Stephan Bodens Kolumne: Alle Jahre wieder – Hektik vorm Saisonstart

„Mindestens einmal pro Stunde wird jemand wütend“

Kaum zeigt das Thermometer im Frühjahr zwei Tage hintereinander eine Zahl, bei der man wieder das leichte Jäckchen überziehen kann, bricht im Wassersport zuverlässig eine Art Massenkontrollverlust aus. Wochenlang war Winter. Eis, Nässe, Frost und keinerlei Gedanken ans Segeln. Die Boote schliefen, die Segel lagen friedlich in ihren Säcken. Niemand hatte Eile. Doch dann kommt dieser eine sonnige Tag im März, an dem plötzlich alle gleichzeitig feststellen: Huch!Die Saison beginnt! Sofort!

Die Hektik geht los! Foto: Stephan Boden

Von diesem Moment im Frühjahr an wird in Yachtservicebetrieben, Werften, Segelmachereien und Werkstätten nicht mehr gearbeitet, sondern durchgeackert. Das Telefon klingelt ohne Pause, Mails laufen auf, Krantermine sollen irgendwie noch dazwischengequetscht werden, und jeder zweite Eigner hat eine Sache, die „nur ganz kurz“ gemacht werden müsste. Das Großsegel müsste noch schnell durchgesehen werden, der Motor braucht eine Inspektion, das Antifouling smuss nun doch neu, und überhaupt müsste das Boot eigentlich bis Dienstag im Wasser sein. Warum Dienstag, weiß meistens auch keiner so genau, aber Dienstag klingt in solchen Momenten nach einem naturgegebenen Termin. Mindestens einmal pro Stunde wird jemand wütend.

Verschärfte Lage

Mitgliedschaft erforderlich

Sie müssen ein Mitglied sein, um auf diesen Inhalt zuzugreifen.

Mitgliederstufen anzeigen

Already a member? Hier einloggen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert