweise erhalten Spirit-Yachten einen Rahmen aus Niro, der die gewünschte Rumpf-Steifigkeit gewährleistet und die Kiel- und Mastkräfte auffängt bzw. besser verteilt. Um Gewicht zu sparen, wird der Rahmen hier durch Carbon ersetzt, was aufwendig ist, denn sowohl die Ringspanten als auch die Planken werden mit Kohlefaser-Lagen überzogen. Darüber hinaus erhalten auch die Kiel- und Mastverankerungen Unterstützung durch Kohlefaser-Matten. Ein Aufwand, der sich lohnt, wie Spirit Yachts Geschäftsführer Nigel Stuart betont: „Durch die Verwendung von Carbon statt Niro-Rahmen haben wir mehr als 800 Kilo Gewicht gespart, was natürlich der Performance zugutekommt!“

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Das DH steht übrigens für Deckhouse, womit klar wird, dass Cruising-Komfort genauso eingefordert wird wie Renn-Optimierung. Um beides zusammen zu bringen, wird die Slup mit Carbon-Rigg und Selbstwendefock ausgestattet. Letztere kann bei Bedarf gegen konventionelle Vorsegel ausgetauscht werden oder bei entsprechenden Kursen und Windstärken gegen den Code Zero oder Gennaker. Um diese Segel besser handeln zu können, werden sie auf Rollanlagen montiert, die auf Knopfdruck reagieren. Dasselbe gilt für die Fall- und Schotwinschen.

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Zahlreiche Solar-Paneele sorgen dafür, dass die Mastervolt Lithium-Ionen-Batterien ständig wieder aufgeladen werden. Außerdem gibt es einen separaten Generator. Der Schiffsdiesel vom Typ Yanmar 4LV150 bringt die Yacht bei Flaute auf Trab und sicher in den Hafen. Seine Marschgeschwindigkeit wird mit acht Knoten angegeben, der Maximum-Speed mit zehn Knoten.

Wenn man sich die großen Cockpitbänke, die Platz für bis zu zehn Personen bieten, anschaut, erkennt man die Zugeständnisse ans Charterbusiness. Dasselbe gilt für die großen Freiflächen auf den Decks, die sich bestens zum Sonnenbaden oder Stauen von Wassersportgeräten samt Tender eignen.  

© Spirit Yachts

Helligkeit statt Schummerlicht 

Innovativ für Spirit-Yachts ist die Neu-Gewichtung von Tageslicht. Durch deutlich mehr Oberlichter und Kajütfenster dringt viel mehr Helligkeit ins Schiffsinnere als man es von Vorgängermodellen kennt.  Darüber hinaus sind Cockpit und Salon nicht mehr so rigoros voneinander getrennt.  Seitens der Werft heißt es dazu: „Der Eigentümer wollte den Wohnbereich maximieren und einen moderneren Stil einführen. Deshalb haben wir den Innenraum geöffnet und zusätzliches Tageslicht eingelassen“.  

Mittel- und Treffpunkt unter Deck ist fraglos die komfortable Sitzecke im Salon, an dessen geräumigem Tisch ohne weiteres Diner-Runden mit bis zu zehn Personen abgehalten werden können. Der Navigator findet einen eigenen Arbeitsbereich steuerbord neben dem Niedergang, der Smutje den seinen auf der gegenüberliegenden Seite.

© Spirit Yachts

Im Achterschiff sind zwei Doppelkabinen eingebaut, im Vorschiff liegt die Master-Kabine mit großzügig dimensionierter Extra-Sitz-Ecke und außergewöhnlich geräumigem En-Suite-Bad. Vergleichsweise karg eingerichtet ist die Bugkabine. Neben einem Stockbett findet man den obligatorischen Kleiderschrank und einen schmalen Arbeits- bzw. Schminktisch. Selbstverständlich verfügt aber auch sie, wie alle Schlafräume auf der Spirit 72DH, über eine eigene Nasszelle und Air-Condition. 

LüA: 22 m
LWL: 15,90 m
Breite: 4,80 m
Tiefgang: 3,10 m
Verdrängung: 23 t
Ballast: 40 %
Preis: auf Anfrage
Die Jungfernfahrt ist für 2021 geplant
Werft: www.spirityachts.com

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