SR-Interview zum 80. : Germán Frers über sechs Jahrzehnte Yachtdesign

„Lass Germán das machen“

Er prägte die internationale Regattaszene ebenso wie die Marken Swan und Hallberg-Rassy und stand an der Wiege des Superyachtbooms. Mit 80 Jahren blickt der argentinische Yachtdesigner Germán Frers auf seine mehr als sechs Jahrzehnte andauernde Karriere zurück.

Germán Frers blickt zurück auf sechs Jahrzehnte Yachtdesign © Archiv Familie Frers

Eigentlich war dieses Gespräch auf der boot 2021 geplant, rechtzeitig vor Germán Frers‘ 80. Geburtstag im Mai. Dann fiel auch die boot 2022 aus. Bevor der Yachtdesigner nun 81 wird, haben wir uns zu einer Videokonferenz entschlossen, um mit ihm über sein Leben und seine Karriere zu sprechen, mit der er das Yachtdesign prägte wie wenig andere. An ihrem Anfang spielte Argentinien im Segelkosmos noch kaum eine Rolle…

Herr Frers, Ihr Vater gründete sein Designbüro 1925. Was wissen Sie über seine Anfänge?

Germán Frers: Er hat sein erstes Boot für sich selber gebaut, einen Doppelender vom Typ Colin Archer. Damit begab er sich auf einen Törn nach Mar del Plata, südlich von Buenos Aires. Auf dem Rückweg, bei sehr rauem Wetter, bat meine Großmutter die Marine, nach ihnen zu suchen – fanden sie jedoch nicht. Aber es ging ihnen gut, sie lagen beigedreht in einem rauen Pampero (Wind aus der Pampa, d. Red.). Danach dachte jeder, dass Doppelender die besten Boote für den Rio de la Plata seien. Die Leute begannen, meinen Vater nach Entwürfen zu fragen. Sein zweiter Entwurf war eine Motoryacht für einen Kunden. Danach machte er mit Doppelendern und Motoryachten weiter, vor allem, weil ihm die Arbeit Spaß machte. Es wurde zu einer Sucht für ihn.

Wie sah das Geschäft aus, als Sie in den 1950er Jahren ein Kind waren?

Germán Frers: Mein Vater hat damals sehr viel gearbeitet und seine Boote waren erfolgreich. 1954 nahm zum ersten Mal eine Delegation von Yachten aus Argentinien am Bermuda Race teil. Sein Boot „Fjord III“, das ich später im Mittelmeer segelte, gewann in der Klasse C. Zuvor segelte er 1948/49, direkt nach dem Krieg, in England. 1949 nahm er

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