In Deutschland gilt die Führerscheinpflicht für Sportboote ab 15 PS. Nur für Elektromotoren wurde die Grenze vor zwei Jahren deutlich herabgesetzt. Wann wird dieser Unsinn endlich wieder abgeschafft?
![](https://segelreporter.com/wp-content/uploads/2025/02/pxl_20250120_153525241.portrait-640x360.jpg)
“Das kann ich mir nicht vorstellen, davon wüssten wir.”
Als ich Ende 2022 einen mir zugesteckten Referentenentwurf zur Neuregelung der PS-Führerscheingrenze las, hielt ich das zunächst für eine Ente. Sofort rief ich einen guten Freund an, der in höherer Position bei einem Hersteller für elektrische Bootsmotoren arbeitet. Die Regelung, so hieß es, sollte die Grenze bei E-Motoren bereits bei 7,5 KW, also 10,2 PS herabsetzen. Weder mein Freund noch ich konnten uns das vorstellen. Am 1.1. 2023 trat die Änderung dann in Kraft. So kann man sich täuschen.
Das Ganze ging so schnell, dass der Eindruck entstehen konnte, hier wollte jemand unbedingt etwas durchpeitschen, ohne die Verbände und Expertengremien zu Wort kommen zu lassen. Sogar auf sonst durchaus übliche Übergangsfristen wurde in der Gesetzesänderung vollkommen verzichtet. Das war vor allem für manchen Vercharterer verheerend, weil durch die Änderung die Kunden plötzlich einen Sportbootführerschein vorlegen mussten.
Gut zehn Jahre zuvor, im Oktober 2012, wurde die generelle PS-Grenze von 5 auf 15 PS hochgeschraubt, um den Einstieg in den Wassersport zu erleichtern und die Branche zu fördern. Eine Maßnahme mit positiven Auswirkungen, denn die Branche und der Wassertourismus profitieren davon bis heute. Führerscheinfreie Boote verkaufen sich gut und Anbieter von Charterbooten, wie zum Beispiel Hausboote, verzeichneten einen Boom.
Warum eigentlich diese Regel?
Schreibe einen Kommentar