37. Schiffahrtsregatta: 106 Yachten, viel Sonne, schwache Wind, gelungene Party

Miteinander der maritimen Branche

Die 37. Peter Gast Schiffahrtsregatta von Schleimünde nach Ærøskøbing, das Network-Event der maritimen Branche, hatte bei sommerlichem Wetter mit schwachen Winden zu kämpfen. Hamburgs Sportsenator Andy Grote betont die Verbundenheit. Profisegler Robert Stanjek stellt ‚The Ocean Race‘ für das Offshore Team Germany vor.

Schöner kann segeln auf der spätsommerlichen Ostsee kaum sein. Früh am Morgen des 24. August versammelten sich 106  Yachten im Startgebiet vor der Schleimündung zum Treffpunkt der Schifffahrtsbranche unter Segeln. Von der 65 Fuß großen Rennyacht „Milan“ über die Gewinneryacht des Volvo Ocean Race 2002 „Illbruck“ bis zu den wunderschönen Klassikern „Senta“, „Athena“, „Fleur de Mer“ und „Peter von Seestermühe“ sowie zahlreichen Cruiser Racern waren verschiedenste Schiffstypen dabei.

Schiffahrtsregatta

Das Feld unter Spinnaker. © Hinrich Franck

Bei leichten Winden fiel pünktlich um neun Uhr der Startschuss für die erste Startgruppe, wie immer stilecht von dem historischen dänischen Marinekreuzer „Lyra“ abgegeben. Bei strahlendem Sonnenschein machten sich die Yachten mit Code Zero oder großer Genua auf den Weg zur ersten Tonne. Leider schlief im Laufe des Tages der Wind immer mehr ein, so dass die Wettfahrtleitung entschied, die Bahn zu verkürzen. Doch während die großen Yachten bei immer schwächer werdenden Winden noch ins Ziel kamen, schafften 42 Schiffe der Flotte das auf 16.30 Uhr angesetzte Zeitlimit nicht mehr.

Schiffahrtsregatta

Tonnenrundung der führenden Yacht. © Hinrich Franck

Unter Motor ging es ins hyggelige Ærøskøbing, wo jede der eintreffenden Yachten in der Hafeneinfahrt mit dem Geläut einer großen Schiffsglocke begrüßt wurde. Im Hafen dicht nebeneinander liegend wurden alle Schiffe mit den Flaggen der Regatta und denen der teilnehmenden Firmen über die Toppen geflaggt.

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Das “First ship home” “Milan”© Hinrich Franck

Nach dem traditionellen Spaziergang durch den pittoresken kleinen Ort, angeführt von dem örtlichen Spielmannszug, versammelten sich alle Segler im eigens aufgebauten Festzelt am Hafen zur feierlichen Abendveranstaltung. Dieter Gast, Geschäftsführer von Peter Gast Shipping, betonte in seiner Begrüßungsrede die Notwendigkeit des Miteinanders der maritimen Branche in einem schwierigen Marktumfeld.

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Die Organisatoren Dieter und Christian Gast. © Hinrich Franck

Die angespannte Sicherheitslage vor der Küste des Iran, die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China und weitere Umweltschutzbestimmungen nannte er als aktuell größte Herausforderungen für die Schifffahrt. „Ich freue mich, dass wieder so viele internationale Gäste an der Regatta teilnehmen und unsere deutschen Teilnehmer ihre internationalen Partner eingeladen haben“, sagte er. „Nutzt alle diese Veranstaltung um miteinander zu sprechen, Kontakte zu knüpfen und gemeinsam den maritimen Wirtschaftssektor weiter zu stärken.“

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Familie Bruegge_Veega Reederei © Hinrich Franck

Für große Begeisterung sorgte der rund 15-minütige Film von AquaTV über die Regatta, der mit wunderschönen Aufnahmen, zahlreichen Zitaten bekannter Teilnehmer des Rennens und der Organisatoren und einigen humorvollen Bildsequenzen für beste Stimmung bei allen Zuschauern sorgte.

