Rekord-Drogenfund: Segelyacht war auf dem Weg nach Europa

Zwei Tonnen Kokain

Auf dem Weg von den Antillen nach Europa schlug die französische Zoll- und Küstenwache zu: Zwei Spanier und ein Venezolaner wurden verhaftet. Mehr Drogenschmuggler unter den Yachties?

Französischen Drogenfahndern gelang etwa 125 Seemeilen vor Martinique ein spektakulärer Fang. Die Segelyacht „Silandra“ wurde unter Einsatz eines Küstenwachbootes und eines Hubschraubers wegen Verdachts auf Drogenschmuggel gestoppt. Doch als die Fahnder an Bord der 20-Meter-Yacht kamen, staunten sie nicht schlecht: Mehr als 80 weiße Ballen mit reinem, unverschnittenem Kokain stapelten sich in der Kajüte und in den Kojen. Zwei Tonnen Kokain – ein Rekordfund für die französischen Behörden.

Für den Straßenverkauf aufbereitet hätte die Ladung einen Gesamtwert von mehr als 100 Millionen Euro gehabt.

Mehr schwarze Schafe

Schon seit mehreren Jahren haben insbesondere französische Zollbehörden und Drogenfahnder ein Augenmerk auf die Yacht-Szene gerichtet. Die Fahnder sind davon überzeugt, dass sich immer mehr Crews aus aller Welt bei Transatlantikfahrten ausgehend von Südamerika oder der Karibik gen Europa ein gewisses „Zubrot“ als Drogenkuriere verdienen.

"Silandra" auf dem Weg zurück nach Martinique © douanes francaises

“Silandra” auf dem Weg zurück nach Martinique © douanes francaises

Das Problem der Behörden: Die Yacht-Szene wird immer größer und somit unübersichtlicher. Schwarze Schafe unter den Seglern sind nur schwer auszumachen.

Die „Silandra“ war den Behörden hingegen schon vor sechs Monaten aufgefallen. Insider trugen den Fahndern zu, dass die Yacht für 500.000 Dollar den Besitzer gewechselt hatte – in bar, wohlgemerkt!

Dennoch gelang es wohl nicht, das verdächtige Schiff lückenlos zu observieren.

Erst als die „Silandra“ offiziell ausklarierte und dabei offenbar gefälschte Papiere vorlegte, schrillten die Alarmglocken. Doch bis die Nachricht die zuständigen Fahnder erreichte, war wertvolle Zeit verstrichen. Erst nach einer aufwändigen Suche konnte das vermeintliche Schmugglerboot auf hoher See ausgemacht werden.

Übergabe auf hoher See

Zunächst wurde angenommen, dass die Drogen auf eine andere Karibik-Insel transportiert werden sollten. Doch die Ausrüstung der Yacht, die Menge an gebunkerter Nahrung sowie die Aussagen der Festgenommenen bestätigen nun, dass Boot und Drogen auf dem Weg Richtung Europa waren. Die Übernahme der Drogenmenge fand offenbar auf hoher See, etwa 60 Seemeilen vor Martinique, von einem als Fischer getarnten Boot aus statt. Von diesem Überbringer fehlt bisher jede Spur.

Drogen im Wert von 100 Millionen Dollar – mindestens © douanes francaises

Drogen im Wert von 100 Millionen Dollar – mindestens © douanes francaises

Bereits im November 2014 hatten internationale Drogenfahnder einen großen Fang unter den Yachties gemacht. Eine britische Fahrtenyacht war ebenfalls vor Martinique aufgebracht worden. Die zwei Männer aus Jersey hatten 250 Kilogramm Kokain an Bord. Sie wurden mittlerweile zu 17 Jahren Haft verurteilt.

Mit deutlich höheren Strafen müssen die zwei Spanier (darunter ein erklärtes Mitglied der ETA) und der Venezolaner rechnen. Die Verdächtigen sitzen derzeit auf Martinique in Untersuchungshaft.

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Michael Kunst

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2 Kommentare zu „Rekord-Drogenfund: Segelyacht war auf dem Weg nach Europa“

  1. avatar Tonster sagt:

    Nimmt mich wunder wie sie die Bordkasse geregelt haben?

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  2. Tja, der wird nicht mehr so schnell zum Segeln kommen.!.

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