Sexy ex-Blauwasser-Seglerin: Taru und Trump – “Intelligentester Präsident der Welt”

Von Göttinnen und dem Engel

Wie aus der (immer schon exzentrischen) Blauwasserseglerin Taru eine glühende Trump-Verehrerin wurde. Von der Decksräklerin zum Self Love Expert – ein modernes Seglerinnen-Märchen.

Segeln kann ziemlich reizvoll sein. Das haben wir nicht zuletzt von Taru gelernt © taru tuomi

Wir fanden Taru und ihre Geschichte immer ziemlich interessant. Schließlich sorgte sie für angeregte Diskussionen in der Yachtie Szene. Es begann, als 2010 ein Bikini-Foto von ihr durchs Netz geisterte. Es zeigte sie beim Präparieren des Unterwasserschiffs ihrer Hallberg Rassy 352. Darf man das? Ein Cruiser-Forum löschte ihre Beiträge. Es stellte sich die Frage: Kann man zu sexy zum Cruisen sein?

Taru präpariert die Hallberg Rassy 352 für die Weltumsegelung und hat irgendwie den Blaumann vergessen © sailingaroundtheglobe.blogspot.com

Zugegeben, die Stories rund um die mitunter etwas exaltiert bis exzentrisch auftretende, selbst ernannte Langfahrtseglerin aus Finnland, die gemeinsam mit ihrem spanischen Freund Alex auf dessen Hallbeg Rassy und danach der (passend formschönen) Yacht „Duende“ über den Atlantik segelte und die Karibik unsicher machte, hatte redaktionellen Reiz. 

Der wiederum viel mit Tarus Reizen zu tun hatte… aber lassen wir das. 

Tatsache ist, dass bei SR-Artikeln über die „sexy Blauwassersegler“ die SegelReporter-Klickrate deutlich anstieg und viele Kommentatoren veranlasste, mehr oder weniger sinnvolle Bemerkungen zum „Tun und Lassen“ der beiden Protagonisten zu posten. 

Taru polarisierte – schon immer

Grosso modo spaltete sich die SR-Gemeinde in zwei Lager: Die Einen wollten mehr über den Klassiker „Duende“ erfahren und baten um deutlich mehr Fotografien, die anderen wollten das Gleiche, aber in Bezug auf Taru. 

Was hatte uns Taru damals nicht alles geboten: Knackige Bilder von stilsicher kredenzten Menüs im Sonnenuntergang, etwas fehlinterpretierte, aber nett anzuschauende Yoga-Übungen auf dem Vordeck, Segel-Setzen-Manöver im Tanga und sowieso Hunderte körperbetonte Stilleben mit leicht nachdenklichem Blick gen Horizont.

Yoga auf dem Vordeck © taru tuomi

Und ihr mittlerweile legendärer Beziehungs-Tipp für angehende Weltumsegler-Paare wurde angeblich sehr häufig befolgt: „Wenn jemand eine Frau auf sein Boot bewegen möchte, dann plane den Segeltraum, entführe sie in die aufgeräumte (das ist sehr wichtig), gemütliche Kajüte, statte sie mit reichlich Decken und Kissen aus und lass sie diese wertvolle Zeit auf die bestmögliche Art genießen. Wenn du weißt, wie man sie dort glücklich macht, dann wird sie sich sogar auf einen noch längeren Törn mit dir begeben.“

Plötzlich war es „aus“

All’ der Sonnenschein, alles „Easy Going“ und „Hang Loose“-Gedöns fand dann ein jähes Ende, als Alex Tarus Sachen in einen Transporter lud und Gepäck samt der Ex zum nächsten Flughafen in Florida fuhr. Sechs Jahre Partnerschaft, davon fünf auf See, hatten aus der „großen Liebe“ einen „Frust, der sich fast bis zum Hass gesteigert hatte“ gemacht. (SR-Artikel Wir werden sie vermissen)

Danach begann für Taru ein neues Leben. Sie fristete ihr luxuriöses Dasein auf der griechischen Insel Paros zunächst als Health Coach, machte danach Sizilien unsicher, sie gebar einen heute knapp dreijährigen Sohn und bildete sich weiter zu einer Art Lebens-Trainerin, neudeutsch: Life-Coach. 

