11th Hour bei The Ocean Race: Warum der klare Favoritenstatus wackelt

Der wohl beste Allrounder

Zuerst sagten alle, dass es nur einen Favoriten für dieses Rennen geben könne. Doch dann änderte die Regattaleitung den Kurs und das 11th Hour Racing Team war plötzlich mit völlig neuen Gegebenheiten konfrontiert. Vor- oder Nachteil?

Es liegt in der Natur der Sache und seiner Fans, dass vor nahezu jedem sportlichen Wettkampf Favoriten bestimmt werden. Vor Regatten ist das bekanntlich nicht anders, erst recht, wenn es sich um ein Event handelt, dessen Protagonisten nicht weniger als um die Welt segeln wollen.

Doch so eindeutig wie für das anstehende The Ocean Race TOR (Start 15.1. in Alicante) fiel die Favoritenwahl in der Hochseeszene selten aus. Kein anderes als das US-amerikanische 11th Hour Racing Team könne das TOR gewinnen, fielen die Prognosen nahezu unisono aus.

Sogar die Skipper konkurrierender Teams wie Boris Herrmann (Malizia/Seaexplorer) oder Paul Meilhat (Biotherme) unterstrichen in Interviews die Favoritenrolle des 11th Hour Racing Teams rund um Skipper Charlie Enright. Und selbst französische Spezialisten – die stur-traditionell grundsätzllich patriotische Voraussagen treffen – sahen und sehen bisher nur den einen Favoriten für das TOR.

Favorit oder doch nicht?

Diese vermeintliche Gewissheit wird jedoch nicht in erster Linie mit der erstklassigen Crew rund um den Ocean-Race-erfahrenen Skipper Charlie Enright begründet, der ein starkes In-Port Race segelte. Vielmehr spielt das Boot die Hauptrolle: Als erster und bisher einziger IMOCA, der ausschließlich für einen Sieg beim Ocean Race konzipiert und gebaut wurde, seien die Technik- und Design-spezifischen Vorteile des Bootes zu bestechend.

Beim Inport-RAce-Geduldsspiel: Mal ganz vorn weg, dann ganz hinten, zuletzt Rang 2 © TOR

Ist das wirklich so? Klar, für das 11th-Hour-Boot wurden die IMOCA-Klassenregeln maximal in Richtung The Ocean Race-Bedürfnisse ausgereizt. Das Boot wurde in der Bretagne bei CDK gebaut, hat offiziell seinen Heimathafen in Newport/USA, trainiert aber die meiste Zeit aus naheliegenden Gründen mit den Kollegen vor Port la Foret oder Lorient.

Neben Guillaume Verdier zeichnet Mer Concept (das Unternehmen des Ultim-Stars Francois Gabart) für den Riss mitverantwortlich. Den nötigen Feinschliff erhielt das Boot durch Pascal Bidégorry (Porträt). Der Volvo Ocean Race-Sieger (auf Dongfeng) und hat sich mittlerweile einen Ruf als „Bootsflüsterer“ verdient.

Bester Allrounder in der Flotte

Eines der Ziele von Guillaume Verdier war es, ein vielseitiges und homogenes Boot zu entwerfen, das sowohl für Team-, Zweihand- als auch Einhandregatten geeignet ist. Das Deckshaus ist aerodynamisch und weitgehend geschlossen.

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Michael Kunst

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