Speedsegeln: Hydroptère.ch will auf Tragflächen zum Little America’s Cup 2013

Ambitioniert rasen

Ambitionierte Projekte unter Segeln ist man von den Schweizern ja gewohnt. Und wo ein Thierry Lombard, Geschäftsführer gleichnamiger Privatbank mit einem verwalteten Vermögen von schätzungsweise 163 Milliarden Schweizer Franken im Spiel ist, braucht man sich zumindest um den Cashflow keine größeren Sorgen zu machen.

Entsprechend selbstbewusst zeigt sich derzeit Hydros als vielversprechendes Projekt in Sachen alternativer und regenerativer Energietechnologie mit Schwerpunkt auf Wind und Wasser. Der Clou: Alle wissenschaftlichen Erkenntnisse werden auf Speed-Segelschiffen und –booten gewonnen!

Hydroptère.ch nach Umbauten auf Rekordjagd.

Hydroptère.ch nach Umbauten auf Rekordjagd.

Neue Rekorde auf dem Genfer See

Da wäre zunächst die mittlerweile allseits bekannte Hydroptère.ch – kleine, aber „giftige“ Schwester der großen Hydroptère (wartet derzeit in Los Angeles auf ein Wetterfenster für einen Rekord-Tiefflug nach Hawaii). Die Schweizer rasen mit ihrem Foiler-Trimaran (LWL: 10,85, Lüa: 15 m) bereits seit Ende 2010 auf dem Genfer See herum und konnten im vergangenen Jahr dort die wichtigsten Speedrekorde knacken: Schnellste Zeit im Stundenmittel und schnellste Zeit auf 1 km.  Alain Thebault, der die Schweizer mittlerweile zugunsten seiner Ozean-Kampagne auf der „großen“ Hydroptère verlassen hat, knackte an der Pinne der Hydroptère.ch gleich beide Rekorde.

22.66 kn rasten sie im Stundendurchschnitt, auf 1 km schafften sie im Schnitt 31.46 kn. Damit durchbrachen sie deutlich die „Genfer-See-Schallmauer“ von 30 kn. Nach essentiellen Umbauten während des vergangenen Winters, wollen die Schweizer nun mit ihrem neuen Steuermann Daniel Schmäh (Ingenieur und Composit-Spezialist mit langem Segel-Palmarès) in diesem Jahr erneut die eigenen Rekorde angreifen. Termin: sobald auf dem derzeit flautengeplagten Lac Lemans die richtigen Winde wehen!

Junges Team rund um Steuermann Daniel Schmäh, 2 v. l. © Patrick Gilliéron Lopreno / Hydros

Junges Team rund um Steuermann Daniel Schmäh, 2 v. l. © Patrick Gilliéron Lopreno / Hydros

Im Focus: Der kleine America’s Cup 2013

Teil 2 des Hydros-Projektes startet dieser Tage. Die Schweizer wollen am Little Americas Cup 2013 (Weymouth) teilnehmen und beginnen dafür mit dem Bau eines 7,30 m langen Katamarans auf der Werft Decisions SA. Der Little America’s Cup ist seit seinen Anfängen 1961 der Grundlagenforschung und grenzenlosen (im doppelten Wortsinne) technologischen Weiterentwicklung unter Segeln gewidmet.

Dass hierbei auch wichtige Daten für die Forschung gewonnen werden, liegt auf der Hand bzw. in der Pinne. Der zukünftige Katamaran wird ebenfalls Hydroptère.ch heißen und soll zur Senkung der Umweltbelastung zukünftiger Schiffe beitragen, und zwar durch schlichte Effizienz bei Rumpfmaterial und Segel. Potenzielle Neuentwicklungen sind ein Antrieb durch Flügelmast und durch Drachensegel (Parascending-Schirm). Schon im Herbst sollen erste Testfahrten durchgeführt werden.

Wird derzeit auf die Foiler gelegt: Hydroptère.ch-Katamaran für den Little America's Cup. © Hydros

Wird derzeit auf die Foiler gelegt: Hydroptère.ch-Katamaran für den Little America's Cup. © Hydros

Lasst die Jungen ran

Als dritte Hydros-Ambition werden schließlich Hochschulstudenten in ein international greifendes Projekt eingebunden, bei dem Motorschiffe unter Segeln entwickelt werden, die mit neuester Technologie und Hydroptère-Know-how, nur noch einen Bruchteil der üblichen Energiemenge verbrauchen sollen. Im Rahmen des „Defi des Grands Ecoles“ werden sich die Hydros-Wissenschaftler mit den Elitehochschulen über die gewonnenen Erkenntnisse austauschen und einen sicherlich wichtigen Beitrag zur Energie-Effizienz im Seeverkehr einbringen.

Und übrigens: Wer sich über die relativ hohe Zahl 1796 im Großsegel der Hydroptère wundert: Das ist das Gründungsjahr der Sponsor-Bank und keine Bootsseriennummer! Weiter oben dann die Realität: SUI 1!

 

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Michael Kunst

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