Segelbekleidung stellt für Frauen oft ein Problem dar: Die Angebote basieren auf Männerschnitten, sind meistens nur kleiner skaliert und in „weiblicheren“ Farben erhältlich. Eine französische Marke aus Lorient ändert das.

Es ist ein Umstand, der im Segelsport lange kaum hinterfragt wurde: Frauen segeln nicht nur mehr mit, sondern segeln selbst, übernehmen Verantwortung an Bord und sind im Regattabetrieb ebenso präsent wie auf Langfahrt. Ihre Ausrüstung hingegen orientiert sich bis heute häufig am männlichen Standard. Ölzeug und Segelkleidung für Frauen war oft nichts anderes als ein verkleinerter Männerschnitt. Dass das nicht wirklich passt und dass die anatomischen Unterschiede eigene Entwicklungen erfordern, wurde in der männerdominierten Industrie oft verkannt. Bis jetzt.
Mit Sailiz kommt nun eine Marke auf, die diesen Punkt nüchtern adressiert. Gegründet wurde sie in Lorient, im Zentrum des europäischen Offshore-Segelns, von der Seglerin Solène Saclier. Ausgangspunkt war keine große Vision, sondern eine einfache Beobachtung: Die vorhandene Bekleidung funktioniert für viele Frauen kaum oder nur sehr eingeschränkt. Sie entspricht einfach nicht der weiblichen Anatomie.
Das Problem liegt weniger in einzelnen Details als in der grundsätzlichen Konstruktion. Wer einen Schnitt entwickelt, der auf männlichen Proportionen basiert, und ihn anschließend lediglich skaliert, schafft Schwächen, die eigentlich Stärken sein sollten. Zu viel Stoff an den falschen Stellen, zu wenig Bewegungsraum dort, wo er gebraucht wird – das ist im Alltag an Bord deutlich spürbar und auf Dauer schlicht unpraktisch. Jeder männliche Segler weiß, was es bedeutet, wenn das Ölzeug schlecht sitzt.

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