Yacht-Porträt: Otto Happels Mega-Ketsch “Hetairos” ist Trendsetter bei den Superyachten

Clever gefaltete Aramid-Pappe

Superyacht ohne Butterschiff-Effekt

Rückblende: Ziemlich beeindruckt von einem Probeschlag auf einem modernen Kompositrenner schrieb Happel zehn Jahre nach dem Stapellauf seines Mahagonischlittens bei führenden Yachtkonstrukteuren einen klassisch gewandeten Ocean Greyhound mit großer Grundgeschwindigkeit, also richtig langer Wasserlinie aus.

Damit die Südsee von europäischen Gewässern oder der Karibik kommend ohne Umweg um das unwirtliche Kap Hoorn oder das ruppige Kap der guten Hoffnung herum erreichbar bleibt, musste der Neubau bei Niedrigwasser soeben noch die 62,5 Meter hohe Bridge of the Americas bei Balboa am Panamakanal passieren können.

Hasso Plattners „Visione“ als Gesellenstück

Die Ausschreibung, an der sich German Frers und auch Andre Hoek gemeinsam mit Wally Yachts beteiligten, gewann ein Entwurf des Amsterdamer Klassiker- und Großseglerspezialisten Gerard Dykstra. Unterstützt von den kalifornischen Leichtbau und Regattayacht Spezialisten Reichel/Pugh.

Das Konstruktionsbüro brachte den modernen Rennyachten mit ihren sogenannten Ultralightdisplacement (ULDB) „Sleds“ (Schlitten) das Gleiten bei und zeichnete manche wegweisende große Segelyacht, wie beispielsweise den 45 m langen, ganze 105 Tonnen schweren Ultraleichtbau „Visione“ für den Walldorfer Software Kaufmann Hasso Plattner. Gebaut wurde die neue “Hetairos” von Baltic Yachts, den finnischen Kompositgurus.

Der jollenartiger Rumpf der "Hetairos" © Baltic Yachts

Es wurden zwei ziemlich lange Masten an Bord gehoben, von denen ansonsten nach reiflicher Überlegung vielleicht nur einer auf einem großen Segelboot errichtet würde.

Dykstras Trick: Ähnlich wie bei den Whitbread-Yawls der letzten Generation stehen Groß- und Besanmast weit auseinander, was diese Segelgeometrie bei Am-Wind Kursen noch einigermaßen funktioniert und raumschots schön Platz für ein Besanstagsegel lässt.

Wenn 60 Meter Länge über Deck zur Verfügung stehen, geht das. Da der Besan annähernd so hoch ist wie der Großmast, funktioniert die Takelage beinahe wie ein Schonerrigg.

Viele Jahre dauerte das Geheimhaltungstheater um das sogenannte „Panamax Projekteines. Es toppte selbst „übliche“ Luxusyachtprojekte und ließ selbst Beteiligte mit den Augen rollen. Aber dann hob die Baltic Werft im Juli 2011 einen verblüffend jollenartig flachen Bootskörper über die zehn Meter lange Kielflosse und das sechs Meter lange Ruderblatt.

Der Film von Badmagasinet über die Panamax Hetairos in dänischen Gewässern gibt einen Eindruck über die Dimensionen der eleganten Superyacht.

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Erdmann Braschos

Sein Spezialgebiet umfasst Mega-Yachten, Klassiker, Daysailor und Schärenkreuzer. Mehr über Erdmann findest Du hier.

6 Kommentare zu „Yacht-Porträt: Otto Happels Mega-Ketsch “Hetairos” ist Trendsetter bei den Superyachten“

  1. avatar Capitan Futuro sagt:

    Faszinierender Irrsinn.

    Übrigens: Wer hat mit dem Blödsinn begonnen, Der Anfang der Bildlegende bereits beim vorherigem Bild zu schreiben?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 1

  2. avatar uli_s sagt:

    Super Überschrift!

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  3. avatar ? sagt:

    bitte mehr von solch interessanten ausführlichen artikeln!!!!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 1

  4. avatar Christian1968 sagt:

    Faszinierend.
    Am beeindruckensten ist in der Bildergalerie die Aufnahme des Ruderblattes…sowas fahren wir andersherum als Segel 😉

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

  5. avatar Heini sagt:

    Wenn euch solche Bomber interessieren, solltet ihr vielleicht mal die BOOTE EXCLUSIV lesen.
    Dort bekam man z.B. über ‘Visione’ oder auch über ‘Hetairos’ in lockerer Reihenfolge, von der Planung bis zum ersten Törn über einen Zeitraum von mehreren Jahren, viele spannende Informationen.

    Kostet aber 8 Euro das Heftchen, also nix für geizige Nur-Online-Leser 😀

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 9

    • avatar Heini sagt:

      Wie, erst 3 x “Dislike” ?
      Da geht doch noch was. 😀

      Übrigens: Im aktuellen Heft (seit vorgestern im Handel) gibt es erneut einen Bericht über die „Hetairos”. Vielleicht gibt Oma euch ja 5 Euro dazu?

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 6

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