Wer auf Nord- und Ostsee oder im Mittelmeer unterwegs ist, kann sich darauf verlassen, dass im Ernstfall Hilfe kommt. Doch wer steckt eigentlich hinter den Rettungsorganisationen? Sind es staatliche Behörden, Vereine oder private Unternehmen? Muss man Mitglied sein? Und warum bekommt der eine Segler eine Rechnung, während der andere kostenlos gerettet wird?

Die Seenotrettungsorganisationen und -gesellschaften unterscheiden sich von Land zu Land. Ein Grundprinzip gilt jedoch überall. Alle europäischen Küstenstaaten sind Teil des internationalen SAR-Systems (Search and Rescue). Die Seegebiete sind in Such- und Rettungszonen aufgeteilt. Gerät ein Schiff in Seenot, übernimmt die zuständige nationale Rettungsleitstelle die Koordination – unabhängig von Flagge, Nationalität oder Wohnort der Besatzung.
Die Rettung von Menschenleben ist dabei in ganz Europa grundsätzlich kostenlos. Niemand muss Mitglied einer Organisation sein, um Hilfe zu erhalten. Wer Wassereinbruch hat, einen Brand an Bord meldet, medizinische Hilfe benötigt oder auf Legerwall treibt, wird gerettet. Erst danach stellt sich die Frage, welche Organisation den Einsatz durchgeführt hat.
Seenot oder technische Hilfe?
Viele Segler setzen Seenotrettung und Pannenhilfe gleich. Genau hier liegt jedoch der wichtigste Unterschied. Eine Seenotlage liegt vor, wenn Menschen oder Schiff unmittelbar gefährdet sind. Dazu zählen beispielsweise Wassereinbruch, Feuer, Mann über Bord, eine drohende Strandung oder andere Situationen, in denen ohne Hilfe erhebliche Gefahr besteht.
Davon zu unterscheiden sind technische Hilfeleistungen. Ein Motorausfall bei ruhigem Wetter, eine leere Batterie oder eine Schleppfahrt in den nächsten Hafen stellen zunächst keine Seenot dar. Solche Einsätze werden in vielen Ländern gesondert behandelt und können kostenpflichtig sein.
Wie sieht es aber in den einzelnen Ländern aus? Wer organisiert die Seenotrettung? Und wie funktioniert das im Einzelnen? Und wann kostet Hilfeleistung Geld?

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