Guirec Soudée ist wieder auf See – und diesmal buchstäblich gegen den Strom. Bei seiner Westabout-Weltumseglung (gegen Strom und vorherrschende Winde) konnte noch nichts seine glänzende Laune trüben. Doch jetzt wartet die erste große Herausforderung: Kap Hoorn.

Der Mann schwimmt seit jeher gegen den Strom. Guirec Soudée ist das, was man gemeinhin als Nonkonformisten bezeichnet: Er hält sich bewusst nicht an das, was die Gesellschaft, in unserem Fall die internationale Seglergemeinde, von ihm erwartet.
Er macht mit großem Eifer das Gegenteil von dem, was andere machen oder empfehlen würden. Manche sagen auch, der 34-Jährige sei einfach nur ein waschechter Bretone, die auf ihren Dickschädel stolz sind und puren Individualismus pflegen.
Von Monique bis zum Ultim
Wie auch immer, Guirec Soudée ist wieder unterwegs. Nach einer Weltumseglung gemeinsam mit seinem Huhn Monique, nach einem Winter im Packeis (Monique als Protein-Lieferant wieder mit dabei), nach der Nordwest-Passage, nach zwei Atlantik-Überquerungen allein im Ruderboot und einer erstaunlichen Vendée Globe-Kampagne auf einem alten IMOCA (Rang 24), brauchte er einfach mal wieder „wirklich Spannendes“ (O-Ton). Wie zum Beispiel eine Solo-Nonstop-Weltumseglung auf einem Ultim-Trimaran – aber bitteschön von Ost nach West, also gegen die vorherrschenden Windrichtungen, gegen die großen Ströme der Weltmeere, „gegen so ziemlich alles“ wie Soudée das mehrfach in Interviews unterstrich. Typisch, oder?
Schon allein wie schnell er für das Vorhaben einen Sponsor gefunden hatte, der ihm den alten Actual-Ultim-Trimaran von Yves le Blevec kaufte, ließ selbst gestandene „Artisten“ im französischen Hochseezirkus erstaunt mit dem Kopf schütteln. Als Sponsor agiert für dieses Vorhaben nun MACSF, eine französische Versicherungsgesellschaft, die sich auf Berufe im Gesundheitswesen spezialisiert hat, darunter Ärzte, Zahnärzte und Pflegepersonal. Früher unterstützten sie die Deutsch-Französin Isabelle Joschke bei ihren Vendée Globe-Kampagnen.
Ein bisschen Training bei zwei Atlantik-Überquerungen (eine davon höchst medienträchtig mit einem bekannten französischen Influencer), um „das Monster kennenzulernen“ (Soudée) und schon war alles klar: „Das wird was!“
Schreibe einen Kommentar