Nicht zuletzt, weil sie vor fünf Jahren nach eigenen Angaben eine “spirituelle Erweckung auf See” erleben durfte, fühlt sie nun „den Drang und die Aufgabe, vor allem Frauen auf den richtigen Weg zu bringen.“ Dabei ist viel von Liebe, Erkenntnis, Gleichbehandlung, gesundem Essen und noch gesünderem Sexleben die Rede. Und dass Tara ihre potentiellen und bereits gebuchten Kundinnen nur noch mit „Göttinnen“ anspricht – geschenkt! Das machen schließlich die Jungs immer und sowieso mit ihren Angebeteten! 

“Duende” war ebenfalls formschön © world tour sailing

Auf ihrer Facebook-Seite verweist Taru auf kostenlose Meditations-Anleitungen, die sie für ihre Leserinnen aufgenommen hat, und auf von ihr geleitete Luxus-Göttinnen-Retreats mit Coaching und allem Pipapo, bei denen allerdings keine Preise genannt werden. Frau soll ihr Leben upgraden, den Autopiloten (Achtung: Segeln!) ausschalten und durchs Leben tanzen.

Auch wenn jetzt einige SR-Leser und -Leserinnen eine gewisse Ironie zwischen den Zeilen zu erkennen glauben: All’ dies sei Taru aus tiefstem Herzen gegönnt. 

Erfahrungen vom Blauwasser-Törn

Denn schließlich verarbeitet sie in ihren Coachings, die sie auf Mallorca, ihrer derzeitigen Lieblings-Mittelmeerinsel anbietet, auch Erfahrungen aus ihrem Leben als Blauwasserseglerin. Und das wiederum sollte alle Blauwassersegler, die Angst vor einer Rückkehr ins Leben an Land (oder auf Inseln) haben, Mut zusprechen: Es gibt ein Leben nach dem Segeln! Man muss es nur richtig angehen. 

Wie zum Beispiel Taru. Sie verlangt für eine Woche Fern-Coaching, also über die Neuen Medien und Telefon nur 599 $. Darin enthalten sind zwei Telefonate und tägliche Messages.

Wie gesagt: (Fast) alles Erfahrungen, die sie aus ihrer Zeit als Vordecksathletin in die heutige mitgenommen hat. 

Essen is’ fertig! © world tour sailing

Doch wer die letzten 12 Monate auf ihrer Facebook-Seite durchscrollt wird feststellen, dass sich ihre Aussagen, Empfehlungen und Ratschläge rasant zuspitzen. Ende des Jahres 2019 gibt sie bekannt, was sie alles aufgegeben hat: fuck off to pretty much all of my fears! Was einerseits lobenswert ist, wird an anderer Stelle mit ihrem Leben „beim Segeln um die Welt“ begründet. Sie habe viel gelernt auf ihrem Törn, viel Zeit zum Nachdenken gehabt beim Blick über die endlose See hin zum Horizont. 

Aber auch: Was sie damals von schrecklichen Medien und bösen Mitmenschen erleben musste, sei allzu grauenhaft gewesen.  

Moment mal, schrieb das die Frau, die sich einst als Hilfiger-Botschafterin in den karibischen Häfen räkelte? Die keine Gelegenheit ausließ, sich zu präsentieren und Fleischbeschau nicht nur beim Kochen als ihre tägliche Leidenschaft proklamierte? 

Erzengel Donald

Egal, alles durchaus zu verzeihen. Aber der Höhepunkt ist ihr vorerst letzter Facebook Eintrag: 

„Thank god and the Universe for this man!“ Gemeint ist der „intelligenteste Präsident der Welt“, vulgo: Donald Trump. Er habe getan, was nur Wenige vor ihm versucht haben, nämlich den Menschen Frieden und Freiheit zu bringen. In vielen spirituellen Kreisen sei Trump als Engel bekannt, der auf die Erde gekommen sei, um uns von Kriegen und Sklaverei zu befreien.“

Ist zu langes Horizont-Starren wirklich empfehlenswert? © taru tuomi

Uff, wenn das die Ergebnisse vom langen Nachdenken auf Hoher See sind, dann bleibt nur ein Ratschlag an alle Blauwasser-Segler: Schaut nicht zu lange auf die See und meidet den Blick zum Horizont. Ist alles ungesund! 

Tarus Coaching Facebook

Taru Tuomi – Self Love Expert Website

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Michael Kunst

Näheres zu miku findest Du hier

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