Porträt: Solarzellen-Dieter zwischen Wahnsinn und Wissenschaft

Geschwulst mit Funktion

Solarzellen-Dieter vor seinem geschwulstigen Drallwirbelsystemantrieb. © D. Gebhardt

Die „Mira“ ist ein Beispiel dafür, wie sich ein weithin bekanntes Serienboot für sonnige Stunden im Mittelmeer in ein schwimmendes Technologiezentrum verwandeln lässt.

Vor einer Weile geriet ich in ein Biotop segelnder Aussteiger und Umwurzler, die lieber an der herrlichen ligurischen Küste schwitzen als in der Heimat nördlich der Alpen mit geringem Wellnessfaktor schuften und bibbern. In einem kleinen, von Einheimischen, Schweizern und ein paar Deutschen bevölkerten Hafen mit günstigen Bootsparkplätzen an Land begegnete ich Dieter Gebhardt.

Halbe Tonne Akkus an Bord

Er wurde wegen seiner Neigung zur autarken Stromversorgung Solarzellen-Dieter genannt. Diesen Spitznamen verdankte er der pagodenförmigen Plattform über dem hinteren Drittel seines Bootes zur Ladung von zwei Dutzend Autobatterien mit jeweils 80 Amperestunden Leistung. Die halbe Tonne Akkus wiederum versorgte den 15 KW Elektroantrieb zum laut- und emissionslosen Motoren. Man kann jedes Thema, auch die Energiebilanz seines Bootes,  fetischisieren.

Die "Mira" in voller Montur mit massiertem Solarzellen-Auftritt. © D. Gebhardt

Aber das vergrößerte Bimini spendete im Hafen auch wunderbar Schatten. Das ist im Süden ein absoluter Pluspunkt. Außerdem hatte Dieter auch bei Bullenhitze ziemlich sicher erfrischende Kaltgetränke zur Hand.

Als ich Solarzellen Dieter an einem Sommerabend am Ufer des Magra Flusses in einer zum Abendessen versammelten Clique kennenlernte und sich das Gespräch nach einigem Geplänkel über woher und wohin in konzentrischen Kreisen seinem Lieblingsthema, den Batterien und Solarzellen näherte, packten alle um den Tisch zügig ihre Sachen und zogen sich mit Hinweis auf die vorgerückte Stunde zurück.

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Erdmann Braschos

Sein Spezialgebiet umfasst Mega-Yachten, Klassiker, Daysailor und Schärenkreuzer. Mehr über Erdmann findest Du hier.

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6 Kommentare zu „Porträt: Solarzellen-Dieter zwischen Wahnsinn und Wissenschaft“

  1. avatar John sagt:

    Der Esoterik kann man wohl nirgendswo entkommen.

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  2. avatar Alex sagt:

    Wenn man für das An- und Abschalten weniger Strom braucht als man herstellt, für was brauchen wir dann noch Windparks und neue Hochspannungsleitungen? Dann ist unser Energieproblem ja gelöst.

    … und dann klingelte der Wecker und ich musste aufstehen und zur Arbeit.

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  3. avatar Klaus sagt:

    Danke, danke, vielen Dank; die Veröffentlichung dieser revolutionierenden Technik zeigt bereits Wirkung bei der Energiemafia: heute morgen purzelten die Tankstellenpreise schon um 14 ct.

    Verdammt, nun klingelt auch mein Wecker.

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  4. avatar Mirko sagt:

    Grandioser Beitrag! Gelungene Balance zwischen Reportage und Unterhaltung und dass immer mit einer selten gesehenen Sensibilität. Bitte mehr davon!

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  5. Das An – Ab – und – Weiterschalten von Strom für Verbraucher wird weiterentwickelt. Vielleicht läßt sich ja tatsächlich damit unser Energieproblem lösen. Geschwindigkeit ist doch keine Hexerei !
    Es muß nur noch die richtige Geschwindigkeit gefunden werden und natürlich auch die Technik, um die schließlich dann herausgefundenen Geschwindigkeiten elektrisch problemlos schalten zu können.
    Euer “Solar-Dieter”

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