Wismar: Finnwal verfängt sich in Stellnetz und taucht mitten im Hafen auf.

Netzreste am Körper

Ungewöhnlicher Besuch im Wismarer Hafen: Am Dienstag wurde ein junger Finnwal entdeckt, der Teile von Netzresten hinter sich zog. Mittlerweile ist der Wal wieder weg, wird aber von Meeresschützern gesucht. 

Finnwal in Wismar © Deutsches Meeresmuseum, Facebook

Ein ungewöhnlicher Besucher hat am Dienstag im Hafen von Wismar für Aufsehen gesorgt: Ein etwa zehn bis zwölf Meter langer Wal tauchte plötzlich zwischen Kaianlagen und Hafenbecken auf. Zunächst war von einem Buckelwal die Rede, inzwischen gehen Fachleute jedoch davon aus, dass es sich um einen jungen Finnwal handelt.

Das Tier wurde am 3. März im Bereich zwischen Altem Hafen und Seehafen entdeckt. Nach ersten Beobachtungen hatte sich der Wal offenbar in einem Stellnetz eines Fischers verfangen und zog zeitweise Teile des Netzes hinter sich her. Feuerwehr, Wasserschutzpolizei und Meeresbiologen rückten aus, um die Situation zu beurteilen und eine mögliche Befreiung einzuleiten.

 

Mit einem Feuerwehrboot gelang es Einsatzkräften schließlich, einen großen Teil des Netzes vom Tier zu lösen. Einige Leinenreste sollen zunächst noch am Vorderkörper gehangen haben. Um zusätzlichen Stress für den Wal zu vermeiden, wurde die Aktion anschließend abgebrochen.

In den Stunden danach wurde das Tier außerhalb des Hafens in der Wohlenberger Wiek vermutet. Meeresschützer von Sea Shepherd suchten dort mit einem Schiff nach dem Wal, um zu prüfen, ob sich noch Netzreste am Körper befinden.

Große Wale sind in der Ostsee selten, kommen aber immer wieder vor. Gelegentlich verirren sich einzelne Tiere aus dem Nordatlantik, vermutlich auf der Suche nach Nahrung. Für die Tiere ist das Gewässer allerdings kein geeigneter Lebensraum: Der Salzgehalt ist geringer, und größere Beute kommt kaum vor.

Bleibt zu hoffen, dass der junge Finnwal möglichst schnell wieder den Weg durch den Fehmarnbelt oder den Öresund zurück in Richtung Nordsee findet. Für Beobachter in Wismar war der Besuch jedenfalls ein spektakulärer Anblick – auch wenn er für das Tier selbst vermutlich Stress bedeutet hat.

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