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Der ehemalige NRV Präsident Andreas Christiansen mit Andy Grote. © Hinrich Franck

Hamburgs Innen- und Sportsenator Andy Grote nahm zum ersten Mal an der Traditionsveranstaltung teil und segelte auf der „Fleur de Mer“ von Jens Ruppert zusammen mit dem im Frühjahr neu gewählten NRV-Vorsitzenden Tobias König.

NRV Vorstand Tobias Koenig mit Stellvertreter Tobias Brinkmann. © Hinrich Franck

Andy Grote betonte in seiner Rede den starken Zusammenhalt der Schifffahrtsbranche über Stadt- und Landesgrenze hinweg und lobte das gemeinsame Segeln und zusammen Sport treiben als gemeinschafts- und identitätsstiftend.

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Andy Grote an Bord der Fleur de Mer © Hinrich Franck

Marcus Boehlich (SVAOe) ist für seine faire Durchführung von Regatten, aber auch seine verbale Spitzfindigkeit bekannt. Nach 25 Jahren im Wettfahrt-Organisationsteam der Regatta wurde er mit großem Applaus verabschiedet und bekam von Christian und Dieter Gast ein Messing-Barometer als Dank für seinen Einsatz geschenkt.

Ein weiteres Highlight des Abends war der Vortrag von Profisegler Robert Stanjek, Skipper des Offshore Team Germany. Mit packenden Bildern vom diesjährigen Rolex Fastnet Race gab er den Zuhörern einen spannenden Einblick in das Hochseesegeln auf einem Imoca 60.

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Dieter Gast und Robert Stanjek. © Hinrich Franck

Mit diesen Schiffen wird erstmalig ‚The Ocean Race‘, der Nachfolger des Volvo Ocean Race, ausgesegelt. Das Offshore Team Germany plant, zum ersten Mal nach fast zwanzig Jahren wieder eine Yacht unter deutscher Flagge an die Startlinie zu bringen. „Wir wollen mit deutschen Talenten an der Seite von internationalen Profis an dem Rennen teilnehmen“, sagte Robert Stanjek. „Wir freuen uns über die Begeisterung, die wir überall, wo wir unser Projekt vorstellen, erfahren und hoffen auf ganz viel Support für unsere Kampagne, die unter dem Motto #made in Germany steht.“

Schiffahrtsregatta

Die Crew der Haspa Hamburg auf der Hohen Kante. © Hinrich Franck

Zum Abschluss der Preisverteilung kündigte Dr. Karsten Liebing (Geschäftsführer der Hammonia Reederei), zusammen mit Karsten Fach (Marine Service GmbH) an, dass es für die schnellste klassische Yacht einen neuen Preis geben wird. Dieser „Peter Gast Gedächtnis Preis“ ehrt den Mitbegründer und langjährigen Organisator der Regatta, der die Veranstaltung, die als Wettfahrt zwischen einigen Schifffahrtskaufleuten begann, in den vergangenen Jahrzehnten zu einem bedeutenden Network-Event der maritimen Branchen ausbaute.

Schiffahrtsregatta

Hafen von Aeroskoebing bei Nacht. © Hinrich Franck

Die traditionsreiche Schiffahrtsregatta, die größte privat organisierte Regatta in Deutschland, wird unter anderem von Besiktas Shipyard, BMW Niederlassung Hamburg, dem deutsch-norwegischen Schiffsklassifzierer DNV GL, Oldendorff Carriers, der Hamburger Sparkasse, der Berenberg Bank, SKF und SKF Marine, VHT, Brand Marine Consultants, Bosch Rexroth und der KPMG, die wie in den Vorjahren den Auftritt der Band „Max and Friends“ organisiert, sowie der chinesischen Werft Zhoushan IMC-YY Shipyard & Engineering unterstützt, die in diesem Jahr für das traditionelle gemeinsame Frühstück sorgte.

 

Die Ergebnisse der einzelnen Klassen im Überblick:

 

Quelle: Sandra-Valeska Bruhns

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