Skorpios-Eigner Rybolowlew: Russen siegen mit Maxi-Yachten in der Karibik

Von Putins Gnaden

An einem Tag wie heute mag man kaum über das Segeln in der Welt berichten. Es erscheint zu banal. Dann flattert auch noch die Nachricht über den Sieg des 125 Fuß-Monsters “Skorpios” bei der Caribbean 600 auf den Tisch. Eigner ist einer der reichsten Russen.

Ob sich Dmitri Rybolowlew tatsächlich über den Sieg seiner “Skorpios” bei der Traumregatta Carribean 600 freuen kann angesichts der Vorgänge in seinem Heimtland? Als er um 4 Uhr Ortszeit mit seiner 24-köpfigen Crew die Ziellinie in Antigua überquert, lässt Putin schon scharf schießen.

RORC CEO Jeremy Wilton (l.) überreicht Skorpios-Eigner Dmitry Rybolovlev die Monohull Line Honours Trophäe. © Arthur Daniel / RORC

Auf “Skorpios” verrichten einige der besten internationalen Profisegler der Welt ihren Dienst. Und man kann es ihnen wohl nicht vorwerfen. Russische Eigner spielen auf den internationalen Regattabahnen eine immer größere Rolle. Schließlich soll auch die zweitplatzierte “Comanche” von Russen finanziert sein. Diese treten in Antigua und bei anderen Regatten nicht öffentlich auf wie Rybolowlew, sondern überlassen dem australischen Skipper Mitch Booth das Repräsentieren. Aber auch sie dürften ihr Vermögen kaum entwickelt haben, wenn sie sich als große Regime-Kritiker hervorgetan hätten.

Laut dem politischen Analysten Slava Rabinovich, der der demokratischen Opposition in Russland nahesteht, sollen gut 10.000 Familien vom System Putin profitieren. Darunter dürften sich einige Segler befinden, die große Regatta-Projekte finanzieren – wenn man davon ausgeht, dass Linientreue hilft

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Carsten Kemmling

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7 Kommentare zu „Skorpios-Eigner Rybolowlew: Russen siegen mit Maxi-Yachten in der Karibik“

  1. avatar PL_eberhard.werneyer sagt:

    Exelente Analyse
    Gratuliere

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  2. avatar diesmal besser nicht sagt:

    Bei aller, auch von mir geteilten berechtigten Kritik am Vorgehen der Russischen Föderation in den letzten Tagen:
    Wie nun ausgerechnet der Segelreporter qualifiziert ist Herrn Rybolowlew als “Putins” … zu bezeichnen erschließt sich mir nicht (OK die Segelreporter haben mir immer noch keine verwertbare Methode mitgeteilt zu abonieren – ich sehe also nicht alles – kann nur die Überschrift und den Anfang verwerten)
    Auch bzw gerade wenn nun offensichtlich die Russische Föderation ausrastet: Bitte die Kirche im Dorf lassen!
    Es ist sicherlich kontraproduktiv nun alle russischen Eigner mit Lord Voldemort/Putin in einen Topf zu werfen.
    Es ist jetzt um so wichtiger cool zu bleiben!
    Und nebenbei .. in der Geldliga ist vermutlich niemand ein Engel. Mit der eigenen Hände Arbeit funktioniert das nicht.

    Ich möchte schon drum bitten (auch wenn es schwer fällt) zu deeskalieren.
    Um Bildhaft zu bleiben: Es hilft nix, wenn wir jetzt alle Keulenschwingend aufeinander losgehen – wird nur noch schlimmer.
    Kann sich übrigens ein jeder bei jeder beliebigen Kneipenschlägerei ansehen

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    • avatar kamke@mac.com sagt:

      Na, wenn sie schon nicht den ganzen Artikel lesen können – ihnen entgeht eine sehr gute Zusammenfassung der Situation – dann täte ihnen ein wenig eigene Nachforschung gut. Was SR hier zusammengetragen hat ist Information, die man offen verfügbar findet, wenn man den will. Es wäre nun von entscheidender Bedeutung, wenn die Spielzeuge und Finanzströme dieser Systemgünstlinge sofort an die Kette gelegt würden. Das verursacht kein Blutvergiessen und wirkt. Es ist unerträglich, dass sich diese Vasallen weiter in der freien Welt vergnügen können. Sie gehören nach Russland verbannt und ihre Spielzeuge sind für die Reparatur von Schäden zu verwerten, die gerade durch das System verursacht werden, in dem sie pervers reich geworden sind.

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  3. avatar Frankman sagt:

    Es spielen ja nicht nur russische superreiche Eigner eine große Rolle im internationalen Segelsport, auch jetzt von Sanktionen betroffene Unternehmen unterstützen bekanntermaßen finanziell Veranstaltungen in Europa – siehe das bekannte „Nordstream race“ auf der Ostsee.

    Ich wollte auch noch die Segelbundesliga erwähnen finde aber tatsächlich auf deren aktueller Homepage nicht mehr die Logos von NORDSTREAM und GAZPROM als Partner. Im letzten Jahr waren sie noch vertreten wie man an den Aufklebern im Großsegel der Teilnehmer und auf archivierten Seiten leicht erkennen kann.

    Weiß jemand wann sich die beiden Unternehmen vom Sponsoring verabschiedet haben? Und ob die Trennung von der Bundesliga oder von den beiden Firmen ausging?

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  4. avatar NSR sagt:

    Der NRV liegt mir Gazprom im Bett wie Gerhard Schröder. Das war bis Anfang der Woche noch absurd seit Gestern ist das nur noch untragbar

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  5. avatar Seilor sagt:

    Ist eigentlich bekannt welchem russischen Oligarchen Comanche gehört?

    Ich finds ja schon länger schräg wie man für einen nicht mal genannten Eigner als Profisegler Trophäen einfährt …

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