Meeresverschmutzung: Yvan Bourgnon stellt „Müllmaran“ vor – 30 Mio. Euro Baukosten

Vier Rümpfe gegen den Müll

Ein weiteres Müllsammel-Projekt in den Ozeanen nimmt Form an: ein 70 Meter langer Viermaster soll 250 Tonnen Müll pro Törn sammeln. Vorgestellt derzeit auf der Erfindermesse in Genf.

Nachdem er in einem Strandkat einhand um die Welt gesegelt ist, nachdem er im gleichen offenen Katamaran die Nordwestpassage einhand bezwungen hat, stellt sich Yvan Bourgnon nun einer richtigen Herausforderung. Der Abenteurer will sich mit einem gigantisch anmutenden Projekt an der Säuberung der Ozeane beteiligen. 

Plastikmüll

Cooler Müllsammelmaran auf vier Rümpfen © oceanleaner

Eigentlich scribbelt und konzipiert Bourgnon an seinem „Müllmaran“ mit dem Projektnamen „Manta“ schon seit eineinhalb Jahren herum. Gleich nachdem er erste Ideen von einem riesigen Müllsammelsegelschiff veröffentlicht hatte und die Resonanz erfreulich positiv war, gründete er die „Association SeaCleaners“, unter deren Namen er eine Crowdfunding-Kampagne startete. Ziel dieser Sammelaktion waren die nötigen finanziellen Mittel, um einen „brauchbaren Entwurf mit guten Realisierungschancen“ (Bourgnon) zu finanzieren. 

Als die Kampagne mit 150.000 Euro mehr als das Doppelte der anvisierten Summe erbracht hatte, konnten nach Bourgnons Angaben sechs Entwicklungsbüros in 3000 Arbeitsstunden den Quadrimaran „Manta“ zur Produktionsreife bringen. 

Das Vierrumpfschiff soll sage und schreibe 70 m lang, 49 Meter breit und mit seinen vier (!) Masten beeindruckende 61 Meter hoch werden. 

Plastikmüll

Mit Netzen und zwischen den Rümpfen sollen Macroplastikteile gesammelt werden © oceancleaner

Der „Müllmaran“ wird sogenannten Macro-Plastikmüll sammeln, sortieren, komprimieren und bis zu 250 Tonnen davon in seinen Rümpfen lagern. Der Müll soll später an Land spezialisierten Recycling-Unternehmen zur Weiterverarbeitung übergeben werden. Die restlichen Abfälle werden gleich an Bord in einem speziellen Ofen verbrannt, wobei wiederum Strom erzeugt wird. 

Yvan Bourgnon will mit seinem Quadrimaran  zudem in Sachen „Antrieb“ zukunftsweisend auftreten. Der „Manta“ wird mit vier Elektromotoren ausgestattet sein, hauptsächlich aber unter Segeln (DynaRigg) Strecke machen. Außerdem kommen verschiedene Technologien zur Energieversorgung zum Einsatz. So sind auf den Decksflächen 2.000 qm Solarpanels vorgesehen sowie zwei Windräder, damit das Müllsammelschiff möglichst autonom agieren kann.

Auch an Land will Bourgnon mit seinen „SeaCleanern“ aktiv werden. Mit dem gesammelten Müll könnten spezielle, ebenfalls von “SeaCleaner” initiierte Recycling-Projekte angestoßen werden. Zudem wird an Bord des Quadrimarans ein Forschungslabor eingerichtet, um mehr über die Zersetzungsprozesse unterschiedlicher Plastikarten im Meer zu erfahren. 

Plastikmüll

Die Plastikteile werden sortiert und gepresst – bis 600 Kubikmeter soll der Müllmaran aufnehmen können © oceancleaner

Dreißig Millionen Euro veranschlagt Bourgnon für den ersten Müllsammler. Einmal in Serie, werden die Müllsammel-Quadrimarane selbstredend preiswerter, gibt sich Bourgnon optimistisch. Das erste Schiff soll noch von Mäzenen finanziert werden, danach kämen Meeresanrainerstaaten schon „von selbst“ auf ihn zu. 

Derzeit präsentiert Yvan Bourgnon seine Association SeaCleaner auf der Internationalen Erfindermesse in Genf, wo sich die Medien höchst interessiert geben. Aber auch erste Geldgeber sollen sich bereits „ernsthaft interessiert“ gezeigt haben, beteuert Bourgnon. „Wir werden auch dieses Schiff schaukeln!“ 

Tipp: André Mayer

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Michael Kunst

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