Ein aktuelles Rettungsvideo der niederländischen Seenotrettung KNRM auf dem IJsselmeer zeigt eine Bavaria Cruiser mit gebrochenem Mast. Die Yacht konnte in den Compagnieshaven von Enkhuizen geschleppt werden. Wie die KNRM funktioniert.
Der Einsatz ereignete sich am 19. Juli vor Enkhuizen. Um 12.58 Uhr wurden die Retter der lokalen KNRM-Station zu einer Segelyacht mit Mastbruch gerufen. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschten keine extremen Bedingungen. Der frische Wind mit 4 bis 5 Beaufort wehte ablandig aus West bis Nordwest. Die Ursache des Rigg-Kollapses ist nicht bekannt. Die Besatzung blieb aber offenbar unverletzt.
Die Segelszene feiert die freiwilligen Retter der Koninklijke Nederlandse Redding Maatschappij (KNRM), die ähnlich wie die DGzRS in Deutschland organisiert ist. Sie betreibt rund 45 Stationen (DGzRS: 60), beschäftigt rund 90 Festangestellte (DGzRS: 180) und 1.500 Freiwillige (DGzRS: 800).
Beide Organisationen arbeiten nach dem Grundprinzip der Gemeinnützigkeit, sind unabhängig vom Staat und werden überwiegend durch Spenden finanziert. Gebühren für Rettungseinsätze werden nicht erhoben. Sie funktionieren durch eine Mischung aus Ehrenamt und wenigen hauptamtlichen Mitarbeitern. Dabei verlassen sich die Niederländer auf eine noch größere Ehrenamtsstruktur.

Die DGzRS betreibt ihre großen Seenotrettungskreuzer häufig mit fest angestellten Vormännern und Maschinisten, die von Freiwilligen ergänzt werden. Sie hat aber auch 20 große Seenotrettungskreuzer (20 bis 46 Meter) und 40 kleinere Seenotrettungsboote im Einsatz. Die größten Rettungseinheiten der KNRM sind 11 rund 19 Meter lange Allwetter-Rettungsboote. Insgesamt besteht die Flotte aus 77 Rettungsbooten zwischen 4 und 19 Metern.

Anlässlich des Einsatzes auf dem IJsselmeer werden die Retter in den sozialen Medien als „Schutzengel auf dem Wasser“ gewürdigt. Ein solcher Riggschaden kann auf offener See ohne schnelle Hilfe auch deutlich schwerwiegendere Folgen haben.


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