Mono-Foiler Video: Wie der 69F über den Gardasee schwebt

Raserei

Video von der neuen Art des Segelns. Volvo-Racer Cicchetti und One Sail-Boss de Luca fliegen mit ihrem neuen Mono-Foiler über den See. Profis wie Einsteiger sollen gleichermaßen begeistert werden. 

Monorumpf, Foil, 69F

Cool Runnings © 69F

Dafür hat der America’s Cup gesorgt: Nach dem AC-Spektakel vor San Francisco wollte alles, was auf zwei (manchmal auch drei) Schwimmern unterwegs war, unbedingt über die Wasseroberfläche „fliegen“. Foils waren von einem Tag auf den anderen bei kleinen, mittleren und großen Mehrrumpfern nicht nur angesagt, sondern „Pflicht“. Alle, die unter Segeln irgendwie „hip“ unterwegs sein wollten, kamen ohne die Anhängsel in unterschiedlichsten Designs nicht mehr aus. 

Und seit die Neuseeländer Anfang letzten Jahres als Titelverteidiger einen Einrumpfer mit Foil-Lifting als nächste AC-Cup-Waffe gewählt haben, ist der gleiche Hype bei den Monohulls zu beobachten. Immer mehr ausgesprochen rasant wirkende Monos aus den unterschiedlichsten Designstudios und Bootswerkstätten heben sich schon bei lächerlich erscheinenden Windstärken über die Wasser und schweben in atemberaubendem Tempo auf ihren Foils auf und davon. 

Monorumpf, Foil, 69F

Wer foilt, segelt nicht unbedingt trocken © 69F

Die 69F ist eine spannende Foiler-Kreation mit einem Rumpf und machte bei der Foiling Week 2018 auf dem Gardasee Furore. Das auf den ersten Blick an ein klassisches Skiff erinnernde Boot sieht nicht nur knackig aus, sondern scheint auch eine Menge Potential zu haben. 

Zumindest propagieren das die „Macher“ derzeit auf allen nur möglichen, meist digitalen Wegen. Man will sich nicht mit der „simplen“ Innovation eines Bootes zufrieden geben, sondern gleich auch noch eine Art „digitale Regattaserie starten“, die angeblich die „Grenzen des aktuellen Regatta-Managements, der Bojen-Positionierung und der Protestverhandlungen überwinden soll“. 

Die Idee hatten Maciel Cicchetti (Volvo Ocean Racer bei Team Vestas, RC44 Weltmeister und TP52-Champ) und Dede de Luca (Boss von One Sails und ebenfalls begnadeter Regattasegler). Sie überzeugten mit ihrem Konzept die beiden argentinischen Designer Nahuel Wilson und Laureano Marquinez, die wiederum aus den reinen Ideen einen handfesten Renner machten. 

Monorumpf, Foil, 69F

Stabile Flugphase, ohne Trapez © 69F

Die 6,90 m lange Jolle ist ein relativ leichtes und dennoch stabiles Design (offenbar besonders in der Flugphase), das die Lücke zwischen den schnellsten Verdrängern und den foilenden Monorumpfern im Stile von Ben Ainslies Ineos Test-Boot „T2“ schließen soll.

Das Boot wird mit drei Personen gesegelt, von denen keiner im Trapez stehen wird – auf der F69 wird über Ausleger ausgeritten. So sollen die Manöver besser zu bewältigen sein. Ziel ist auch hier, bei idealen Windbedingungen möglichst immer über der Wasseroberfläche zu bleiben, auch in den Manövern. V-förmige Foils und T-Ruder sorgen für den Auf-, 40 qm (78 vor dem Wind) Segelfläche für den Vortrieb. 

Mit einem idealen Crewgewicht von 270 kg sollen dann 360 kg Boot bewegt werden.

Cicchetti und de Luca sind sich einig, dass ihr Boot einerseits für den professionellen Regattaeinsatz geeignet ist, aber auch Foil-Einsteigern ein sicheres Fluggefühl vermitteln wird. 

Monorumpf, Foil, 69F

Scharfes Teil © 69F

Ziel ist, zeitgleich mit den ersten Serienproduktionen, die offenbar schon in Kürze beginnen sollen, einen Regattazirkus im Stil der GC32 oder Extreme Sailing-Series aufzubauen – nur eben jetzt mit Monorumpfern. Über potentielle Sponsoren ist noch nichts bekannt, ebenso ist der Verkaufspreis des Bootes offenbar noch nicht vollständig durchkalkuliert. Ob der sich tatsächlich auf Clubboot-Niveau bewegen wird – wie von Cicchetti und de Luca angekündigt – bleibt abzuwarten. 

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Michael Kunst

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