Royal Yacht Squadron: „Nur-für-Männer“-Mitgliedschaft wurde aufgehoben

Letzte Chauvi-Bastion gefallen

Da ziehen wir doch entzückt eine Augenbraue nach oben: Nachdem über 198 Jahre lang beim Royal Yacht Squadron eine „male-only“-Statute galt, ist diese nach vierjähriger Lobbyarbeit hinter den Kulissen  bei einer Vollversammlung gekippt worden. Keine einzige Gegenstimme war zu vermelden.

RYS, Segeln, Frauen, Mitgliedschaft

Ein Salutschuss für die Damen © RYS

Der altehrwürdigste Yachtclub von Großbritannien (Ausrichter der Cowes Week), in einer pompösen Schlossburg bei Cowes residierend, hatte im Laufe des letzten Jahrhunderts zwar zögerlich seine Tore für das weibliche Geschlecht geöffnet, frau durfte jedoch nur als Gattin den Yachtclub frequentieren.

Seit der Wahl hält sich allerdings hartnäckig das Gerücht, dass die Chauvi-Statute keineswegs aus Einsicht eliminiert wurde, sondern aufgrund ganz  offensichtlich zur Schau gestellter schlechter Laune „ganz oben“. Soll heißen: Ihre Hoheit Prinzessin Anne, bekanntlich begeisterte Seglerin, war wohl überhaupt nicht „amused“ über den Umstand, dass sie zwar mitsegeln, aber keine Mitgliedschaft im Squadron anstreben dürfe.

RYS, Segeln, Frauen, Mitgliedschaft

Frau muss es ja nicht gleich übertreiben! © RYS

Und auch Dame Ellen MacArthur, die nur ein paar Straßen weiter wohnt, wird nun wohl bald vorstellig werden. Denn als einziges Auswahlkriterium für eine Aufnahme im Club wird (für nunmehr beide Geschlechter) ein „überaus hohes Interesse am Segelsport“ erwartet. Und natürlich die 1.850 Pfund Aufnahmegebühr sowie Tausende Pfund jährliche Beiträge für Frau, Mann und Boot.

Bleibt anzumerken, dass mit dem Fall der letzten Chauvi-Bastionen im Segelsport zumindest im deutschen Sprachgebrauch auch über den Begriff „Mitglied“ nachgedacht werden muss. Denn die zweite Silbe des zusammengesetzten Hauptwortes ist nun gar nimmermehr die Voraussetzung für einen Segelclub-Beitritt. Mannomann!

Die letzten Bastionen fallen © RYS

Die letzten Bastionen fallen © RYS

 

 

 

 

 

 

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Michael Kunst

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9 Kommentare zu „Royal Yacht Squadron: „Nur-für-Männer“-Mitgliedschaft wurde aufgehoben“

  1. avatar Marco sagt:

    Sehr geehrte Herren,

    ich darf auf den ASV zu München verweisen.

    Des weiteren ist mir ein weiterer Deutscher Segelverein bekannt in dem Frauen zwar Mitglied werden, allerdings kein Stimmrecht erhalten können.

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    • avatar Herr Bärmlich sagt:

      ASV in München? Alter Schwede, was ist denn das für ein Haufen? Dass die Kollegen leicht schmierlappig daherkommen, sei ihnen gegönnt, man sieht sich ja anscheinend in einer gewissen Tradition, aber was bitte ist denn das für ein Titelbanner bzw was ist das für ein Maling auf dem Unterwasserschiff? Wer hat denn da sein Ego gestärkt? http://www.asvim.de/kontakte/
      Oder falls auch hier noch retuschiert wird wie auf der Startseite, noch mal schnell as Screenshot: http://imgur.com/psxaH6d

      Mahlzeit, die Herren, bleibt nur zu sagen, ob so viel Understatement und Stil. Viva Bavaria und so.

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      • avatar #aufschrei sagt:

        …afaik steht da schon länger was anderes…

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      • avatar Marco sagt:

        Sehr geehrter Herr Bärmlich,

        der ASV in München ist eine seit 112 Jahren existierende fakultativ schlagende Studentenverbindung. Ich habe die Herren mehrfach kennen lernen dürfen, da auch ich in einem ASV Mitglied sein darf.

        Die von Ihnen angesprochene Inschrift besagt schlicht: Wir haben den größten Eimer hier auf dem Tümpel (Ammersee)

        Es gibt nicht viele Verein in Deutschland die derart viel für den Segelsport geleistet haben.

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  2. avatar Witzbold sagt:

    Mitglied! Jetzt raff ich’s! Dürfen Männer sich eigentlich scheiden lassen? ….

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  3. avatar dubblebubble sagt:

    …Bleibt anzumerken, dass mit dem Fall der letzten Chauvi-Bastionen im Segelsport zumindest im deutschen Sprachgebrauch auch über den Begriff „Segelreporter“ nachgedacht werden muss. Denn die…

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  4. avatar Skiffi sagt:

    Ich finde alle Männer sollten per Gesetz dazu gezwungen werden, sich Silikon-Titten einsetzen zu lassen. Alles andere wäre doch Chauvinismus!

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  5. avatar Nicht-Chauvi sagt:

    Vorweg: Ich habe diese Art der Geschlechtertrennung nie verstanden und nie gutgeheissen. ABER…
    Man sieht immer öfter, wie Institutionen, Produkte und auch Personen in der Öffentlichkeit oder im Photoshop auf dem Altar der Political Correctness und des Mainstreams geopfert werden. Irgendwann sind alle Menschen, alle Produkte und alle Vereine gleich. Alle fahren tropfenförmige Autos, tragen Mang-Nasen und sind in politisch korrekten Segelvereinen. Ich finde die Engländer mit Ihren Skurilitäten sehr angenehm, und in Cowes gibt es genügen Yachtclubs, die alle Geschlechter aufnehmen.

    PS: Und ich gehe jetzt zum Amt für Political Correctness, Unterabteilung Seesegeln, und bestehe auf einen Platz im SCA- oder Tutima-Team!

    PPS: Die Prinzession durfte doch immer auf den Grünen Rasen vorm Haus und das Damen-Klo, wo ist denn das Problem?

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